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Eine immer populärere Denkformel: Fast Food + Nahrungsergänzungsmittel = gesunde Ernährung

Artikel 0786 Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpillen werden immer beliebter. Eine jetzt von TNS Healthcare, einem Institut für Gesundheitsforschung und Meinungsbefragung, durchgeführte Studie hat gezeigt, dass Besucher von Fitness-Studios überdurchschnittlich oft Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Befragt wurden rund 16.000 Personen im Alter von 14 bis 90 Jahren nach ihren sportlichen Aktivitäten und der Einnahme von Vitaminen und ähnlichen Produkten. Dabei gaben 15% der Frauen und 14% der Männer an, in den vergangenen drei Monaten ein Fitness-Studio besucht zu haben. In dieser Gruppe nehmen etwa 50% Vitamine ein, 38% Mineralstoffe und Spurenelemente. Dieser Anteil ist rund zehn Prozentpunkte höher als bei den Nicht-Besuchern (28%). Besonders auffällige Unterschiede gibt es bei den Präparaten, die zur Leistungssteigerung und zum Muskelaufbau genutzt werden. Während diese Produkte in der Bevölkerung von ein bis drei Prozent in den letzten drei Monaten konsumiert wurden, ist der Anteil unter den Fitness-Studio Besuchern deutlich höher. vgl. die Pressemitteilung von TNS Healthcare: "Besucher von Fitness-Studios nehmen ein 10- bis 15-faches an Nahrungsergänzungsmitteln ein"

Bereits 2006 hatte eine andere Umfrage gezeigt: "Jeder dritte Deutsche greift zu Nahrungsergänzungen in Form von Pillen, Kapseln oder Pulvern - so das Ergebnis einer Forsa-Studie. Besonders bei jungen, sportlichen und gestressten Menschen mit ausgeprägtem Gesundheitsbewusstsein und höherem Bildungsstand liegen die Erzeugnisse im Trend. Für die Industrie hat sich damit ein großer Markt eröffnet, der auf mindestens 1 Mrd. Euro Jahresumsatz allein mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten in Deutschland geschätzt wird." vgl. Das Geschäft mit den gesunden Kapseln - Der Markt der Nahrungsergänzungsmittel

Das Geschäft mit den in Drogerien, Apotheken und Supermärkten verkauften Pillen und Pülverchen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Rund 1,4 Milliarden Euro gaben deutsche Verbraucher von Oktober 2005 bis September 2006 für Nahrungsergänzungsmittel und verwandte Produkte aus. Dies berichtete Ralf Voigt, Marketing Manager beim Marktforschungsinstitut IMS-Health GmbH auf der 7. Euroforum Jahrestagung Nahrungsergänzungsmittel in Frankfurt. Am häufigsten gefragt waren Mittel zur Hustenlinderung, ergänzende Mineralstoffe, Multivitaminpräparate und Vitamin-C-Pillen. vgl. Nahrungsergänzungsmittel: Tops und Flops

Der gesundheitliche Nutzen der Nahrungsergänzungsmittel und Vitamintabletten ist überaus fraglich. So stellte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fest, dass bei Nahrungsergänzungsmitteln auf der Basis von Gemüse- und Obstextrakten in der Regel der wissenschaftliche Nachweis der behaupteten gesundheitlichen Wirkungen fehlt. Häufig werden Befunde über gesundheitliche Positiveffekte durch den Verzehr von Obst und Gemüse schlicht übertragen auf synthetische Produkte. Der Nachweis einer gesundheitlich relevanten Wirkung muss jedoch für das einzelne Nahrungsergänzungspräparat erbracht werden, weil ansonsten der Verbraucher irregeführt und getäuscht wird. (DGE-Stellungnahme zu "Gemüse- und Obstprodukten" als Nahrungsergänzungsmittel)

Gerd Marstedt, 8.7.2007