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Gesundheits-Infos im Internet: Kein "Arzt per Mausklick", sondern Medizin-Lexikon und Gesundheits-Enzyklopädie

Artikel 0576 "Jeder dritte Deutsche sucht medizinischen Rat im Internet" heißt es in einer Meldung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). In einer Info-Grafik wird dann mit der Überschrift "Wenn der Arzt per Mausklick kommt" angedeutet, dass Internet diene heutzutage als bequemes Medium zur Beratung oder Information von Patienten bei gesundheitlichen Beschwerden oder Erkrankungen. Tatsächlich ist das Internet, wie andere Studien zeigen, heute für die meisten User kein therapeutischer Ratgeber bei Gesundheitsproblemen oder Beratungsinstanz bei akuten Erkrankungen, sondern eher eine Enzyklopädie zur Befriedigung von Wissensbedürfnissen und Neugier in Bezug auf Gesundheitsthemen.

Die von der BITKOM mitgeteilten Daten über die Internet-Nutzung stammen aus der EUROSTAT-Statistik "Beschaffung gesundheitsrelevanter Informationen im Internet". Erfasst wurde dort mit einer einzelnen Frage, ob man das Internet für die Beschaffung von gesundheitsrelevanten Informationen über Verletzungen, Krankheiten oder Ernährung genutzt hat. Dort zeigt sich, dass Frauen im Alter von 24 bis 54 Jahren das Internet für Gesundheits-Infos am häufigsten nutzen (49%), Die Nutzungsquote steigt mit zunehmendem Lebensalter (für Männer und Frauen) zunächst an, sinkt dann aber ab dem Alter von 55 wieder deutlich nach unten - ein Hinweis, dass Senioren trotz ihres im Durchschnitt schlechteren Gesundheitszustandes noch Probleme mit der Nutzung des Internet haben. Spitzenreiter der WWW-Nutzung für Gesundheitsfragen sind hier Finnland (44%) und die Niederlande (45%), Deutschland liegt mit 34% im Mittelfeld. Weit unten rangieren südeuropäische Staaten wie z.B. Italien (12%) oder Portugal (14%), aber auch alle neuen EU-Mitglieder in Osteuropa.

Die Feststellung, dass das Internet eher als Informationsquelle zur Befriedigung von Wissensbedürfnissen, zur Befriedigung der Neugier in medizinischen Fragen dient, dass dabei jedoch kein gesundheitlicher Problemdruck vorliegt, etwa aufgrund akuter Erkrankungen, aktueller Schmerzen oder Beschwerden, geht aus zwei Studien hervor, die sich mit dieser Frage intensiver beschäftigt haben. So hat eine repräsentative Befragung des "Gesundheitsmonitor" der Bertelsmann-Stiftung zu gesundheitlichen Informationsbedürfnissen und -gewohnheiten bei rund 1.500 Bürgern einerseits ergeben, dass mit zunehmender Betroffenheit von Gesundheitsbeschwerden zwar die Suche nach gesundheitlichen Informationen (bei Ärzten, im Freundes- oder Familienkreis usw.) steigt. Gleichzeitig zeit sich jedoch auch: Wer von chronischer Erkrankung betroffen ist und wer seinen Gesundheitszustand eher schlecht bewertet, ist deutlich seltener auch ein Internet-Nutzer in gesundheitsbezogenen Fragen. Kontrolliert wurden dabei auch Einflüsse von Alter, Bildungsstand und Geschlecht. Gefolgert wird aus den Ergebnissen, dass das Internet - in deutlichem Kontrast zum Hausarzt - keine Informationsquelle zum aktuellen "Management" von Gesundheitsbeschwerden ist. Es wird deutlich seltener genutzt, wenn Befragte sich krank fühlen und ihren Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht beschreiben."
• Die Studie ist hier zum Download verfügbar: Auf der Suche nach gesundheitlicher Information und Beratung: Befunde zum Wandel der Patientenrolle

Noch deutlicher wird dieses Fazit im Rahmen einer Repräsentativbefragung im Land Bremen. Dort waren über 4.000 Bürger in zu ihren Informationsgewohnheiten und -interessen zu Gesundheitsthemen befragt worden. Das Fazit dieser Studie lautet: Das Internet wird ganz überwiegend als elektronisches Gesundheits- oder Medizinlexikon in Anspruch genommen, in dem man sich bequem über Krankheitssymptome und Krankheitsursachen, aber auch über unterschiedliche Therapieformen informieren kann, schulmedizinische wie alternativmedizinische. Als Telefonbuch oder Branchenverzeichnis zur Arzt- oder Adressensuche fungiert es weniger oft, und nur ausnahmsweise wird es als kommunikatives Medium in Gesundheitsfragen (Diskussionsforen, Chat-Rooms) genutzt. Zugleich zeigt sich: Der Hausarzt wird umso häufiger gefragt, je schlechter die gesundheitliche Verfassung ist. Daher ist das Internet - in deutlichem Kontrast zum Hausarzt - keine Informationsquelle, die als Verhaltensratgeber bei Gesundheitsbeschwerden oder Erkrankungen dient.
• Eine ausführliche Beschreibung der Ergebnisse ist hier verfügbar: Gesundheitliche Information und Beratung aus Sicht der Bremer Bevölkerung

Gerd Marstedt, 16.2.2007