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1140 - 1880

1881 - 1914

1915 - 1932

1933 - 1945

1946 - 1953

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Zeitepoche: 1970-1976
1970

Bildung der Kommission zur "Weiterentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung" im Bundesministerium für Arbeit (BMA) bis 1976
 

1970

Beschluss des Bundeskabinetts vom 19. März 1970 zu einer "Kodifizierung eines Sozialgesetzbuches", in dem "auf der Grundlage der sozialen Wertentscheidungen des Grundgesetzes...(das) Ziel angestrebt wird, das Sozialrecht für die Bevölkerung überschaubarer zu machen und seine Durchführung für die Verwaltung zu vereinfachen." Einsetzung einer Sachverständigenkommission
 

1970

Aufnahme der Untersuchungen zur Krankheitsfrüherkennung in den GKV-Leistungskatalog
 

1970

Im März 1970 wurden durch einen von mehreren Abgeordneten im Bundestag eingebrachten "Antrag zur Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland" die besonderen Defizite der Versorgung psychisch Kranker öffentlich bekannt.
 

1970

Start der vom Deutschen Sportbund getragenen und u.a. von Krankenkassen unterstützten Aktion "Trimm-dich durch Sport"
 

1970

Verschärfung von materiellen und technischen Defiziten in der Ausstattung der Einrichtungen des Gesundheitswesens, Auflösung von stark zentralisierten und überregional vereinigten Gesundheitseinrichtungen, den sog. Vereinigten Gesundheitseinrichtungen (VEG), ursprünglich gebildet, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und den inhaltlichen Zusammenhang unterschiedlicher Leistungsbereiche besser zu integrieren
 

1970

Mit dem "2. Krankenversicherungs-Änderungsgesetz" vom 21. Dezember 1970 begann eine Reihe von Leistungsverbesserungen bis zum Jahr 1975:

Aufnahme von Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen in den GKV-Leistungskatalog; Einführung eines Anspruchs auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten für Kinder bis zu 4 Jahren, Frauen ab dem 30. und Männer ab dem 45. Lebensjahr

Öffnung der GKV für nichtversicherungspflichtige Angestellte. Erst mit diesem Gesetz erhalten Angestellte außerdem einen arbeitsrechtlichen Anspruch auf einen Zuschuss zu ihrem als freiwillig Versicherte erbrachten GKV-Kassenbeitrag

Dynamisierung der Beitragsbemessungsgrenze durch Festlegung auf 75 % dieses Werts in der Arbeiterrentenversicherung
 

1970

Gründung der "Deutschen Gesellschaft für soziale Psychiatrie"
 

1971

Das Bundesverfassungsgericht erklärt am 24. Februar 1971 das 1967 per Gesetz eingeführte Namensführungsverbot bei Kandidatenlisten zu Sozialwahlen zu Selbstverwaltungsorganen für verfassungswidrig.
 

1971

Gesetzliche Unfallversicherung für Schüler, Studenten und Kindergartenkinder
 

1971

Am 31. August 1971 konstituierte sich die Sachverständigenkommission zur Erarbeitung einer Enquete über die Lage der Psychiatrie in der BRD - die so genannte "Psychiatrie-Enquete". Beginnend mit einem Zwischenbericht im Oktober 1973 ist die "Psychiatrie-Enquete" ein Beispiel für eine extrem langwierige (vgl. dazu 1979 und 1986) und letztlich nicht zur vollen Wirksamkeit kommenden experten- und expertisenfundierten und -gesteuerten Innovation. Als Kernelemente einer künftigen allgemeinpsychiatrischen Versorgung betrachtete die Kommission die gemeindenahe Versorgung, eine bedarfsgerechte und umfassende Versorgung aller psychisch Kranken und Behinderten, die Koordination aller Versorgungsdienste und die Gleichstellung von psychisch und somatisch Kranken. Die Kommission schlug außerdem vor, ihre Empfehlungen in strukturell unterschiedlichen Modellversorgungsgebieten zu erproben.
 

