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Prävention
Früherkennung, Screening


Mammografie-Screening: Häufige Überdiagnosen als gravierender Kollateralschaden (3.11.16)
Neues vom PSA-Screening Teil 2 von 2 - Früh erkannter Prostatakrebs: Komplikationen häufig bei aktiver Behandlung (27.10.16)
Neues vom PSA-Screening Teil 1 von 2 - Früh erkannter Prostatakrebs: Sterblichkeit gering ohne und mit Behandlung (27.10.16)
Diagnostische Variabilität der Biopsien von Brustgewebe je nach Art der Zellveränderung erheblich (22.3.16)
Rückgang der Inzidenz und Mortalität von Darmkrebs durch Vorsorgekoloskopie - Ja, mit kleinen Einschränkungen (4.3.16)
USA: Zu viele Früherkennungsuntersuchungen trotz guter Leitlinien (19.8.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung 4 - Mit Sicherheit nutzlos, trotzdem verbreitet: Krebsfrüherkennung bei Alten und Kranken (19.2.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung 3 - "Falscher Alarm" bei Brustkrebsfrüherkennung bewirkt psychische Langzeitschäden (19.2.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung 2 - Quantität und Qualität der Studien zu psychischen Folgen von Krebsfrüherkennung unzulänglich (19.2.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung 1 - Schäden werden nicht ausreichend erforscht (19.2.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung - 4 neuere Studien (19.2.15)
Sicher nutzlos aber verbreitet: Krebsfrüherkennung bei Alten und Kranken (25.10.14)
16% oder 0,3% - Relativ oder absolut und was folgt daraus für das Screening von Lungenkrebs? (19.10.14)
"Wenn Sie so weiter machen, kriegen Sie wahrscheinlich ohne Statine bald einen Herzinfarkt …." oder Irrtum des Risikokalkulators!? (15.10.14)
Mammografie-Screening 3: Frauen schlecht informiert über Nutzen und Risiken (21.4.14)
Mammografie-Screening 2: Gynäkologen schlecht informiert über Nutzen und Risiken (20.4.14)
Mammografie-Screening 1: Nutzen fraglich, wenn dann bestenfalls gering (16.4.14)
Vorsicht "Bluttests": Über- und Fehlversorgung durch umfassende und wiederholte Leberfunktionstests (29.8.13)
Über-/Fehlversorgung mit Koloskopien für knapp ein Viertel der 70-jährigen und älteren US-BürgerInnen (15.3.13)
Wie viele Jahre müssen Darm- und Brustkrebs-Gescreente noch leben, um den Überlebensnutzen der Untersuchungen genießen zu können? (3.3.13)
"Hoch zufrieden" und als hilfreich geschätzt, nur womit und wofür? Mammografie-PR statt Argumente für informierte Teilnahme (19.2.13)
"Auf den Hund gekommen" - Medizinisch-animalisch-olfaktorischer Fortschritt beim Umgang mit nosokomialen Infektionen in Holland (23.12.12)
Gesundheitsuntersuchungen oder der Check-up-35 haben wahrscheinlich keinen Nutzen, erhöhen aber das Risiko von Überdiagnostik (18.10.12)
Krankheitsfrüherkennung von Eierstockkrebs - Ärzte missachten Evidenz (12.8.12)
Weniger operieren bei lokal begrenztem Prostatakarzinom (25.7.12)
PSA-Massenscreening "nein danke" oder allenfalls noch individualisierte Suche nach Prostatakarzinom-Prädiktor!? (7.6.12)
Die Mär vom "guten" Cholesterin: Ursachen und Prävention des Herzinfarkt-Risikos sind komplexer. (17.5.12)
Bis zu 10 Überdiagnosen auf einen durch Früherkennung verhinderten Tod an Brustkrebs (21.4.12)
15-Jahres-Intervall für Knochendichtemessung reicht bei 67+-jährigen nicht schon erkrankten Frauen zur Osteoporose-Prophylaxe aus (4.4.12)
PSA-Screening senkt auch nach 13 Jahren Beobachtungszeit nicht das Risiko an Prostatakrebs zu sterben (10.1.12)
US-Empfehlung: Schluss mit PSA-basiertem Prostatakrebs-Screening bei gesunden Männern! Deutsche Urologen: "zu drastisch"! (9.10.11)
Prävention koronarer Herzerkrankungen: Keine Evidenz für das Screening symptomfreier Erwachsener mit Ruhe- und Belastungs-EKGs (29.9.11)
Screening, Überdiagnostik und Überbehandlung: Anstieg der Brustentfernungen statt Abnahme nach Einführung von Brustkrebs-Screening (14.9.11)
Hausärzte in Brandenburg: Gesetzliche "Gesundheitsuntersuchung" nicht sinnvoll, außer mit IGeL-Zusatzleistungen (2.9.11)
Medizinisch-technischer Fortschritt: teuer, aber gut und nützlich!? Das Beispiel der softwaregestützten Analyse von Mammogrammen. (14.8.11)
40 Jahre "war on cancer", 20 Jahre "Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening trial" und kein "Sieg" in Sicht! (11.6.11)
Bessere Entscheidungen durch evidenzbasierte Informationen zur Darmkrebsfrüherkennung (7.6.11)
Eierstockkrebs-Screening bringt nachweisbar Schaden durch nicht notwendige Operationen aber keinen Nutzen bei der Mortalität. (20.5.11)
