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GKV und Leistungserbringer
1892

Erstmals umfassende Regelung der Beziehungen zwischen Krankenkasse und Leistungserbringern: Alle Krankenkassen erhielten Recht ihr Arztsystem, d.h. auch die Zahl und Personen der Kassenärzte in ihrer Satzung zu bestimmen. Außerdem hatten die Kassen die Möglichkeit, die Lieferung von Arzneimitteln nur durch ausgesuchte Apotheker sowie die Kuren in bestimmten Krankenhäusern durchführen zu lassen.
 

1901

Aufbau von Selbstabgabestellen der Krankenkassen für Heilmittel
 

1902

Nach großen karies-statistischen Untersuchungen von Zahnärzten in den Jahren 1894 bis 1902 Gründung von Schulzahnkliniken in Darmstadt und Altona
 

1903

Errichtung der ersten Zahnklinik einer gesetzlichen Krankenkasse durch die Firma Krupp. Vor dem Beginn des ersten Weltkriegs gab es schon 22 Zahnkliniken im gesamten deutschen Reich.
 

1913

Das so genannte "Berliner Abkommen" vom 23. Dezember1913 führte erstmalig und zunächst nur für einige Krankenkassen eine Verhältniszahl für die Anzahl der Kassenärzte (mindestens ein Arzt auf 1.350 Versicherte) ein, und damit ein Zulassungsrecht. Dies wurde dann 1923 generalisiert.

Beginn der Vertragsgestaltung durch Kollektivverträge und Einzelverträge nur noch mit der Zustimmung eines paritätisch besetzten Vertragsausschusses. Einschränkung der Vertragsfreiheit der Kassen beim Abschluss von Arztverträgen. Anstellungsautonomie der Krankenkassen für die von ihnen beschäftigten Ärzte wurde beseitigt.
 

1920

Ärztestreiks
 

1924

Ab 1924 Gründung eigener Ambulatorien der gesetzlichen Krankenkassen
 

1923

In der Verordnung über Ärzte und Krankenkassen und die Krankenhilfeverordnung vom 30. Oktober 1923 wurden die Ärzte u.a. auf eine "wirtschaftliche Behandlungshilfe" verpflichtet. Kassenvorstände sollten berechtigt sein, Ärzte bei wiederholten Verstäßen gegen Pflichten fristlos zu kündigen und sie für zwei Jahre von der kassenärztlichen Tätigkeit auszuschließen. Trotz der Rücknahme eines Teils dieser Befugnisse kam es ab 1. Dezember 1923 zum Streik mit dem Ziel die Verordnung völlig beseitigt zu bekommen.
 

1923

Auslaufen des "Berliner Abkommens" von 1913 und weitere Ärztestreiks
 

1923

In Reaktion auf die Ärztestreiks im Jahr 1923 bauten Krankenkassen z.B. in Berlin und Geestemünde eigene Ambulatorien auf und unterhielten sogar drei Krankenhäuser. Die dort tätigen Ärzte waren Angestellte der Krankenkassen. Die Kassen richteten außerdem "Abgabestellen" für Sehbrillen und Heilmittel ein.
 

1923

Einführung einer generellen Zulassungsbeschränkung in der "Verordnung über Krankenhilfe bei den Krankenkassen" vom 30. Oktober 1923. Die Kassenvorstände bekamen das Recht, die Zulassung von Ärzten zur Kassenarztversorgung auf eine Verhältniszahl von 1:1.350 Versicherte pro Arzt zu beschränken.
 

1923

Gründung der gemeinnützigen "Heilmittelversorgungs AG Deutscher Krankenkassen" durch den Hauptverband der deutschen Krankenkassen. Damit konnten Krankenkassen Sonderverträge mit Apotheken abschließen und ihre eigenen Selbstabgabestellen für Heilmittel mit Produkten versorgen.
 

1923

Nach dem am 1. Oktober 1923 geänderten § 375 RVO mussten die Kassen ihren Arzneimittelbedarf nicht mehr von allen Apotheken zu gleichen Bedingungen beziehen, sondern konnten auch Sonderverträge mit einzelnen örtlichen Anbietern abschließen.
 

1931 / 1932

Durch verschiedene Notordnungen (u.a. vom 8. Dezember 1931, vom 30. Dezember 1931 und vom 14. Januar 1932 wurden die Kassenärztlichen Vereinigungen als öffentlich-rechtliche Körperschaften gegründet.
 

1930

Durch die Notverordnung vom 26. Juli 1930 wurde auch die Verhältniszahl für Kassenärzte auf 1:1.000 gesenkt. Außerdem sollten Kassen ärztliche Prüfstellen gründen und Vertrauensärzte zur Durchführung von Nachuntersuchungen einstellen
 

1931

Am 24. November 1931 forderten der Deutsche Arbeitgeberverband und der Reichsverband der deutschen Industrie in einer Eingabe an den Reichsarbeitsminister das Verbot der Selbstabgabestellen der Krankenkassen.
 

1931

Durch eine Notverordnung wurde ab dem 8. Dezember 1931 geregelt, dass die Krankenkassen für jede gemeldete Behandlung eines Mitglieds eine Pauschale an die Kassenärztliche Vereinigung als Körperschaft öffentlichen Rechts mit Zwangscharakter zahlte, die diese pauschalierte Gesamtvergütung nach einem selbsterstellten Honorarverteilungsmaßstab an ihre Mitglieder verteilte. Ein Arzt sollte für 600 Versicherte zuständig sein. Diese Zahl galt bis 1955.
 

1931

In der Notverordnung vom 8. Dezember 1931 wurde die Kopfpauschale zur Bemessungsgrundlage für die kassenärztliche Gesamtvergütung gesetzlich verankert. Davon sollte nach Verbesserung der wirtschaftlichen Lage wieder in Richtung Einzelleistungsvergütung abgegangen werden.
 

1932/33

Die Krankenkassen konnten 1944 gemäß § 187 Abs. 2 der RVO Genesungsheime gründen.
 

1932

Krankenkassen und ihre Verbände hatten 1932/33 224 kasseneigenen Kur- und Genesungsheime, die ihren Mitgliedern für Erholungs- und Genesungszwecke mit etwa 15.000 Betten zur Verfügung standen (nach § 187 Abs. 2 RVO)
 

1933

Zerschlagung der Selbstabgabestellen für Heilmittel der Krankenkassen nach vorheriger Schwächung durch Herabsetzung der Rabatte, die Apotheken den Kassen gewähren mussten.
 

1938

Zwangsmitgliedschaft der Ärzte in der Reichsärztekammer und der "Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands", die allein für die Verteilung der Vergütung für ärztliche Leistungen zuständig war.
 

1955

Die seit 1931 geltende Verhältniszahl für Kassenärzte wurde durch das "Gesetz über Kassenarztrecht" vom 17. August 1955 auf 500 Versicherte gesenkt. Die Kassenärztliche Vereinigungen erhielten das alleinige Recht zur Sicherstellung der kassenärztlichen Versorgung.