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1881 - 1914

1915 - 1932

1933 - 1945

1946 - 1953

1954 - 1969

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1888

Österreich: Arbeiterkrankenversicherungsgesetz
 

1932

Bei seiner Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten am 2. Juli 1932 versprach der spätere Präsident Franklin D. Roosevelt auf dem Hintergrund der seit 1929 anhaltenden Weltwirtschaftskrise einen "new deal for the American people", der im wesentlichen aus gezielten staatlichen Interventionen bestehen sollte. Neben zahlreichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wie etwa dem der "Tennessee Valley Authority (TVA)" mit zahlreichen Staudammbauten und Elektrizitätswerken oder dem Umweltschutz- und Pflegeprogramm des "Civilian Conservation Corps" für 2, 5 Millionen ledige Männer und 8.500 Frauen, war die Gründung der staatlichen Rentenversicherung der USA mit dem "Social Security Act" im Jahre 1935. Trotz heftiger Debatten um sie existiert diese Maßnahme des New Deal noch bis heute und ist das weltweit größte staatliche Sozialversicherungsprojekt.
 

1935

Mit dem "Social Security Act" oder auch "Old Age Pension Act" vom 14. August 1935 wird die aus Beiträgen und Steuern finanzierte staatliche Rentenversicherung der USA gegründet und existiert bis heute
 

1942

Veröffentlichung der "Denkschrift über Sozialversicherung" des konservativen britischen Sozial- und Wirtschaftspolitikers William Beveridge (Baron of Tuggal), welche die britische Sozialgesetzgebung u.a. für den steuerfinanzierten staatlichen "National Health Service (NHS)" im Jahr 1946 vorbereitete.
 

1943

Der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt spricht in seiner "State of the Union message" erstmals für die USA von einer Sozialversicherung, die von der "Wiege bis zum Grab" ("from the cradle to the grave") reichen solle.
 

1944

Der US-"The Social Security Board" empfiehlt in seinem Jahresbericht das erste Mal eine nationale Pflicht-Gesundheitsversicherung für die USA.
 

1946

On July 3, Truman signs the National Mental Health Act of 1946, which provides for the first time in U.S. history a significant amount of funding for research into the causes, prevention and treatment of mental illness and leads to the establishment in 1949 of the National Institute of Mental Health.
 

1948

Inkrafttreten des "National Health Service Act" am 5. Juli 1948 und damit Verstaatlichung des Gesundheitswesens in Großbritannien.
 

1948

Gründung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der UN mit Sitz in Genf.
 

1949

Der US-Präsident sendet erneut eine Botschaft an den US-Kongress, in der er nach einer nationalen Krankenversicherung ruft.
 

1956

Das "Military Medicare"-Programm in den USA gibt den Angehörigen des US-Militärs einen gesonderten Gesundheitsversorgungs-Schutz.
 

1956

Mit einer Ergänzung des "Social Security Act" wird ständig und völlig behinderten Arbeitern zwischen 50 und 64 Jahren eine monatliche Unterstützung gewährt.
 

1959

Die Nixon Administration schlägt einen "National Health Insurance Standard Act" vor, der aus zwei Hauotbestandteilen besteht:

Ein Teil besteht aus einer per Gesetz geregelten Mindestschutz durch eine private Versicherung für die ambulante und stationäre Versorgung, die durch Pflichtbeiträge von Arbeitgebern und Beschäftigten finanziert werden sollte. Für spezielle Versorgungssituationen waren auch noch staatliche Zuschüsse für Zusatzversicherungen vorgesehen.

Der andere Teil ist ein veränderebares Paket von durch die Regierung bezahlten Leistungen für Familien mit einem Einkommen von jährlich weniger als (damals) 5.000 US-$.
 

1961

Die vom US-Präsidenten eingesetzte "Task Force on Health and Social Security for the American People" empfiehlt öffentlich eine Krankenversicherung für die ältere Bevölkerung unter dem Dach der Sozialversicherung (Social Security).
 

1964

Mit der Veröffentlichung des "Terry-Reports" über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens und der in diesem Zusammenhang dokumentierten Sterberaten von Rauchern und Nichtrauchern in den USA kommt die Anti-Tabak-Gesundheitspolitik in Bewegung. Durchaus vergleichbare Berichte waren in den Jahren 1928 in den USA und 1929 in Deutschland ohne vergleichbare Räsonanz geblieben.
 

1965

Erweiterung des bisherigen Systems des "Social Security Act" in den USA durch das staatliche Medicare-System zur gesundheitlichen Versorgung älterer Menschen bzw. Rentner. Alle Personen über 65 Jahren sind automatisch durch den Part A von Medicare krankenversichert. Der Schutz beginnt für Senioren, die sich in die freiwillige medizinische Versicherung (Part B) einschreiben. Mehr als 19 Millionen im 65+-Alter werden Mitglied in Medicare.
 

