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Studienregister - kein Schutz vor manipulierten Studien
Die Integrität biomedizinischer Forschung gilt als gefährdet. So ist
z.B. die Nicht-Veröffentlichung ganzer Studien oder der Teile, die den
Interessen industrieller Sponsoren widersprechen, gängige Praxis (Rubrik
"Einflussnahme der Industrie"). Eine Reaktion der Politik auf die
Missstände sind Studienregister, in denen vor Beginn bestimmte Angaben
über die jeweilige Studie hinterlegt werden sollen. So hat das
International Committe of Medical Journal Editors die Registrierung von Studien
vor ihrem Beginn ab 2005 zur Voraussetzung der Veröffentlichung gemacht.
Die
amerikanische [mehr...]
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Therapietreue - Ansatz zu verbesserter Gesundheit und zur Kostendämpfung
Zwei Studien aus Kanada liefern überzeugende Hinweise auf die große
Bedeutung der Adherence sowohl für das Auftreten und den klinischen Verlauf
chronischer Krankheiten als auch für die Ausgabenentwicklung eines
Gesundheitswesens. Adherence lässt sich im Deutschen am treffendsten als
Therapietreue übersetzen und umfasst sowohl den Aspekt fortgesetzter
Behandlung ( Persistenz) als auch die Einnahme nach empfohlener Dosierung (
Compliance). Nicht zuletzt die wachsende Diskrepanz zwischen
medizinisch-pharmakologischem Fortschritt und der hinterher hinkenden
Eindämmung der Volkskrankheiten
wie [mehr...]
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Ein Hauch von Scylla und Charybdis: Einmalige Gabe einer Jahresdosis Vitamin D zur Sturzprävention ist nicht erfolgreich
Die regelmäßige Einnahme von Vitamin D kann Ältere vor
Stürzen und damit verbundenen Knochenbrüchen schützen. Das
Problem ist lediglich, dass Ältere sich aus unterschiedlichsten
Gründen oft nicht an die Einnahmevorschriften für Arzneien halten und
der Schutzeffekt von Vitamin D daher schwindet. Ein bei erstem Hinsehen genialer
Trick hat leider nicht das gehalten, was man sich davon versprochen hatte: Eine
im Herbst oder Winter verabreichte einmalige Gabe einer hohen Dosis, die
für ein ganzes Jahr ausreicht, führte in einer methodisch gut
abgesicherten Studie leider zu
einer [mehr...]
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Wer nutzt und wer versteht die Kennzeichnungen von Lebensmittel-Produkten?
Das Europäische Parlament hat am 16.6.2010 unter massivem Druck vieler
großer Hersteller von Lebensmitteln die vielfach gewünschte und auch
für hilfreich und wirksam gehaltene Ampelkennzeichnung von
Lebensmittelprodukten verworfen und damit im Kern die alte Kennzeichnungsform
über den Nährwertgehalt verpflichtend erhalten. Mit der
verpflichtenden umfangreichen Nährwertkennzeichnung (vor allem über
den Energiegehalt, Fette, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz) in
gut lesbarer Form auf der Vorderseite der Verpackung sollen, so die
erfolgreichen Antragsteller, Verbraucher eine gut
überlegte [mehr...]
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Oberschicht-Angehörige haben bei Krebserkrankungen eine deutlich längere Überlebensrate
Eine kanadische Studie, die knapp 40.000 Krebserkrankungen in der kanadischen
Provinz Ontario untersucht hat, kam jetzt zu dem Ergebnis, dass Angehörige
oberer Sozialschichten eine deutlich höhere Überlebensrate haben als
Unterschicht-Angehörige. Diese jetzt in der Fachzeitschrift
"Cancer" veröffentlichten Ergebnisse sind insofern
überraschend, als sich bei der Erstdiagnose kein Unterschied im Schweregrad
und Stadium der Krebserkrankung gezeigt hatte, wenn man Erkrankungen in den
verschiedenen Sozialschichten miteinander verglich. Die Forschungslage zum
Zusammenhang
von [mehr...]
