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10-jährige Kinder lernen kritisches Denken: wegweisende Studie zu Gesundheitswissen

Aussagen darüber, was für die Gesundheit förderlich oder abträglich ist, sind im Alltag häufig. Menschen sollten dazu in der Lage sein, die Verlässlichkeit solcher Aussagen zu beurteilen. Dies ist der Ausgangspunkt einer Forschergruppe für die Entwicklung und Erprobung eines Schulungsprogramms, dem 12 Kernaussagen zugrunde liegen, u.a. folgende: Behandlungen können schädlich sein Persönliche Erfahrungen oder Anekdoten (Geschichten) sind in den meisten Fällen eine unzuverlässige Grundlage für die Beurteilung der Effekte von Behandlungen Weit verbreitete oder seit langer Zeit angewandte [mehr...]

 


"If Anyone Is Going to Take Away Our Business It Should Be Us" - Warum die Tabakindustrie beim "Aufhören" mit dem Rauchen hilft!

Eines muss man der Tabakwarenindustrie lassen: Sie ist einfallsreich und nutzt jede Gelegenheit als Anbieterin in allen Situationen um das Rauchen herum präsent zu sein und damit auch zu verdienen. Dies gilt auch für Angebote, die scheinbar nicht zu ihrem traditionellen wirtschaftlichen Interesse zu passen scheinen, wie therapeutischen Produkten (z.B. Kaugummis), die helfen sollen auf das Rauchen bzw. die Aufnahme von Nikotin zu verzichten ("Nicotine replacement therapy (NRT)"). Als derartige Stoffe in den 1980er Jahren auf den Markt kamen, gehörte die Tabakwarenindustrie zu den [mehr...]


Studie: Stent nicht besser als Plazebo

Angina pectoris-Beschwerden treten als Folge eines geminderten Blutflusses infolge der Verengung eines Herzkranzgefäßes auf. Seit der erstmaligen Aufdehnung solch einer Gefäßverengung mit Hilfe eines Katheters mit einem aufblasbaren Ballons, der über die Leistenarterie in das Herzkrangefäß vorgeschoben wird, hat diese Technik, die auch als perkutane Intervention (PCI) bezeichnet wird, die Kardiologie erobert. Der alleinigen Aufdehnung folgte die Technik der Stent-Implantation, d.h. der Einsetzung einer Gefäßprothese, um die Wiederverengung bzw. den Verschluss zu verhindern. Von diesem Eingriff [mehr...]

 


Evidenz zu den gesundheitlichen Effekten von E-Zigaretten. Mehr als den Herstellern lieb sein dürfte.

Über kaum ein anderes gesundheitsbezogenes Konsumprodukt wurde und wird von Herstellern und ihren Kopflangern derartig viel Desinformation verbreitet oder der Eindruck erweckt "man wisse nichts oder nicht genug" über Nachteile und Risiken als bei Tabakprodukten. Dies gilt in gewissem Maß auch für die aktuell angebotenen Ersatzprodukte wie Iqos oder die E-Zigarette. Insofern sind Informationen darüber, dass es überhaupt einen gesicherten Informationsstand gibt und über dessen wichtigsten Inhalte wichtig. Zu E-Zigaretten ist dies mit den Ergebnissen eines am 23. Januar 2018 [mehr...]


Erleichtern, manchmal ja! Vorbeugen oder merklich heilen, nein! Evidenz zur Wirksamkeit von Mitteln bei gewöhnlicher Erkältung

Für kaum eine Erkrankung gibt es derartig viele unterschiedliche traditionell medizinische, alternative und Haus-Mittel wie zur Prävention und Heilung/Linderung der gewöhnlichen Erkältung. Und da diese Erkrankung eine häufige Begleiterscheinung des Winters ist, lohnt sich zu dieser Jahreszeit ein Blick hinter die Kulissen der marktschreierischen Werbung, das Vertrauen auf "die Natur" oder die Ratschläge der eigenen Oma. Die besten hierfür zur Verfügung stehenden Erkenntnisquellen sind auch hier Cochrane-Reviews, die auf methodisch hochwertigem Niveau (überwiegend durch die Analyse [mehr...]