1972

Der damalige US-Präsident Richard Nixon unterzeichnet die beiden ersten Anpassungen von Medicare:

Erstens wird die Berechtigung, Mitglied in Medicare zu werden auf Personen ausgedehnt, die jünger als 65 Jahre alt und schwer behindert sind oder terminal an einer Nierenerkrankung leiden (ca. 2 Millionen Personen).

Außerdem werden die Leistungen um chriropraktische Dienstleistungen, Sprechtherapie und physikalische Therapie erweitert.
 

1973

Das HMO-Gesetz von 1973 legt die Grundlagen für "managed care". Entgegen manchen Erwartungen verbreiteten sich die in den 1970er Jahren eingeführten "Health Maintenance Organizations (HMO)" langsamer als erwartet.
 

1975

Gründung der "Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen" in Dublin zur Erforschung der Lebens-, Arbeits- und Gesundheitsbedingungen und der Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz in der Europäischen Gemeinschaft durch die EU-Kommission.
 

1987

Die US-"Health Care Financing Administration" schlägt neue Regeln für die Bezahlung von ambulant durchgeführten Operrationen an Krankenhäusern vor. Dies lenkt die Aufmerksamkeit der Krankenhausverwaltungen auf den möglichen Wettbewerb von unabhängigen Zentren für ambulante Operationen. Die Anzahl derartiger Zentren (ambulatory surgewry centers [ASC]) stieg seit 1983 von 41 auf 690.
 

1988

Die größte Leistungserweiterung von Medicare enthält der "Medicare Catastrophic Coverage Act". Er enthält neue Leistungen im Bereich der verordneten Arzneimittel, Begrenzungen der Beteiligung an Ausgaben für OTC-Medikamente und erweitert die Möglichkeiten zur Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen sowie der Dienste qualifizierter Pflegekräfte. Medicaid, das andere staatliche Versicherungssystem für arme US-Amerikaner beginnt einen Teil der Beiträge und der Kosten zu übernehmen, die bei Medicare-Mitgliedern anfallen, die ein Einkommen haben, das unter 100% der US-weiten Armutsgrenze liegen - bekannt als "Qualified Medicare Beneficiaries". Die so genannte "Pepper Commission wurde ferner damit beauftragt die Machbarkeit einer Pflegeversicherung im Rahmen von Medicare zu prüfen.
 

1989

Eine zunehmende Fülle von EG- bzw. EU-Richtlinien greifen in die nationale Regulierung auch von gesundheitlichen Fragen vor allem in der Arbeitswelt ein. Ein frühes Beispiel ist die "EG-Richtlinie über die Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitswesens der Arbeitnehmer bei der Arbeit" vom 12. Juni 1989
 

1990

Der "Omnibus Budget Reconciliation Act (OBRA)" etabliert die so genannte "Specified Low-Income Medicare Beneficiary eligibility group", die mit Einkommen zwischen 100% und 120% des bundesweiten Armutslevels Unterstützung bei ihren Beiträgen aus dem staatlichen Medicaidprogramm erhalten. Außerdem werden das Mammographie-Screening und ein Teil der stationären Leistungen in kommunalen Zentren für psychische Gesundheit (community mental health centers) Leistungen von Medicare.
 

1990

Das "Ryan White Comprehensive AIDS Resources Emergency Act (CARE Act)" ist das einzige große bundesstaatliche Versicherunbgsprogramm, das speziell für die Versorgung von HIV/AIDS-Kranken konzipiert ist bzw. sich um deren Belange speziell kümmert. Die Bundesmittel fließen direkt an die Städte, Bundesstaaten oder andere Versorgungseinrichtungen.
 

1997

Im "Balanced Budget Act (BBA)" wird u.a. das speziell für den Krankenversicherungsschutz von nicht anderweitig versicherten Kindern konzipierte staatliche "State Children's Health Insurance Program (SCHIP) ins Leben gerufen.
 

1999

Gründung des "National Institute for Clinical Excellence (NICE)" am 1. April 1999. NICE gehört organisatorisch zum steuerfinanzierten öffentlichen National Health Service (NHS) Großbritannien und soll Ärzten, Pflegekräften und Patienten die bestmöglichen Informationen zur Gesundheitsversorgung auf der Basis bestmöglich erreichbarer wissenschaftlicher Grundlagen (mit Methoden des Health Technology Assessment [HTA]) liefern. Dabei erstellt NICE auch Leitlinien und bewertet die Erstattungsfähigkeit von Leistungen durch den NHS.
 

2003

Der " MedicarePrescription Drug, Improvement, and Modernization Act (MMA)" enthält die seit Gründung von Medicare umfassendsten Änderungen. Dazu gehört u.a. die Einführung einer "prescription drug discount card", mehre Wettbewerbsmöglichkeiten für "Health Plans" oder neue präventive Leistungen. Arbeitgeber, die ihren berenteten ehemaligen Mitarbeiter einen mit Medicarestandards vergleichbaren Zugang von Arzneimitteln mitfinanzieren erhalten dafür staatliche Zuschüsse.