MeilensteineForum Gesundheitspolitik

Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren

Bitte eine Zeitepoche oder ein Strukturmerkmal anklicken
 

Zeitepochen

1140 - 1880

1881 - 1914

1915 - 1932

1933 - 1945

1946 - 1953

1954 - 1969

1970 - 1976

1977 - 1993

1994 - 2009

 

Strukturmerkmale

Ärzteorganisation

Arbeit und Gesundheit

Arzneimittelregulation

Arztprofession

DDR

Egalisierung von Arbeitern und Angestellten

Einheits-Sozialversicherung versus gegliedertes System

Einnahmebelastung der GKV

Gesundheitspolitik international

Gesundheitspolitik und Europa

Gesundheits-/Sozialeinrichtungen

GKV und Leistungserbringer

GKV-Finanzierung

GKV-Organisation

Honorierung Ärzte

Kodifizierung der GKV

Kodifizierung der GRV

Kodifizierung der Pflegeversicherung

Kodifizierung der Rehabilitation

Kodifizierung der Sozialversicherung

Koordination im Gesundheitswesen

Korporatismus

Kostendämpfung

Krankenhaus

Leistungs-Inklusion

Medizin

Mitglieder-Inklusion

Pflege

PKV

Public Health-Literatur

Psychiatrie

Qualitätssicherung

Selbstbeteiligung

Selbstverwaltung, Repräsentation von Versicherteninteressen

Soziales Klima

Vereinigungsprozess

Verhältnis Sach- und Geldleistungen in der GKV

Verschiebebahnhof-Politik

Versicherungsschutz

Verwissenschaftlichung von Sozial- und Gesundheitspolitik

Honorierung
1896

Inkrafttreten der Preussischen Gebührenordnung (Preugo) für Ärzte, die in ihrer Struktur bis in die letzten Jahre hinein die Struktur der Gebührenordnungen für ambulant tätige Ärzte prägte.
 

1924

Neufassung der Preussischen Gebührenordnung (Preugo) für Ärzte
 

1933

Entwicklung der Allgemeinen Deutschen Gebührenordnung (ADGO) des Hartmann-Bundes als Weiterentwicklung der Preussischen Gebührenordnung (Preugo) für Ärzte
 

1955

Ende der generellen Honorierung ambulanter ärztlicher Tätigkeit durch ein Kopfpauschalsystem und Umstieg in ein System der Einzelleistungsvergütung, dessen flächendeckende Einführung allerdings fast 20 Jahre dauerte. Damit wurde eine Honorierungsform gewählt, die theoretisch einen Anreiz zur Ausdehnung des ärztlichen Leistungsvolumens beinhaltet. Der empirische Nachweis einer damit geförderten angebotsinduzierten Nachfrageerhöhung war und ist aber nicht einfach.
 

1955

Ab 1955 Übergang der ärztlichen Honorierung vom Kopfpauschalsystem zur Einzelleistungsvergütung, deren Verbreitungshöhepunkt Mitte der 1960er Jahre erreicht war: 1967 berechneten 36 % der Orts- und 53 % der Betriebskrankenkassen (diese begannen auch mit Einzelleistungsverträgen) die Gesamtvergütung auf Basis der Einzelleistungsvergütung.
 

1965

Einführung der "Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)" durch die Bundesregierung.
 

1965/66

Neufassung einer getrennten "Ersatzkassen-ADGO"
 

1977

Mit dem Krankenversicherungs-Kostendämpfungsgesetz von 1977 sind die Bewertungsausschüsse für die ärztlichen und zahnärztlichen Leistungen sind vom Gesetzgeber 1977 (KVKG) errichtet worden. Ihre ursprüngliche personelle Besetzung bestand aus sieben Vertretern der Ärzte (bzw. Zahnärzte) und sieben Vertretern der Krankenkassen; auf Seiten der Krankenkassen waren die sieben sogenannten "Kassenarten" vertreten. Zum 1. Juli 2008 sind die Bewertungsausschüsse - als Ergebnis der Gesundheitsreform von 2007 (dem sogenannten Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung - GKV-WSG) - personell verkleinert worden: Anstelle der Vertreter der sieben Krankenkassenarten vertreten nun drei Vertreter des neu installierten Spitzenverbandes Bund der gesetzlichen Krankenversicherung die Krankenkassenseite; ihnen treten drei Vertreter der Ärzte (bzw. Zahnärzte) gegenüber.