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Mythen zur Gesundheitspolitik: Auch in gebildeten Bevölkerungskreisen weit verbreitet
Gesundheitspolitische Entscheidungen der letzten Jahrzehnte gingen nicht selten
von Annahmen über ökonomische und soziale Verhältnisse aus, die
schon seit vielen Jahren als Mythen charakterisiert und kritisiert wurden.
Solche Mythen sind keine Hirngespinste, simple Manipulationen oder
"hinterlistige" Verschwörungstheorien, sondern Umwandlungen
komplexer sozialer oder geschichtlicher Sachverhalte in einfachere
Zustände, bei denen immer "einiges unter den Tisch" fällt.
Braun u.a. und zuletzt Reiners haben gesundheitspolitische Mythen aufgegriffen
und gezeigt, wie stark
diese [mehr...]
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Lebensmittel aus der Fernsehwerbung: Einfach nur ungesund
Eine US-amerikanische Studie hat einen Monat lang knapp 100 Stunden lang
Fernsehsendungen samt der eingestreuten TV-Werbespots aufgezeichnet und die dort
präsentierte Werbung für Lebensmittel analysiert. Das Ergebnis war
überaus erschreckend: Würde man eine Mahlzeit nur aus jenen Produkten
zusammenstellen, für die im Fernsehen geworben wird, wäre dies in
gesundheitlicher Hinsicht mehr als bedenklich. Für diese Mahlzeit wurden
die Durchschnittswerte der in der Werbung gezeigten Nahrungsmittel errechnet.
Heraus kam bei dieser Mahlzeit mit einem Brennwert von 2.000 kcal: Sie enthielte
das
25fache [mehr...]
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Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung: Probleme und Interessen älterer Arbeitnehmer
In Griechenland, Spanien und Frankreich trieben im Mai 2010 Pläne der
Regierungen zur Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters (zurzeit 60 Jahre)
Hunderttausend von Demonstranten auf die Straßen. In den Niederlanden
einigten sich jetzt Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften auf eine
schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre und in Deutschland ist
bereits gesetzlich festgelegt, dass das Renteneintrittsalter in kleinen
Schritten bis zum Jahre 2029 von derzeit 65 auf dann 67 Jahre steigt. Das
Durchschnittsalter der Erwerbsbevölkerung in Europa steigt also deutlich,
auch im Gefolge
dieser [mehr...]
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US-Massenmedien und Krebs - Nebeneinander von Risiko-Verharmlosung und Schweigen über palliative Angebote
Krebserkrankungen gehören zu den häufigsten schweren Erkrankungen in
allen industrialisierten Gesellschaften und auch zu den tödlichsten. In den
USA sterben trotz vieler medizinisch-technischer Fortschritte noch rund die
Hälfte der an Krebs erkrankten Personen - nicht selten nach schweren
Schmerzen und heftigen Nebenwirkungen von Chemotherapie und anderen aggressiven
Therapien. Entsprechend große Aufmerksamkeit genießen daher die
Erkrankungen und ihre Therapien in den Massenmedien. Nur was eigentlich im
Mittelpunkt der Berichterstattung der Print-Massenmedien steht und was nicht,
ist [mehr...]
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Meta-Analyse von 148 Studien zeigt: Soziale Isolation und Einsamkeit sind ein höheres Gesundheitsrisiko als das Rauchen
Unzureichende soziale Kontakte und Isolation, so hat eine jetzt in der
Zeitschrift "PLoS Medicine" veröffentlichte Meta-Analyse gezeigt,
erhöhen das Sterblichkeitsrisiko um 50 Prozent im Vergleich zu anderen
Bevölkerungsgruppen mit starken sozialen Beziehungen. 148 Studien mit
308.849 Teilnehmern wurden von dem US-amerikanischen Forschungsteam in die
Meta-Analyse einbezogen und noch einmal neu bilanziert. Dabei versuchte man, die
Effektstärke unterschiedlicher Formen sozialer Kontakte für die
Mortalität zu bestimmen. In die Analyse einbezogen wurden nur Studien: die
über
einen [mehr...]