 


Wie häufig ist die Überversorgung mit nutzlosen oder schädlichen Leistungen und wie viel kostet das? Antworten aus WA und VA (USA)

Über- und Fehlversorgung mit gesundheitlich nicht notwendigen, im besten Fall nutzlosen, im schlimmsten Fall aber für die PatientInnen schädlichen diagnostischen Tests und therapeutischen Interventionen ist eines der international wie national seit vielen Jahren beschriebenen (Haupt-)Probleme der Gesundheitssysteme entwickelter Länder. Bei aller Einigkeit wird die Anzahl der davon Betroffenen und der finanzielle Umfang der Überversorgung aber unterschiedlich bewertet, wenn dazu überhaupt halbwegs präzise Zahlen genannt werden. Hier etwas Abhilfe zu schaffen, war das Anliegen einer Untersuchung [mehr...]


Von den Grenzen der Lernfähigkeit oder "social responsibility" von Tabakkonzernen. Zulassung von iQOS in den USA und Deutschland

Die großen Herstellerfirmen von Tabakwaren für den USA-Markt müssen zwischen November 2017 und März 2018 in den USA in 5 ganzseitigen Anzeigen in 50 Zeitungen und über 12 Monate fünfmal pro Woche in zahlreichen Fernsehsendungen aufgrund eines Gerichtsurteils aus dem Jahr 2006 und nach jahrelangen Versuchen dies zu verhindern erklären, dass ihre Produkte massive Gesundheitsrisiken hatten und haben, sie in der Regel davon wussten, auch die so genannten Light-Produkte nicht gesünder waren oder durch Veränderungen der Zusammensetzung von Zigaretten bewusst zusätzlich Sucht erzeugt wurde. Zu den so [mehr...]

 


"Kann eine einzige Zigarette denn noch nennenswert schädlich sein?" - Ja, und zwar deutlich mehr als erwartet!

Zu den beliebtesten Selbstbeschwichtigungsmantras von Personen, die das Rauchen von Zigaretten eigentlich aufhören wollen, es aber nicht vollständig schaffen, gehört die gegenüber dem "großen" gesundheitlichen Risiko der zuvor täglich gerauchten 20 Zigaretten geschaffte Reduktion auf das vergleichsweise "winzige" gesundheitliche Risiko von einer Zigarette pro Tag. Dass dies ein gewaltiger Irrtum ist zeigt nun eine Metaanalyse von 141 prospektiven Studien zur Assoziation von Rauchen und kardiovaskulären Erkrankungen wie der koronaren Herzerkrankung oder des Schlaganfalls aus [mehr...]


"Want a healthier population? Spend less on health care and more on social services" - in Kanada und anderswo

Eigentlich ist das im Titel zugespitzte Ergebnis einer großen aktuellen Studie in Kanada über den Beitrag von medizinischer Versorgung und Sozialausgaben zur Gesundheit der Bevölkerung seit den Studien von Thomas McKeown (vgl. dazu als einen knappen Überblick zu den Positionen McKeown und ihre Debatte das komplett kostenlos erhältliche International Journal of Epidemiology, Volume 34, Issue 3, 1 June 2005), Michael Marmot (vgl. u.v.a. als Überblick den 2010 veröffentlichten 242-Seiten-Report The Marmot review final report: Fair society, healthy lives oder Richard Wilkinson (u.a. die [mehr...]

 


Über die Folgen unterschiedlicher Arzt-Patient-Kommunikation über die Unsicherheit medizinischer Diagnosen

Ein erheblicher Teil der medizinischen Diagnosen ist mehr oder weniger unsicher oder mangels ausreichender Untersuchungen auch ungesichert. Viele Behandlungsleitlinien empfehlen den Ärzten darüber auch mit dem Patient zu reden. Dass die Art und Weise wie Ärzte darüber mit ihren PatientInnen kommunizieren aber einer Gratwanderung gleicht, zeigt eine am 10. Januar 2018 veröffentlichte Studie aus den USA nachdrücklich. Sofern Ärzte im Gespräch mit PatientInnen nicht prinzipiell den Eindruck erwecken, ihre Diagnose wäre sicher und die darauf basierende Therapie auch, hängt sowohl die Zufriedenheit [mehr...]


