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Schweizer Hausärzte befürworten mehrheitlich die Einheitskrankenkasse

Artikel 0507 55 Prozent der in der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM) zusammengeschlossenen Hausärztinnen und Hausärzte sind für die zukünftige Einführung einer Einheitskrankenkasse. Zur Frage, ob die derzeit 87 Krankenkassen durch eine einzige Kasse ersetzt werden sollen, stimmen die Schweizer Bürger aufgrund einer Volksinitiative am 11.März 2007 ab. Eine interne Umfrage des SGAM-Vorstandes bei seiner Basis im Dezember 2006, an der sich über 1200 Mitglieder (rund 30 Prozent) beteiligten, hat jetzt diese überraschende Position der Allgemeinärzte gezeigt. In der Deutschschweiz halten sich Befürworter und Gegner die Waage, während die Westschweizer der Einheitskasse mehrheitlich zustimmen, was auf nationaler Ebene zu einem Ja-Stimmen-Anteil von 55 Prozent geführt hat.

Zuvor hatten die Hausärzte in der gleichen internen Erhebung die Frage zu beantworten, ob die SGAM überhaupt mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit treten soll, was von über 80 Prozent der antwortenden Hausärzte bejaht wurde. Inhaltlich argumentieren Befürworter und Gegner primär aus der speziellen Perspektive ihres Berufes. Die Sorge um den Erhalt der Hausarztmedizin steht dabei bei allen im Vordergrund und ist auf beiden Seiten die Basis ihrer Argumentation. Die Befürworter der Einheitskasse argumentieren in erster Linie mit ihren langjährigen Erfahrungen im Umgang mit den Krankenkassen. Sie befürchten bei einer Ablehnung weitere Einschränkungen ihrer Therapiefreiheit, noch stärkere Eingriffe in die hausärztliche Tätigkeit und ganz generell eine weitere Zunahme des politischen Einflusses der Krankenkassen (z. B. Verbreitung falscher, irreführender Hausarztmodelle, Ablehnung griffiger Anreizsysteme für Managed-Care-Modelle). Ausserdem kritisieren die Befürworter die unethische und unsolidarische "Jagd nach guten Risiken" auf Seiten der einzelnen Krankenkassen , was die Solidargemeinschaft der Gesellschaft ernsthaft in Frage stelle, zumal sich die Krankenkassen nie ernsthaft um einen echten Risikoausgleich bemüht haben. Auch würde die Gesundheit dadurch zu einem handelbaren Gut degradiert. Bei einer Einheitskasse würden Behörden, Leistungserbringer und Versicherer auf einer gleichberechtigten Ebene entscheiden und die schon lange geforderte Entflechtung zwischen Grundversicherung und den Zusatzversicherungen würde Realität. Das Modell der Sozialversicherungen zeige ausserdem, wie dies funktionieren könne.

Die Gegner befürchten ein bürokratisches "Verwaltungsmonster", das Innovationen verhindere (z. B. alternative Versicherungsmodelle) und den Ärzten aus der Position eines Monopolisten keinen (Verhandlungs-) Spielraum mehr lasse. Eine Einheitskasse verhindere zudem den Wettbewerb und untergrabe das Bemühen um eine kostenbewusste, effiziente Medizin. Zum Volksbegehren "Einheitskasse" siehe auch den Artikel auf dieser Seite: "Schweizer Bürger stimmen über Einheitskrankenkasse ab".

Hier finden Sie die Pressemitteilung der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM) "Mehrheit der Schweizer Hausärzte für die Einheitskrankenkasse"

Gerd Marstedt, 22.1.2007