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Mammografie-Screening: Häufige Überdiagnosen als gravierender Kollateralschaden

Gilbert Welch vom Dartmouth Institute for Health Policy and Clinical Practiceund Kollegen haben jetzt die Frage untersucht, wie sich das Brustkrebs-Screening durch Mammographie bei Frauen ab 40 Jahren auf die Zahl und die Größe der gefundenen Tumoren auswirkt. Dafür haben sie für einen Zeitraum vor (1975-1979) und nach (2000-2002) Einführung der Brustkrebsfrüherkennung die jährlich neu aufgetretenen Fälle (Inzidenz), die Tumorgröße und die Sterblichkeit verglichen. Die erforderlichen Daten entnahmen sie dem amerikanischen Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) program . SEER ist [mehr...]

 


Neues vom PSA-Screening Teil 2 von 2 - Früh erkannter Prostatakrebs: Komplikationen häufig bei aktiver Behandlung

In Teil 1 (Früh erkannter Prostatakrebs: Sterblichkeit gering ohne und mit Behandlung) wurden die Ergebnisse der randomisierten kontrollierten ProtecT-Studie zur Therapie des durch Screening erkannten Prostatakrebses dargelegt. Gerade 1 Teilnehmer von 100 war nach 10 Jahren an den Folgen des Prostatakrebses gestorben und zwar unabhängig davon, ob er operiert, bestrahlt oder nicht behandelt wurde. In einer 2. Veröffentlichung wurden weitere aus Sicht der Patienten bedeutsame Ergebnisse (patient-reported outcomes) der ProtecT-Studie berichtet. Verglichen wurden erneut die Gruppen Aktive [mehr...]


Neues vom PSA-Screening Teil 1 von 2 - Früh erkannter Prostatakrebs: Sterblichkeit gering ohne und mit Behandlung

Den neuesten Daten zufolge erkrankten im Jahr 2012 in Deutschland 63.710 Männer an Prostatakrebs und 12.957 starben daran. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern, mit Abstand gefolgt von Lungenkrebs, an dem 2012 34.490 Männer erkrankten und 29.713 verstarben (Frauen: 18.030 erkrankten, 14.752 verstarben) (Krebs in Deutschland, Ausgabe 2015, S. 94 und S. 58). Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an Prostatakrebs ist absolut seit 1998 um mehr als die Hälfte gestiegen (von 40.000 auf über 60.000). Der Anteil der Männer, die 2014 am Prostatakrebs starben, betrug laut [mehr...]

 


"Böckler Impuls" - Informationen über arbeitswelt- und gesundheitsbezogene Forschung

Wer sich vierzehntäglich über Ergebnisse der arbeitsorientierten Forschung über ökonomische, soziale und gesundheitliche Verhältnisse informieren will, findet in dem regelmäßig erscheinenden Newsletter "Böckler Impuls" der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung wichtige Hinweise. In dem gerade erschienenen Heft 16/2016 wird u.a. über folgende von der Stiftung geförderten Forschungsvorhaben berichtet: Corporate Governance. Einer verdient wie 57: Vorstände von Dax-Unternehmen erhalten im Schnitt ¬57-mal so viel Geld wie die übrigen Beschäftigten. Der Corporate-Governance-Kodex sollte [mehr...]


Wie verlässlich oder reliabel sind allgemeinärztliche ICD-10-Diagnosen - und zwar auch ohne die GKV-Beihilfe beim Up-Coding?

Das wenige Tage alte "Geständnis" des Vorstandsvorsitzenden der Techniker Krankenkasse, andere Kassen aber wahrscheinlich auch seine eigene hätten ambulant tätige Ärzte zum Teil sogar in vertraglicher Form dazu "animiert", noch gründlicher über die Art der Erkrankung ihrer Patienten nachzudenken und deren Ernst durch eine schwerere bzw. im Rahmen des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs besser für die Kasse wirtschaftlich günstigere Diagnose zum Ausdruck zu bringen, offenbarte, dass es sich bei der dabei genutzten "International Statistical Classification [mehr...]