Der Bewertungsausschuss erstellt ein Gebührenverzeichnis, nach dem die Vertragsärzte Leistungen zulasten der Krankenkassen abrechnen können. Neben dem Bewertungsausschuss für die ärztlichen Leistungen sieht das Gesetz auch einen Bewertungsausschuss für die zahnärztlichen Leistungen vor.
 

1977

Umstellung des "Bewertungsmaßstab Ärzte (BMÄ)" von DM- auf Punktwerte
 

1987

Reform des "Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) für ärztliche Leistungen" mit Gültigkeit für Patienten aus Ersatzkassen und RVO-Kassen (AOK etc.).
 

1993

Einführung eines Kollektivregress für den Fall, dass Vertragsärzte im ambulanten Bereich ein regional festgelegtes Budgets überschreiten. Dies sollte ohne Rücksicht darauf erfolgen, ob einzelne Ärzte tatsächlich für die Überschreitung verantwortlich gewesen sind. Tatsächlich wurde der Kollektivregress nie durchgeführt und Ende 2001 per Gesetz aufgehoben.
 

1997

Am 1. Juli 1997 werden Praxisbudgets für die kassenärztliche ambulante Versorgung eingeführt. Sie sollen als Instrument zur Mengenbegrenzung ärztlicher Leistungen dienen. Ein Praxisbudget ist die arztgruppenspezifische und fallzahlabhängige Obergrenze für die insgesamt von einem Verteagsarzt abrechenbaren Leistungen. Im Praxisbudget wurden lediglich die Standardleistungen berücksichtigt, d.h. die tatsächlichen Einnahmen einer Arztpraxis konnten durch Zusatzbudgets oder Leistungen außerhalb von Budgets erhöht werden.
 

2002

Das "Gesetz zur Einführung des Wohnortprinzips bei Honorarvereinbarungen für Ärzte und Zahnärzte" legt u.a. fest:

Für alle überregional tätigen Krankenkassen wird ab 2002 für die Vereinbarung der Gesamtvergütungen der Ärzte und Zahnärzte das sog. Wohnortprinzip (Wohnort des Versicherten, nicht des Mitglieds) eingeführt. Das bedeutet, dass die Honorarvereinbarungen jeweils für die Region, in der die Versicherten wohnen, getroffen werden. Für die Ersatzkassen wurde das Wohnortprinzip bereits durch das Gesundheitsstrukturgesetz vom 21. Dezember 1992 eingeführt.

Außerdem werden für die Kassenärztlichen Vereinigungen in den neuen Ländern Gestaltungsräume eröffnet für zusätzliche, bis insgesamt 6 Prozentpunkte über die Grundlohnentwicklung hinausgehende Honorarsteigerungen in den Jahren 2002 bis 2004. Voraussetzung ist, dass die Mehrausgaben der Krankenkassen durch Einsparungen in anderen Leistungsbereichen ausgeglichen werden.
 

2003

Abschaffung der seit 1997 geltenden Praxisbudgets aufgrund eines Urteils des Bundessozialgerichts vom 9. Mai 2002.
 

2009

Seit 1. Januar 2009 werden die Leistungen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit festen Preisen einer Euro-Gebührenordnung vergütet. Damit erhöht sich die Kalkulierbarkeit des ärztlichen Einkommens. Die bisherigen Budgets werden durch ein komplexes und zu Beginn unbekanntes oder unübersichtliches System von Regelleistungsvolumen, Zusatzhonoraren für erwünschte Leistungen (Hausbesuche) und die Leistungsqualität belohnende Zusatzhonorare für die ambulant tätigen Ärzte bereit.