Auch nach 20 Jahren: Kein signifikanter Nutzen des PSA-Tests zur Senkung des Risikos an Prostatakrebs zu versterben zu entdecken! (5.4.11)
"Der Mensch ist ein soziales Wesen" und zwar fast immer! Was hat dies mit erfolgloser Gesundheitsaufklärung zu tun? (5.11.10)
Verschwenderisch, nutzlos, inhuman: Warum erhalten todkranke Krebspatienten noch Untersuchungen zur Früherkennung? (3.11.10)
Neueste Daten zur Früherkennung von Prostatakrebs - keine Senkung der Sterblichkeit (1.10.10)
"Warten auf den medizinisch-technischen Fortschritt!?" Das Beispiel "Humane Genome Project" (23.6.10)
Falsch-positive Ergebnisse des Lungenkrebs-Screenings per CT und Bruströntgen samt sinnlosen Eingriffen höher als erwartet (9.5.10)
Früherkennung von Lungenkrebs mit Computertomographie: Risiken sicher, Nutzen nicht (24.4.10)
Brustkrebs-Früherkennung: doch effektiv? Wie unterschiedliche Studienergebnisse zu erklären sind. (20.4.10)
Wirksamkeit von Brustkrebs-Screening überaus fraglich (24.3.10)
Das "Behandlungs-Risiko-Paradox": Steigende Anzahl von Ultraschalluntersuchungen schwangerer kanadischer Frauen = höhere Risiken? (9.2.10)
Gibt es Überversorgung bei Screeningangeboten? Beim "Pap-Test" neigen amerikanische Ärzte sogar gewaltig dazu. (8.11.09)
Zu viel Medizin? Die Früherkennung von Prostatakrebs führt zu massenhafter Überdiagnostik und Übertherapie (12.9.09)
US-Studie zeigt: Machos gehen sehr viel seltener zur medizinischen Vorsorge-Untersuchung (20.8.09)
Nutzen von Krebsfrüherkennung wird von Patienten deutlich überschätzt, Deutsche besonders schlecht informiert (12.8.09)
Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie: Ein Drittel aller Karzinome ist harmlos und überdiagnostiziert (10.8.09)
Jeder sechste Niederländer hat schon medizinische Selbsttests gemacht zur Diagnose von Diabetes oder Cholesterin (21.4.09)
Schweiz: Nur 50% der Ärzte ist vom Nutzen des PSA-Tests überzeugt, aber 75% empfehlen ihn aus juristischen Erwägungen (23.3.09)
"Die Kernfrage ist nicht, ob das PSA-Screening effektiv ist, sondern ob es mehr nützt als schadet." - Neues und Widersprüchliches. (21.3.09)
US-Experten: Wenig bis keine Evidenz des Nutzens von Hautkrebs-Screening oder ärztlicher Beratung über Hautkrebsprävention (18.2.09)
Übergewicht und Adipositas wird auch bei Kindern und Jugendlichen von US-Ärzten viel zu oft übersehen (31.12.08)
Solide Basis für Beratung über Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung (12.11.08)
Mammographie-Broschüre bemüht sich um ausgewogene Information (2.11.08)
Aktuelle Informationen zum Thema "Krebsfrüherkennung" per Email (6.9.2008)
Ausgewogene Informationen: Gemeinsamer Bundesausschuss verabschiedet Merkblatt zur Früherkennung auf Gebärmutterhalskrebs (4.9.2008)
Das Abtasten der Brust zur Krebsfrüherkennung senkt die Mortalität nicht. Cochrane-Studie sagt: "Nicht zu empfehlen" (16.7.2008)
Der Kylie-Effekt: Prominente können auch Schaden anrichten, wenn sie ihre Krankheit öffentlich machen (9.6.2008)
Früherkennung von Prostatakrebs durch den PSA-Test: Schaden ja, Nutzen nein (15.4.2008)
Primärprävention in der ärztlichen Praxis: Zumindest in deutschen Praxen wird Krankheitsvorbeugung klein geschrieben (14.3.2008)
Untersuchungen zur Früherkennung: Ein Drittel der Bevölkerung bezweifelt den klaren Nutzen (4.1.2008)
Brustkrebs-Diagnosen durch Mammographie: Die Treffsicherheit von Ärzten ist extrem unterschiedlich (16.12.2007)
Früherkennung von Prostatakrebs: Bessere Information von Patienten senkt die Teilnahmebereitschaft (17.10.2007)
Übergewicht: Eine bedeutsame Veränderungsbarriere ist auch die mangelhafte Diagnose und Therapieberatung durch Ärzte (26.8.2007)
Umfassende HPV-Impfung würde 200 Mio Euro kosten - Wissenschaftler erkennt bessere Möglichkeiten der Prävention (28.3.2007)
Eine Checkliste für die Gesundheit soll US-Amerikaner zu noch mehr Früherkennungs - Untersuchungen motivieren (22.3.2007)
Erzwungene Vorsorge-Untersuchungen bei Kindern zur Vermeidung häuslicher Gewalt sind der falsche Weg (4.2.2007)
Neue Studien schüren weiteren Zweifel am Nutzen des Mammographie-Screening (8.1.2007)
Der Unsinn der Bestrafung von Krebskranken bei Nichtinanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen (11.12.2006)
Über- und Fehlversorgung beim PSA-Screening für ältere Männer (15.11.2006)
Früherkennungsuntersuchungen: Nicht-Teilnahme soll finanziell bestraft werden (30.10.2006)
Brustkrebs: EU fordert Staaten zu mehr Anstrengungen bei der Früherkennung auf (18.10.2005)