 


Regelmäßige Übersicht zu Veröffentlichungen über Multimorbidität und multiple chronische Erkrankungen

An mehreren und dann noch chronischen Erkrankungen leidet ein wachsender Anteil der älteren Bevölkerung in Ländern mit hoher Lebenserwartung. Dies stellt nicht nur eine besondere Belastung für diese PatientInnen dar, sondern ist auch eine keineswegs geklärte Herausforderung für ihre Behandlung. Will man jede der Erkrankungen gut, d.h. leitliniengerecht oder evidenzbasiert behandeln, droht schnell Polymedikation mit deren hinlänglich bekannten gesundheitlichen Risiken durch unbekannte Wechselwirkungen oder Fehleinnahme. Umso wichtiger ist es, die ebenfalls umfangreiche Forschung über dieses [mehr...]


Nutzung digitaler Informationen etc. von 65+-US-BürgerInnen 2011 bis 2014: Auf niedrigem, ungleichen Niveau wenig Veränderung!

Glaubt man den Anbietern von Gesundheits-Apps und anderer eHealth-Produkte oder Dienstleistungen, befinden wir uns mitten in einer digitalen Revolution oder Demokratisierung der präventiven und kurativen Versorgung "der" Bevölkerung. Und selbstverständlich stellt "das Internet" und seine Nutzung eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Basis und Triebkraft einer immer höher und besser werdenden Gesundheitskompetenz dar. Ob dies in dieser Allgemeinheit stimmt, hängt wesentlich von der Frage ab, ob die Teile der Bevölkerung mit dem größten Informationsbedarf über [mehr...]

 


Wird die Weltbank grün? Nein, nur realistisch, wenn es um die gesundheitlichen und ökonomischen Folgen der Luftverschmutzung geht!

Wer partout den Umweltverbänden und den "Grünen" nicht glauben will, kann sich über die gesundheitlichen Risiken der Umweltverschmutzung in einem gerade veröffentlichten Bericht der Weltbank und des "Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME)" informieren. Dort findet man u.a. diese Informationen über die weltweiten und regionalen gesundheitlichen und ökonomischen Auswirkungen der Luftverschmutzung: Zu einem von 10 Todesfällen trägt weltweit die Exposition gegenüber Luftverschmutzung bei. Dabei handelt es sich sowohl um häusliche Luftverschmutzung durch offene [mehr...]


CT, MRT oder doch lieber Ultraschall? Evidenzbasierte Entscheidungshilfe der "Library of Evidence" hilft

Auch wenn sich mittlerweile bei vielen Ärzten und anderen Anvbietern gesundheitsbezogener Leistungen durchsetzt, Entscheidungen über diagnostische und therapeutische Maßnahmen möglichst evidenzbasiert zu treffen, ist die Erreichbarkeit solchen Wissens und dessen Verständlichkeit immer noch nicht einfach. Deshalb verspricht die im Januar 2017 richtig startende Initiative einer "Library of Evidence" der "Harvard Medical School" und einer Reihe anderer kompetenter us-amerikanischer Gesundheitsexperten sehr hilfreich zu sein. Nach der Selbstdarstellung der Träger dieser Website [mehr...]

 


Mit Evidenz gegen Überversorgung: Warum 60% eines Kinderjahrgangs nicht drei bis vier Jahre lang Zahnspangen tragen müssen!

Die kieferorthopädische Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gehört aus rein monetärer Sicht mit GKV-Ausgaben von rund 1 Milliarde Euro pro Jahr zu den vergleichsweise unauffälligen und daher in Debatten um Wirtschaftlichkeit durch Abbau von Über- oder Fehlversorgung kaum vorkommenden Ausgabenblöcken der GKV. Setzt man sich aber eine andere Brille auf und sieht dann u.a., dass es sich um eine Leistungen handelt, die rund 60% eines Altersjahrgangs junger GKV-Versicherten erhalten, damit eine 3 bis 4 Jahre dauernde Behandlung verbunden ist und ihre Eltern durch privat zu [mehr...]