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Möglichkeiten und Grenzen von BürgerInnenbeteiligung in der Gesundheitspolitik und Gesundheitsforschung - Ein Cochrane-Review
Viele empirische Versuche, die Gesundheitspolitik oder verschiedenste inhaltlich
relevante Methoden und Instrumente der gesundheitlichen Versorgung u.a. durch
Beteiligung von BürgerInnen bürgerorientierter und vor allem wirksamer
zu gestalten, mussten ihren Erfolg niemals im Rahmen systematischer Evaluation
nachweisen noch waren veröffentlichte Ergebnisse vor Verzerrungen jedweder
Art gefeit. Das rechtfertigende Argument, das in den Leistungsbereichen der
medizinischen Versorgung angewandte Untersuchungsdesign randomisierter
kontrollierter Studien, sei bei sozialen Interventionen
oder [mehr...]
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Neues aus der Demografieforschung: Wir leben nicht länger, weil der Alterungsprozess länger dauert, sondern später anfängt!
Ist die in den meisten europäischen und nordamerikanischen Ländern
auch heute noch stetige Verlängerung der Lebenserwartung in Richtung 90 und
mehr Jahre der nächste Höhepunkt der "demografischen
Bedrohung" oder muss man sich vielmehr überlegen, was die immer
zahlreicher werdenden 90+-Menschen mit den immer mehr werdenden gesunden
Lebensjahren anfangen können? Auf diese Frage liefert jetzt eine
materialreiche Studie zum Stand der demografischen Forschung des Rostocker
Bevölkerungswissenschaftler James Vaupel in der renommierten
Wissenschaftszeitschrift "Nature"
klare [mehr...]
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"Kann denn das bisschen Rauch gefährlich sein?" - Kurzinformationen zum Gesundheitsrisiko "Passivrauchen"
Auch wenn das Statistische Bundesamt gerade meldet, dass die Steuereinnahmen
durch Zigaretten im zweiten Quartal 2010 u.a. wegen der gestiegenen Preise 10 %
niedriger lagen als im Vergleichsquartal des Vorjahrs, stieg der Großteil
der Raucher nicht aus, sondern nur auf selbstgedrehte Glimmstengel um. Damit
tragen sie aber auch weiterhin zu einem immer besser beschriebenen
Gesundheitsrisiko durch Aktiv- und Passivrauchen bei, dessen Dimensionen das
Robert Koch Institut in der aktuellen Ausgabe Nr. 3 seines Info-Dienstes
"GBE-kompakt" zum Thema Passivrauchen nochmals kurz und
gut [mehr...]
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"These data should not see the light of day to anyone outside of GSK". Risikowissen vorsätzlich durch Hersteller unterdrückt!
Der damals für die Arzneimittel-Richtlinien verantwortliche Bundesausschuss
der Ärzte und Krankenkassen (also eine Art Vorläufer des heutigen
Gemeinsamen Bundesausschuss [G-BA]) hat in seiner Sitzung am 3. Mai 2001 den
Therapiehinweis nach Ziffer 14 Arzneimittel-Richtlinien für
Thiazolidindione ("Glitazone") beschlossen, der zum Beispiel für
die Wirkstoffe Pioglitazon und Rosiglitazon gilt. Der Wirkstoff wurde u.a. in
den Mitteln Actos und Avandia der Arzneimittelunternehmen Takeda und
GlaxoSmithKline (GSK) galt. Zu den Risiken heißt es unter anderem:
"Über die Sicherheit
der [mehr...]
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Leider auch bei 35 Grad im Schatten und im Urlaub: Vorsicht vor offiziellen Mitteilungen zur Badegewässerqualität.
Passend zur Jahreszeit verkünden Kurverwaltungen, Tourismuszentralen und
kommunale Verantwortliche für Baggerseen und Flußläufe nahezu
unisono: Die Wasserqualität der Gewässer sei gut und erreiche nahezu
Trinkwasserqualität. Dass auch hier regionalwirtschaftliche Interessen vor
gesundheitlichen stehen könnten, konnte man angesichts des optischen
Zustands mancher Gewässer schon immer befürchten. Und einzelne
Nachmessungen für Strände an Ost- und Nordsee durch den ADAC stuften
auch in diesem Jahr manchen offiziell unbedenklichen Platz als
"bedenklich" ein. Wesentlicher Indikator für
die [mehr...]