1971

Einführung des "Arztes für Allgemeinmedizin" als Aufwertung des "praktischen Arztes" mit dem Ziel, der Unterversorgung im ländlichen Raum entgegen zu wirken.
 

1971

Vorschlag des DKI (Deutsches Krankenhaus-Institut)-Vorstands Eichhorn zur Integration aller ambulanten und stationären Einrichtungen
 

1971

Studie des Wirtschafts-Wissenschaftlichen-Instituts (WWI) des DGB "Die Gesundheitssicherung in der Bundesrepublik Deutschland" erschienen, mit Schwerpunkt auf einem lückenlosen Übergang zwischen den verschiedenen Versorgungsbereichen und Vorschlag der Einführung des "Medizinisch-Technischen Zentrums" als medizinisch-technischer Gemeinschaftseinrichtung der Kven und Krankenhäuser
 

1972

Der damalige US-Präsident Richard Nixon unterzeichnet die beiden ersten Anpassungen von Medicare:

Erstens wird die Berechtigung, Mitglied in Medicare zu werden auf Personen ausgedehnt, die jünger als 65 Jahre alt und schwer behindert sind oder terminal an einer Nierenerkrankung leiden (ca. 2 Millionen Personen).

Außerdem werden die Leistungen um chriropraktische Dienstleistungen, Sprechtherapie und physikalische Therapie erweitert.
 

1972

Rentenreform:

Öffnung der GRV für alle Bürger

Einführung der Altersrente für langjährig Versicherte ab dem 63. Lebensjahr)

Einführung der Altersrenten an Schwerbehinderte und an Berufs- und Erwerbsunfähige ab dem 62. Lebensjahr
 

1972

Einführung der Pflicht-Krankenversicherung für selbständige Landwirte, die mitarbeitenden Familienangehörige und die "Altenteiler" in landwirtschaftlichen Krankenkassen am 10. August 1972
 

1972

Das "Gesetz zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser und zur Regelung der Krankenhauspflegesätze (Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG)" vom 29. Juni 1972 regelt die Beziehungen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen neu (u.a. Mix aus staatlicher Investitionsförderung und von den Krankenkassen zu bezahlenden und von den Landesbehörden festgesetzten Pflegesätze). Außerdem Ersatz der bisherigen Planungsautonomie der Krankenhäuser durch die staatliche Krankenhausbedarfsplanung und Einführung des Selbstkostendeckungsprinzip für sparsam wirtschaftende Krankenhäuser (§ 4 des KHG).

Hier finden Sie Links zu zahlreichen Original-Dokumenten zum Gesetz zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser und zur Regelung der Krankenhauspflegesätze (Krankenhausfinanzierungsgesetz - KHG)
 

1972

Eröffnung des ersten Reha-Zentrums für Herz- und Kreislaufkranke
 

1972

Entwicklung der so genannten Computertomographie
 

1972

Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft
 

1972

Anordnung über die Förderung von Studentinnen mit Kind und von schwangeren Studentinnen
 

1972

Anordnung über die Förderung und finanzielle Unterstützung von Müttern im Lehrverhältnis
 

1972

Einführung des PKU-Screenings
 

1972

Parteitag der SED beschließt die Strategie der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, Gesundheit sollte zum Bestandteil "der von den Bürgern mitgestalten Lebensweise" werden, Stadt-Land-Unterschiede in der medizinischen Versorgung sollten abgebaut werden, Qualitätsfragen der Prävention, Diagnostik und Behandlung thematisiert und die Beziehungen von Bürgern und Ärzten, bzw. Mitarbeitern des Gesundheitswesens verbessert und demokratisiert werden.
 

1972

Konferenz der Kreisärzte in Gera mit einer deutliche kritischen Analyse der Leistungsfähigkeit und Qualität der medizinischen und zahnärztlichen Grundversorgung
 

1972

Freigabe des Schwangerschaftsabbruchs
 

1972

Gründung der "Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Unfallforschung (BAU)"
 

1972

Ab 1972 komplexe Programme zur Verbesserung der Qualifikation der Leitungen von Gesundheitseinrichtungen
 

nach 1972

Nach 1972 Verhältnis Geld- zu Sachleistungen in der GKV 1:>10
 

1973

Das HMO-Gesetz von 1973 legt die Grundlagen für "managed care". Entgegen manchen Erwartungen verbreiteten sich die in den 1970er Jahren eingeführten "Health Maintenance Organizations (HMO)" langsamer als erwartet.
 