Serie zur Geschichte, Methodik und Leistungsfähigkeit klinischer Studien im "New England Journal of Medicine" gestartet

Im Juni 2016 startete in der Medizin-Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" unter dem Titel "The Changing Face of Clinical Trials" und u.a. mit dem Beitrag Clinical Trials Series von Janet Woodcock, James H. Ware, Pamela W. Miller, John J.V. McMurray, David P. Harrington und Jeffrey M. Drazen (NEJM 375: 501-504) eine Publikationsreihe zur Methodik, Leistungsfähigkeit und Geschichte klinischer Studien. Eine große Rolle spielen dabei die sogenannten randomisierten kontrollierten Studien (RCTs). So beschäftigte sich bereits ein erster Aufsatz von Laura Bothwell et [mehr...]

 


Weite Teile der Pharmaindustrie in der wunderbaren Gewinnwelt von Ferrari und Porsche - und manche noch weit darüber

Ein großer Teil der Beiträge von Ärzten, Krankenhäusern und Produzenten von Gesundheitsprodukten zur gesundheitspolitischen Debatte kreist um fehlende oder u.a. für die immer gewaltigen Investitionen zur Entwicklung neuer Produkte zu geringen Erträge. Einen rhetorischen Spitzenplatz nimmt hierbei die Pharmabranche ein. Dass dies nicht der einzige Spitzenplatz ist, zeigt nun ein aktuell möglicher Vergleich eines anerkannten Indikators für die Ertragssituation von Wirtschaftsunternehmen. Es geht um die so genannte EBIT-Marge, die den Anteil des gesamten Gewinns vor Steuern und anderen Abzügen [mehr...]


Grafische Warnungen auf Zigarettenschachteln mindern den Tabakkonsum

Bereits 1964 haben die USA als erstes Land der Welt Warnungen in Textform auf Zigarettenpackungen eingeführt. Nicht umgesetzt ist bislang der Aufdruck von Grafiken, welche gesundheitliche Folgen des Tabakkonsums darstellen. Dies wird zwar vom Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs aus dem Jahr 2003 gefordert. Der Family Smoking Prevention and Tobacco Control Act von 2009 sieht die Umsetzung vor. Die Umsetzung wurde vorübergehend von juristischen Schachzügen einiger der großen Tabakfirmen behindert, die den Standpunkt vertraten, die Bilder seien nicht mit der [mehr...]

 


Unheilbarer Krebs: die meisten Patienten wünschen vollständige Informationen

Welche Informationen wünschen Patienten mit Krebs und welche wünschen sie nicht - diese Frage untersuchten holländische Wissenschaftler an 77 Patienten, die vor der Entscheidung für oder gegen eine Zweitlinien-Chemotherapie standen. Bei diesen Patienten lag ein fortgeschrittener, nicht heilbarer Brustkrebs oder Darmkrebs vor, der sich unter der ersten Chemotherapie (Erstlinientherapie) weiter ausgebreitet hatte. Die Erfolgsaussichten einer Zweitlinientherapie sind zumeist eher gering oder auch unklar. Im Gegensatz zu anderen Studien, in denen Patienten mit einer hypothetischen Situation [mehr...]


Und es geht doch schnell! Wie die Evidenz zur nicht notwendigen Entfernung bestimmter Lymphknoten bei Brustkrebs im OP ankommt.

Zu den fast schon gebetsmühlenartigen Beobachtungen im Rahmen von Versorgungsforschung gehört, dass selbst vielfach in Studien oder Leitlinien als evident, nützlich und wirtschaftlich belegte Therapien noch längere Zeit nach ihrer Veröffentlichung gar nicht oder nur bei einer Minderheit der Ärzte angekommen sind. Dass dies auch anders und dazu noch schnell gehen kann, zeigt eine im Juliheft 2016 der Fachzeitschrift "Health Affairs" veröffentlichte Studie zur operativen Entfernung von Lymphknoten in den Achselhöhlen von Brustkrebspatientinnen vor und nach einer bahnweisenden Studie. [mehr...]

