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Ratlose oder informierte Patienten? Unabhängige Patientenberatung Deutschland nimmt ihre Arbeit auf

Artikel 0531 "Hat mein Arzt auch die richtige Diagnose gestellt?", "Helfen alternative Heilmethoden bei meiner Erkrankung vielleicht besser?", "Die Krankenkasse hat meine Kur abgelehnt, was kann ich machen?" - mit solchen Fragen blieben Patienten bislang oft allein und auf sich gestellt. Ab sofort sollen Beratungsstellen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) hier Abhilfe schaffen. In bundesweit 26 regionalen und überregionalen Beratungsstellen sowie über ein Beratungstelefon finden Patienten jetzt auch außerhalb der Arztpraxis gesundheitliche Information und Beratung. Ein Team von fachkundigen Beratungskräften steht zur Verfügung für Informationen rund um das Thema Gesundheit sowie zu speziellen patientenrelevanten Themen wie Zahnersatz oder Medikamente, Beratung in gesundheitsrechtlichen Fragen sowie Auskünfte über ergänzende regionale Angebote der Gesundheitsversorgung. Die Berater kommen vorwiegend aus dem medizinischen oder pharmakologischen Fachbereich, sind aber auch Juristen, Sozialarbeiter oder Psychologen.

Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen fördern die unabhängige Patientenberatung in einem Modellvorhaben nach 65 b SGB V. Diese Finanzierung ermöglicht eine kostenfreie persönliche Beratung. Das von Sozialverbänden und Verbraucherzentralen getragene Netzwerk hat bundesweit 22 Beratungsstellen mit Gesundheits-, Rechts- und Sozialexperten sowie eine Telefon-Hotline. Finanziert wird der Modellverbund zunächst bis 2010 mit rund 5,1 Millionen Euro jährlich.Dann soll entschieden werden, ob das Vorhaben zu einer dauerhaften Einrichtung im Gesundheitswesen ausgebaut werden soll.

Zwar geistert in der wissenschaftlichen Szene seit einigen Jahren das Schlagwort vom "informierten Patienten" herum. Dass es bei Patienten trotz besserer medizinischer Laienkenntnisse als in früheren Generationen gleichwohl einen erheblichen und bislang weitgehend unbefriedigten Bedarf an solchen Informations- und Beratungsmöglichkeiten gibt, zeigen verschiedene Befunde:

• 60.000 Anfragen erhielt die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, in den letzten zwei Jahren

• Eine vom Commonwealth Fund (CWF) durchgeführte internationale Erhebung zur Qualität der Versorgung (Taking the Pulse of Health Care Systems: Experiences of Patients with Health Problems in Six Countries) zeigt im deutschen Gesundheitssystem insbesondere Defizite im Bereich der Patienteninformation. In einer Zusammenfassung der Befunde durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen heißt es: "Deutsche Ärzte informieren ihre Patienten seltener über Behandlungsfehler. Wenn im Verlauf einer Behandlung Fehler auftreten, teilen deutsche Ärzte oder andere im Gesundheitswesen Beschäftigte ihren Patienten dies seltener mit, als es in anderen Ländern der Fall ist. [...] Deutsche Patienten berichten auch häufiger, dass ihr Hausarzt sie selten oder nie über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten aufklärt." vgl. Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland

• In repräsentativen Befragungen des "Gesundheitsmonitor" der Bertelsmann-Stiftung hat sich gezeigt: "Offensichtlich ist Krankheit und Betroffenheit von Gesundheitsbeschwerden heute eine Erfahrung, die nicht mehr allein in die Zuständigkeit des Arztes übergeben wird und bei der man sich passiv in die Rolle eines Patienten begibt, der die Therapie ohne jedes Verständnis von Ursachen und Heilprinzipien über sich ergehen lässt. Vielmehr wird in dieser Situation aktiv nach Informationen gesucht, die sowohl ein besseres Verständnis des Krankheitsgeschehens ermöglichen als auch die Chance eröffnen, eine vielleicht noch bessere (mit weniger Nebenwirkungen verbundene, schnellere, komfortablere, neuere, ...) Therapie ausfindig zu machen. Zu einem gewissen Anteil scheint dahinter auch eine wachsende Skepsis an ärztlicher Fachkompetenz und Unfehlbarkeit verborgen zu sein. Bedeutsamer scheint nach unserer Interpretation jedoch ein genereller Wandel der Patientenrolle zu sein." vgl. Auf der Suche nach gesundheitlicher Information und Beratung: Befunde zum Wandel der Patientenrolle

Dass Patientenberatungsstellen gerade wegen der Informationsüberflutung auch in Gesundheitsfragen in Zeitschriften, Fernsehsendungen und im Internet besonders wichtig sind, hat eine Bevölkerungsumfrage im Land Bremen gezeigt. Zusammenfassend heißt es dort: "Das im Internet oder anderen Medien vermittelte Wissen ist oftmals nur sehr schwierig auf die eigene psycho-physische Verfassung übertragbar, die Verhaltensratschläge sind vieldeutig oder abstrakt, die Zuverlässigkeit der Information bleibt nicht selten unklar. Hier bleiben dann Fragen offen oder tauchen ganz neue Fragen auf. Vermisst wird dann eine vertrauenswürdige Einrichtung oder Person, die medizinische Informationen hinsichtlich ihrer Relevanz und Verhaltensimplikationen für die persönliche Situation interpretiert. Vermisst werden von Patienten heute Informationen über die Akteure und Einrichtungen im Gesundheitswesen, 'Lotsen' und 'Wegweiser' zu Ärzten, Kliniken und Beratungseinrichtungen, da sehr starke Interessen an einer persönlich zugeschnittenen Information und Beratung bestehen, die von Medien nicht geleistet werden kann." In dieser Studie hat sich auch gezeigt, dass Beratungsstellen in der Bevölkerung zwar noch wenig bekannt sind. Patienten jedoch, die dort eine Beratung in Anspruch genommen haben, urteilen überaus positiv über ihre dort gemachten Erfahrungen. vgl. Gesundheitliche Information und Beratung aus Sicht der Bremer Bevölkerung

Gerd Marstedt, 31.1.2007