1973

Beschluss über die Hauptrichtungen der Sozial- und Gesundheitspolitik "Gemeinsamer Beschluss des Politbüros der SED, des Ministerrats und des Bundesvorstandes des FDGB, u.a. mit Festlegungen zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung speziell in der Allgemeinmedizin und der Kinderheilkunde, Verbesserung der Versorgung in Arbeiterzentren, Abbau von Diagnostik- und Wartezeiten
 

1973

Anordnung über die Aufgaben und die Arbeitsweise von Kinderkrippen
 

1973

DDR wird Mitgliedsstaat der Weltgesundheitsorganisation
 

1973

Am 1. März 1973 tritt die Röntgenverordnung in Kraft, die zum ersten Mal Schutzmaßnahmen bei der diagnostischen Anwendung von Röntgenstrahlen festlegt.
 

1973

Am 25. Juli 1973 wird in Ergänzung des KHG die Bundespflegesatzverordnung erlassen.
 

1973

Im "Gesetz zur Verbesserungen der Leistungen in der GKV" vom 19. Dezember 1973 erfolgt die Kostenübernahme für Haushaltshilfen bei stationärer Aufnahme des Versicherten in den GKV-Leistungskatalog, der Wegfall der zeitlichen Begrenzung der Krankenhauspflege und das Krankengeld bei Erkrankung des Kindes.
 

1973

Gründung der ersten Tagespflege in der Bundesrepublik Deutschland
 

1973

Gründung des "Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI)" der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Länder KVen
 

1974

Gründung des Marburger Bundes als berufspolitische und gewerkschaftliche Interessenvertretung der angestellten und beamteten ÄrztInnen in Deutschland mit 2006 rd. 80.000 Mitgliedern.
 

1974

Start des vom Bundesministerium für Arbeit (BMA) und Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) getragenen Aktionsprogramms "Forschung zur Humanisierung des Arbeitslebens", des so genannten HdA-Programms als Programm, das von einem umfassenden Verständnis von Arbeitsbedingungen ausging und sich zum Ziel gesetzt hatten "die Arbeitsbedingungen stärker aks bisher den Bedürfnissen der arbeitenden Menschen anzupassen" (BMFT 1974).
 

1974

Wiederabschaffung der "Krankenscheinprämie" mangels ausreichender Bewährung
 

1974

Gesetz über die Angleichung der Leistungen zur Rehabilitation (Rehabilitations-Angleichungsgesetz) vom 15. August 1974:

offizielle Anerkennung der Krankenkassen als Rehabilitationsträger: "Die Leistungen der Krankenkassen und der Rentenversicherungsträger sollten nun für erwerbstätige und nicht erwerbstätige Versicherte grundsätzlich gleichwertig sein" (Lachwitz et al.: 7).

Einführung des Grundsatzes "Reha vor Rente" und mit dem so genannten "Reha-Gesamtplan" der Krankenkassen eines Instrumentariums zur Koordinierung des Reha-Geschehens.
 

1974

Urteil des Bundessozialgerichts zur Übernahme des Zahnersatzes in den GKV-Leistungskatalogs
 

1974

Programm zur Investitionssteigerung im Gesundheitswesen bis 1980 um 230 %, Ausbau der Dringlichen Medizinischen Hilfe, der Intensivtherapie, der Dialysezentren, der Unfall- und Kinderchirurgie und der Urologie sowie der Zentren für Herz-, Neuro- und Transplantationschirurgie
 

1974

Etwa ab 1974 sozialepidemiologische Studien werden zunehmend erschwert, während gleichzeitig klinische Interventionsstudien, Screeningprogramme zur Gesundheitsüberwachung und Gesundheitserziehungskonzepte an Bedeutung gewinnen
 