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Früherkennung, Screening
 

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Untersuchungen zur Früherkennung: Ein Drittel der Bevölkerung bezweifelt den klaren Nutzen

Artikel 1083 Seit Jahren beklagen Mediziner wie Gesundheitswissenschaftler die geringe Teilnahme von Versicherten an Früherkennungsuntersuchungen, denn nur etwa 47 Prozent der Frauen und 18 Prozent der anspruchsberechtigten Männer beteiligen sich gegenwärtig an der Krebsfrüherkennung. Zugleich wird allerdings immer wieder auch Kritik laut an einzelnen Untersuchungen. So hat die Stiftung Warentest 46 gängige Früherkennungsverfahren untersucht (die allerdings nur zum Teil GKV-Leistungen sind). Das Ergebnis lautet: "Die meisten Methoden sind für die Krebsfrüherkennung nicht oder nur wenig geeignet." (vgl.: Früherkennungsuntersuchungen: Nicht-Teilnahme soll finanziell bestraft werden). Eine aktuelle Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WidO) zur Akzeptanz von Früherkennungsmaßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung versucht nun, den Motiven der Teilnahme und Nicht-Teilnahme näher auf die Spur zu kommen.

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass längst nicht alle teilnahmeberechtigten Versicherten wissen, dass sie einen Anspruch auf kostenlose Früherkennungsuntersuchungen haben. Die Angaben zur Teilnahme an den einzelnen Untersuchungen sind jeweils sehr unterschiedlich. Insgesamt haben 23 Prozent der anspruchsberechtigten Männer und 6 Prozent der Frauen überhaupt noch nie an einer Krebsfrüherkennung teilgenommen. Diese Tatsache wird in erster Linie damit begründet, dass man sich "gesund fühlt".