 


Personalausstattung in der stationären Psychiatrie zwischen gerade noch ausreichend bis desaströs.

Zu einer der seit Jahren in der stationären Versorgung immer intensiver diskutierten Fragen gehört, wie viel und welches ärztliches und pflegerisches Personal dort tätig ist und ob damit eine gute Behandlung möglich ist. Sobald es darauf genügend Antworten gibt, sollen es per Gesetz verbindliche Vorgaben für die Anzahl von Patienten pro Pflegekraft oder Arzt geben. Speziell für den Bereich der Behandlung psychisch Kranker plant die Bundesregierung ab 2017 mit dem "Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen [mehr...]


Wer oder was fördert oder hemmt die Dissemination und Implementierung von Leitlinien? Wenig Evidentes und Erfolgversprechendes!?

Leitlinien für die Behandlung von kranken Menschen entwickeln sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten national wie international zu immer wichtiger und auch verlässlicher werdenden Instrumenten zur Sicherung der Versorgungsqualität. Trotzdem zeigen eine Vielzahl von Studien über die Diagnostik und Therapie zahlreicher Erkrankungen und Patientengruppen, dass nicht wenige ÄrztInnen Leitlinien als Richtlinien oder Kochbuchmedizin generell ablehnen und andere ÄrztInnen es mit verschiedenen Begründungen ablehnen die Leitlinien als Empfehlungen zu bewerten und sie anzuwenden. Um dies eventuell [mehr...]

 


Über- und Fehlbehandlung von älteren Personen: Blutdrucksenkung trotz normalem oder niedrigem Blutdruck

Nicht genug, dass Überversorgung ein national wie international trotz aller Transparenz über die Art und den Umfang und entsprechenden versorgungspolitischen Debatten weit verbreitetes Behandlungsmuster ist und immer wieder Krankheiten für Therapeutika gesucht und kreiert werden, die eigentlich keine bzw. nichts Behandlungsbedürftiges sind (um was es geht findet man unter dem Stichwort "disease mongering" u.a. in diesem Forum). Es gibt aber offensichtlich auch kontinuierliche Behandlungen mit hochwirksamen aber auch nebenwirkungsreichen Therapeutika ohne Behandlungsgrund oder [mehr...]


Weniger fettes Essen=weniger Herzinfarkttote!? Beispiel für von Beginn an fehlende Evidenz für zu einfache Gesundheitsempfehlungen

Es vergeht kein Jahr in dem nicht mit diversen methodisch einfachen Studien ein Nahrungsmittel oder seine wesentlichen Bestandteile, eine Bewegungsart oder sonstige Stoffe und Verhaltensweisen als lebensqualitätsverbesserndes oder lebensverlängerndes Mittel angepriesen wird. Und wenn dies nur lang genug und werbewirksam geschieht, tauchen viele dieser Mittel auch in Leitlinien und offiziösen Empfehlungen staatlicher Gesundheitsinstitute und in einer schier unüberschaubaren Vielzahl von Gesundheitsratgebern oder Krankenkassen-Magazinen auf. Und wenn sie erst einmal dort stehen, wird der [mehr...]

 


Krankheit, Sucht und Unfallfolgen Auslöser von privater Überschuldung - auch im Sozialversicherungs-Deutschland

Überschuldung und Privatinsolvenzen wegen der Kosten für und durch Krankheiten, da kann es sich eigentlich nur um die USA handeln. Richtig, aber wenn man der neuesten Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamt der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2015 glaubt, gibt es dies auch hierzulande. Diese Statistik stützt sich auf Angaben von 410 der rund 1.400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland und damit auf anonymisierten Daten von etwa 103.000 beratenen Personen. Die wichtigsten Ergebnisse: Bei 13,5% aller Ratsuchenden waren 2015 Krankheit, Sucht oder Unfallfolgen Auslöser der [mehr...]


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