1974

Umwandlung der Berufsausbildung mittlerer medizinischer Berufsgruppen in eine Fachschulausbildung
 

1974

Verfassung der WHO vom 22. Juni 1946 in der Fassung vom 28. Mai 1959 wird per Gesetz als für die DDR als bindend anerkannt
 

1974

55,703 Millionen oder 89,8 % der westdeutschen BürgerInnen waren in der GKV versichert
 

1975

Vorlage des "Berichts der Bundesregierung zu Fragen der Selbstverwaltung in der Sozialversicherung" am 3. November 1975. Nach mehreren (1967 und 1973) Versuchen, die Organisation der Sozialwahlen zu verbessern und - meist erfolglos - die Wahlbeteiligung zu erhöhen
 

1975

Gründung der "Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen" in Dublin zur Erforschung der Lebens-, Arbeits- und Gesundheitsbedingungen und der Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz in der Europäischen Gemeinschaft durch die EU-Kommission.
 

1975

Erstes Buch des Sozialgesetzbuches (SGB I) vom 11. Dezember 1975
 

1975

Behinderte werden durch das "Gesetz über die Sozialversicherung Behinderter" vom 7. Mai 1975 als Regelleistung Mitglied des GKV-Versichertenkreises
 

1975

Studierende werden durch das "Gesetz über die Krankenversicherung der Studenten" vom 24. Juni 1975 als Regelleistung Mitglied des GKV-Versichertenkreises
 

1975

1.479 Krankenkassen; 33,419 Mio. Mitglieder; 56,643 Mio. Versicherte und 91,6 % der Wohnbevölkerung sind Versicherte in der GKV (höchster Anteil)
 

1975

Durch das "Strafrechtsreform-Ergänzungsgesetz" vom 1. Dezember 1975 werden die ärztliche Beratung und Untersuchungen bei der Empfängnisverhütung, die Leistungen bei einer nicht rechtswidrigen Sterilisation und einem nicht rechtswidrigen Schwangerschaftsabbruch durch einen Arzt Leistungen der GKV
 

1975

Abschluss einer Empfehlungsvereinbarung am 15. Juli 1975 zwischen den GKV-Spitzenverbänden und der DKG über prästationäre Diagnostik und poststationäre Therapie; u. a. Verpflichtung zur Durchführung von Modellversuchen
 

1975

Einführung verbindlicher Screenings zur Früherfassung und Frühförderung entwicklungsgestörter Kinder
 

1975

Maßnahmen zur Verbesserung ärztlicher Hausbesuchsdienste ab 1975
 

1976

Am 28. August 1976 wird das "Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelrechts (AMG)" verabschiedet und tritt am 1. Januar 1978 in Kraft. Es soll nach den Erfahrungen mit Contergan den Schutz vor gesundheitsschädlichen Arzneimitteln verbessern.
 

1976

Das "Krankenversicherungs-Weiterentwicklungsgesetz" vom 28. Dezember 1976 führt einen

fakultativen Finanzausgleich der Kassenlandesverbände ein, der ungleiche Belastungen ausgleichen soll.

Außerdem wird eine von den Gremien der gemeinsamen Selbstverwaltung von GKV und Kassenärzten (KVen) getragene Bedarfsplanung für die kassenärztliche Versorgung eingeführt, die die dafür seit dem Faschismus geltende Alleinzuständigkeit der KVen beendet

Hier finden Sie Links zu zahlreichen Original-Dokumenten zum Gesetz zur Weiterentwicklung des Kassenarztrechts (Krankenversicherungs-Weiterentwicklungsgesetz - KVWG)
 

1976

Absolventen von medizinischen Fachschulen erhalten das Bewerbungsrecht auf eine Medizinstudium
 

1976

Maßnahmen zur Messung und Beurteilung der Qualität und Wirksamkeit medizinsicher Leistungen durch Leistungsvergleiche und den sog. sozialistischen Wettbewerb anhand Qualitätskennziffern
 

1976

Viertes Buch des Sozialgesetzbuches (SGB IV) - Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung" vom 23. Dezember 1976 (u.a. Neukodifikation des Selbstverwaltungsrechtes)