Weitere Ergebnisse der Umfrage:
• Frauen sind besser über die Ansprüche auf Früherkennungsuntersuchungen informiert als Männer.
• Am bekanntesten ist die jährliche Krebsfrüherkennung für Frauen: 88 Prozent der Frauen kennen ihren Anspruch auf diese Untersuchung.
• Rund 30 Prozent haben noch nie an einem Gesundheits-Check-up für Versicherte ab 35 Jahren teilgenommen. Insbesondere in der Altersgruppe der 35- bis 39-Jährigen nehmen die Versicherten das Angebot unterdurchschnittlich wahr. Dabei zeigen sich kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
• Bei den Gründen für eine bislang fehlende Teilnahme wird am häufigsten angegeben: "weil ich mich gesund fühle". Möglicherweise vertreten die Versicherten die veraltete Auffassung (als Krebstherapie noch fast ausschließlich Operation bedeutete), Früherkennungsuntersuchungen nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn subjektiv erste Anzeichen einer Erkrankung vorliegen. Als zweithäufigste Begründung für die Nichtteilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen wurde angegeben: "weil ich nichts davon wusste".
• Mehr als ein Drittel der Befragten (38 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen) stimmen der Aussage zu, dass Früherkennungsuntersuchungen auch Ergebnisse liefern können, die gar nicht richtig sind.
• Ebenfalls mehr als ein Drittel der Versicherten stimmen der Aussage zu, dass auch durch die Teilnahme an Früherkennungen der Krebs meist nicht früh genug erkannt wird".
• Fast ein Drittel der anspruchsberechtigten Befragten stimmt ferner - mit dem Alter zunehmend - der Aussage zu, dass bei vielen Früherkennungsuntersuchungen der Nutzen nicht klar und eindeutig ist.

Seit 1998 führt das Wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen (WidO) jährlich Versichertenbefragungen zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen durch. Die repräsentative Stichprobe umfasst 3.000 Personen ab 18 Jahren, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Die befragten Versicherten verteilen sich auf alle Krankenkassen. Hier sind die Umfrage-Ergebnisse:
WidO Monitor 3/2007: Wahrnehmung und Akzeptanz von Früherkennungsuntersuchungen.

In einer zweiten jetzt ebenfalls veröffentlichten Studie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Stiftung LebensBlicke (Mannheim) über die Darmkrebsfrüherkennung wurden von August bis Dezember 2006 insgesamt 150 Interviews mit Menschen ab dem 40. Lebensjahr durchgeführt. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen nach den Zusammenhängen zwischen Wissen, Einstellung und Verhalten gegenüber der Darmkrebsfrüherkennung. Als Ergebnis wird in der Zusammenfassung der Studie hervorgehoben:
• "Nur etwa ein Drittel der Interviewten ist an der Krebsprävention interessiert. Ebenso konnte nur ein Drittel der Interviewten zutreffende Angaben über die Ursachen von Darmkrebs machen. Bei etwa der Hälfte wird die Körperlichkeit als ein unspezifisches Phänomen erlebt, über dessen Selbstverständlichkeit nur vermittels Krankheit und körperlichem Funktionsverlust nachgedacht und emotional reagiert wird."
• "Die Analyse der Antworten bestärkt die Hypothese, wonach Schamempfindungen und Schamabwehrreaktionen auf sehr subtile Weise an das Thema Darmkrebs gekoppelt sind. Eine große Mehrheit der Interviewten hat deswegen emotionale Schwierigkeiten mit der Darmkrebsfrüherkennung. Wenn es gelingt, diese aufzulösen, kann die Kommunikation über die Darmkrebsfrüherkennung deutlich profitieren."

Nicht-Akzeptanz der Darmkrebsfrüherkennung - Eine Studie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Stiftung LebensBlicke (Mannheim) (Deutsche Krebsgesellschaft: Forum DKG 5/07)

Gerd Marstedt, 4.1.2008