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Schwedische ADHS-Studie: Medikamente werden häufiger verschrieben bei unterprivilegierten Müttern
Eine große schwedische Studie, in der jetzt Daten von 1,1 Millionen
Kindern und Jugendlichen (Alter 6-19 Jahre) analysiert wurden, hat gezeigt: Das
sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitäts-Syndrom findet sich sehr
viel häufiger bei Kindern, wenn Mütter aus unterprivilegierten
sozialen Milieus kommen, also eine geringe Schulbildung aufweisen,
alleinerziehend sind oder von Sozialhilfe leben. Genauer gesagt, wurde die
Verteilung von ADHS nicht anhand ärztlicher Krankheitsdiagnosen untersucht,
sondern die Verschreibung bestimmter, für die Krankheit typischer
Medikamente wie
Ritalin [mehr...]
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Wie verallgemeinerbar sind Ergebnisse von und Empfehlungen aus RCT? Externe Validität am Beispiel Asthma.
Leitlinien oder therapeutische Empfehlungen auf der Basis evidenter Ergebnisse,
die aus den bestmöglichen Studien gewonnen werden, gehören zu den
wichtigsten Voraussetzungen für eine wirksame und wirtschaftliche
gesundheitliche Versorgung. Randomisierte kontrollierte Studien (RCT) stellen
dabei den "Goldstandard" dar. Trotzdem ist weder die Praxis (z.B.
Verbreitung im Behandlungsalltag) noch die Methodik der evidenzbasierten
Leitlinien und RCTs problemlos. Zu einem für die praktische Anwendung von
Behandlungsempfehlungen in Arztpraxen und Kliniken wesentlichen Problem
gehört
die [mehr...]
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Blutdruckmessen und Hochdruckbehandeln: Können Patienten Teile dieser wichtigsten Allgemeinarzttätigkeiten erfolgreich übernehmen?
Die in der Regel mit der ein- oder mehrmaligen Messung des Blutdrucks verbundene
und begründete ICD-Diagnose I10 "essentielle (primäre)
Hypertonie" bzw. der "Bluthochdruck" steht seit Jahren, wenn
nicht sogar Jahrzehnten auf Platz 1 der Hitliste der 50 häufigsten
Diagnosen bei Allgemeinärzten und Internisten. Und selbst bei
Augenärzten taucht diese Diagnose auf Platz 12 ihrer Diagnose-Hitliste auf.
In einer der immer noch seltenen differenzierten Analysen des inhaltlichen
Geschehens in der ambulanten ärztlichen Versorgung wurden im ersten Quartal
2001 24,3 % aller
Patienten [mehr...]
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Wirtschaftliche Verluste im Gastgewerbe durch Rauchverbote geringer als befürchtet
Die Bevölkerung Bayerns hat sich in einem Volksentscheid für ein
konsequentes und strenges Rauchverbot entschieden. Fast zwei Drittel der
Wähler (61%) stimmten dafür, das Rauchen in Kneipen, Gaststätten
und Bierzelten zu verbieten und dies ohne jede Ausnahme. Dass die ab 1.8.2010
geltende Regelung nachhaltige ökonomische Negativeffekte für die
bayerische Gastronomie mit sich bringen könnte, ist allerdings
unwahrscheinlich. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die in der Vergangenheit
mit dem Rauchverbot zusammenhängenden Umsatzeinbußen deutlich
geringer ausfielen als vorhergesagt. Die in
den [mehr...]
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Betriebliche Gesundheitsförderung zur Änderung des Lebensstils zeigt Erfolge bei Risikogruppen
31 Studien zu Interventionen bei Arbeitnehmern, in denen eine Steigerung der
körperlichen Aktivität oder eine Verbesserung der Ernährung
angestrebt war, wurden jetzt noch einmal von einem niederländischen
Forschungsteam einer Sekundäranalyse unterzogen. Überprüft wurde,
ob sich durch die betrieblichen Maßnahmen der körperliche
Gesundheitszustand der Beschäftigten geändert hatte. Als Indikatoren
dafür wurden das gemessene Körpergewicht, Körperfett, Blutdruck,
Blutfette und/oder der Blutzuckerspiegel berücksichtigt. Fazit der
Bilanzierung war: Insbesondere Beschäftigtengruppen mit einem
erhöhten [mehr...]
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