USA: Gesundheitsausgaben mit Abstand Platz 1 - Säuglings- und Kindersterblichkeit "rote Laterne" unter 19 anderen OECD-Ländern

Obwohl in den USA der weltweit höchste Anteil von derzeit rund 18% des Bruttoinlandsprodukts für die gesundheitliche Versorgung ausgegeben wird, haben die US-BürgerInnen in mehrerlei Hinsicht deutlich weniger davon als die BürgerInnen in Ländern mit zum Teil niedrigeren Gesundheitsausgaben. Dies konnte bisher vor allem an der Lebenserwartung gezeigt werden, die in den USA trotz der ständig wachsenden Gesundheitsausgaben in weiten Teilen der Bevölkerung sank. Eine aktuelle Studie verglich die Entwicklung der Sterblichkeit von Säuglingen und 1-19 Jahre alten Kindern und Jugendlichen zwischen [mehr...]

 


Verbessern finanzielle Anreize die Qualität gesundheitlicher Leistungen? Nein, und auch nicht wenn sie länger einwirken!

Zu den immer wieder patentrezeptartig empfohlenen Mitteln die Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern gehören finanzielle Anreize für das Erreichen bestimmter quantitativer und qualitativer Ziele der Prozess- und Ergebnisqualität. Eine Fülle derartiger Programme im Bereich der stationären und ambulanten Versorgung existieren und wirken insbesondere in den USA unter der Sammelüberschrift "pay-for-performance" oder P4P bereits seit den 1990er Jahren und wurden dort auch evaluiert. Die wesentlichen Ergebnisse der Evaluationsstudien zu zwei wichtigen P4P-Programmen (die [mehr...]


Website zur Gesundheit von Migranten und Flüchtlingen

Die Flüchtlingszahlen erreichten 2016 den höchsten jemals erfassten Stand: Laut des Jahresberichts der Flüchtlingshilfsorganisation der Vereinten Nationen (UNHCR) gab es Ende 2016 65,7 Mio Flüchtlinge (der Migrationsbericht der UN gab die Anzahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden mit 25,9 Millionen an). Davon waren 22,5 Millionen Verfolgte aufgrund von Krieg und Menschenrechtsverletzungen, 40,3 Millionen waren Binnenflüchtlinge und 2,8 Millionen Asylsuchende. Etwa 50% aller Flüchtlinge waren Kinder unter 18. Jeden Tag waren ca. 34.000 Menschen gezwungen, ihren Wohnort wegen kriegerischer oder [mehr...]

 


Häufigkeit unerwünschter Behandlungsereignisse sinkt - mindestens in Großbritannien

Es gibt Hinweise, dass manche bedrohliche wirkende Entwicklung der Häufigkeit von Erkrankungen nicht auf einer tatsächlich größeren Häufigkeit beruht, sondern z.B. Effekt der Zunahme von Gesundheitssendungen oder Rubriken und der ausführlicheren Berichterstattung sind oder darauf beruhen, dass die Scham oder Rücksichtnahme bestimmte Erkrankungen (z.B. psychische Erkrankungen) nicht als solche zu diagnostizieren oder zu berichten, geschwunden ist. Daher sollte vor jedem Alarmismus der mögliche Einfluss dieser und weiterer Determinanten geprüft werden. Dass dies möglicherweise auch für andere [mehr...]


Entgegen gesundheitsökonomischen Erwartungen: Selbstbehalte reduzieren nicht die Inanspruchnahme wertloser Gesundheitsleistungen

Die Erwartung immer noch zahlreicher Gesundheitsökonomen durch materielle Anreize die Inanspruchnahme tatsächlich oder vermeintlich unnötiger Gesundheitsleistungen zu verhindern und damit u.a. Kosten zu sparen, wird in den allermeisten Fällen empirisch widerlegt oder geht mit so vielen unerwünschten Nebenwirkungen einher, dass das jeweilige Anreizmodell eingestellt wird. Im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) war dies zuletzt bei der Praxisgebühr der Fall, wo u.a. auch notwendige Arztbesuche vermieden oder so weit verschoben wurden, dass die Kosten für zusätzlich notwendige [mehr...]

 


Informationsmängel über die Möglichkeiten nach Obamacare krankenversichert zu sein häufig und politisch gewollt

Zu den Schwachstellen der "health literacy" oder Gesundheitskompetenz gehört auch mangelndes Wissen über gesundheitsbezogene Gesetze und die sich daraus ableitenden Rechte von Versicherten oder PatientInnen. Nichtwissen und vorsätzliche oder fahrlässige Nicht- oder Desinformation kann in vielen Fällen zu massiven gesundheitlichen und/oder finanziellen Nachteilen führen. Ein konkretes Beispiel dafür zeigt sich gerade in einer aktuellen Befragung zum Wissen us-amerikanischer BürgerInnen über ihre Rechte und Möglichkeiten eine Krankenversicherung abschließen zu können. Hier hatte der [mehr...]


Alter=schwere Sehbehinderung oder Blindheit? Inzidenz von Sehbehinderung und Erblindung durch Makuladegeneration nimmt stetig ab!

Zum Inventar der Debatten über die altersbedingte "kränker werdende Gesellschaft" gehören eine Reihe von chronischen oder degenerativen Erkrankungen mit mehr oder weniger gravierenden Einschränkungen körperlicher, geistiger und sozialer Funktionen. Dazu gehört auch die so genannte Makuladegeneration, eine Erkrankung der Netzhaut des Auges, die im besseren Fall zu Sehunschärfen, im schlimmsten und nicht seltenen Fall zu hochgradiger Sehbehinderung und Blindheit führen kann. Dass es sich dabei nicht um eine stetig wachsende und unvermeidliche Entwicklung oder gar eine [mehr...]

 


Verlässlichkeit und Nutzen der Antwort auf die Frage nach dem selbst wahrgenommenen Gesundheitszustand erneut bestätigt

Bereits eine Reihe von methodisch hochwertigen Studien in den 2000-Nuller-Jahren hatten belegt, dass der mit einer Frage mit 5 Antwortmöglichkeiten erhobene subjektiv wahrgenommene Gesundheitszustand ein einfach einsetzbarer, valider und reliabler Indikator oder Prädiktor für die aktuelle wie künftige gesundheitliche Situation ganzer Bevölkerung oder einzelner "Risikogruppen" ist (siehe dazu den 2009 verfassten Überblick Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands: Studien bestätigen wieder einmal die Zuverlässigkeit dieses Indikators). Kritisiert wurde an diesem Indikator, dass er [mehr...]


Wie viel Erkrankte und Tote kostete die Reduktion eines Anti-Malariaprogramms der US-Regierung um 44%?

Bei vielen Gesundheitsprojekten ist weder bei ihrer Entwicklung und Implementation noch dann, wenn sie vor allem durch Mittelkürzungen abgebaut werden, klar, welche konkreten gesundheitlichen Auswirkungen damit zu erwarten sind. Für einen aktuellen Fall wurden die wahrscheinlichen Effekte auf die Erkrankungshäufigkeit und die Sterblichkeit in einer Modellberechnung im Department of Infectious Disease Epidemiology im Imperial College London ermittelt. Es geht um die für 2018 in der Haushaltsplanung des US-Kongress vorgeschlagene Reduktion des Budgets der so genannten "President's Malaria [mehr...]

 


Funktionale Behinderungen von älteren Personen sind in den letzten 30 Jahren weniger geworden - zumindest in Schweden

Eine der mit dem demografischen Wandel einhergehende gesundheits- und sozialpolitisch wichtige Frage ist, ob die längere Lebenserwartung mit einer Zunahme gesundheitlich beeinträchtigter oder behinderter Personen verbunden ist oder das individuelle Risiko dafür gleich bleibt oder sogar sinkt. Letzteres kann, muss aber nicht, bei einer gleichzeitigen Zunahme der älteren Bevölkerung trotzdem zu einer Zunahme der Gesamtzahl dieser Personen führen. Eine Methode, um diese Frage beantworten zu können, sind Vergleiche gesundheitlicher Zustände in zwei oder mehreren Kohorten mit jahrzehntelangem [mehr...]


Frühere Artikel:

Grenzen des Zugangs zur gesundheitlichen Versorgung von objektiv Bedürftigen im "sozialen Europas" größer als erwartet.
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