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"Stairway to health": Kleine Hinweise helfen bei der Entscheidung, die Treppe statt den Aufzug oder die Rolltreppe zu nutzen.

Körperliche Bewegung wirkt sich mit Sicherheit auf die Gesundheit und die Lebensqualität aus - selbst wenn es sich nicht um kilometerlanges Joggen oder Marathons handelt. Ob und wie sich aber eine nennenswerte Anzahl von Personen selbst zu kleinen Veränderungen ihres Bewegungsverhaltens bewegen lässt, ist nicht so sicher. Für eine der vielen kleinen bewegungsorientierten Veränderungen im Alltag, der Nutzung von Treppen statt der der oft attraktiveren Rolltreppen oder Fahrstühle, interessierten sich jetzt kalifornische Präventionsexperten in einer empirischen Studie am internationalen Flughafen [mehr...]

 


Ein schwacher Trost!? Wenn man Gedächtnisprobleme merkt, ist die Gefahr einer finalen Demenzerkrankung relativ gering.

Der durch Werbeclips ("Hallo, guten Tag Herr….ääääh") und zahlreiche Veröffentlichungen erzeugte Eindruck, der lange Gang in eine Demenzerkrankung beginne mit Gedächtnisverlusten und sei mit ihnen so gut wie sicher, könnte zu einem gewissen Teil falsch sein. Dies ist jedenfalls das Ergebnis einer aktuellen Studie mit 1.062 TeilnehmerInnen in der "Alzheimer's Disease Neuroimaging Initiative database" von denen 191 an Alzheimer und 499 an geringen bis milden Einschränkungen ihrer kognitiven Fähigkeiten litten und 372 Mitglieder einer gesunden Vergleichsgruppe waren. Die [mehr...]


Psychische Störungen in Bayern und anderswo: Kein Anstieg der Häufigkeit in den letzten 10-15 Jahren und soziale Ungleichheit

Wer sich mit psychischen Störungen oder Erkrankungen beschäftigt und nicht sofort in den großen Chor von der "dramatisch anwachsenden" Epidemie psychischer Erkrankungen einstimmen will, findet in einem aktuellen Bericht des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege eine gute Grundlage für die problemangemessene Debatte über Umfang, Arten, Entwicklungstendenzen und Hilfsmöglichkeiten dieser Erkrankungsarten. Die gründliche und kompakte Aufarbeitung des Wissens über die Häufigkeit psychischer Störungen, die organisatorischen und inhaltlichen Schwierigkeiten der [mehr...]

 


12 Jahre danach: Deutliche Gewichtsabnahme für stark Übergewichtige durch einen Magenbypass kann nachhaltig sein.

Auch wenn nichtinvasive Maßnahmen für den Abbau erheblichen Übergewichts immer noch anstrebenswert sind, das Risiko einer Operation nicht unterschätzt werden darf und frühere Studien Zweifel am mittel- bis langfristigen Nutzen einer bariatrischen Operation förderten oder nicht ausschließen konnten, zeigt eine aktuelle Studie mit zwei Vergleichsgruppen auch nach 12 Jahren einen signifikanten und beträchtlichen Nutzen durch einen so genannten Roux-en-Y-Magenbypass - einer der häufigsten Methoden den natürlichen Weg der Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt so zu verändern, "dass die Patienten [mehr...]


Wie gelingt es ohne Nachteile für Patient und Arzt bei den meisten Atemwegserkrankungen Antibiotika zu verhindern?

Darüber, dass die Verordnung und Einnahme von Antibiotika bei den meisten Infektionen der oberen Atemwege und des Mittelohrs, da durch Viren verursacht, keine heilende oder nur eine symptomatische Wirkung hat, dafür aber massiv die Entstehung von immer mehr resistenten Keimen fördert und daher eine Gesundheitsgefahr darstellt, besteht seit Jahren ein weltweiter Konsens. Trotz einiger Fortschritte zögern aber immer noch viele Ärzte "für alle Fälle" oder weil es bei Kindern "die besorgten Eltern so wollen" auf Antibiotika zu verzichten oder mit einer "watchful [mehr...]

 


Was haben die 75% der deutschen Ärzte von der Transparenz über Industriezahlungen an sie zu befürchten, die sie 2016 verhinderten?

In den USA gibt es seit 2013 und in Deutschland seit 2015 Veröffentlichungen über die Höhe und Art der Zuwendungen von Pharmaunternehmen an Ärzte. Und damit hören die Gemeinsamkeiten auch bereits auf: In den USA handelt es sich um eine gesetzliche Vorschrift mit dem griffigen Namen "Physician Payments Sunshine Act", die für alle Pharmaunternehmen und alle Ärzte verpflichtend ist. In Deutschland handelt es sich um eine Selbstverpflichtung an der nur die Mitglieder des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller (VfA) und diejenigen Ärzte mitmachen, die das wollen. In die [mehr...]


Vorbild USA: US-Kongress will von 7 Pharmafirmen komplette Transparenz über ihre Preisgestaltung für Medikamente gegen MS

Auch wenn es in den USA seit einigen Jahren gesundheitspolitisch ausgesprochen schrill, makaber und wiedersprüchlich zugeht wäre es ein großer Fehler die dortige Gesundheitspolitik auf Obama- versus Trumpcare oder auf die Dominanz radikal marktwirtschaftlicher und anbieterhöriger Positionen zu reduzieren. Jenseits der großen Care-Debatten gibt es eine Vielzahl von verabschiedeten Innovationen oder Initiativen, die zum Teil wesentlich anbieter- oder wettbewerbskritscher oder evidenbzbasierter sind als z.B. im GKV-System. Dazu gehört beispielsweise eine am 17. August 2017 an sieben [mehr...]

 


Es ist selten zu spät und selten zu wenig. Körperliche Aktivität, Mobilität, Behinderung und Unabhängigkeit von 70-89-Jährigen

Körperliche Leistungsfähigkeit und funktionale Mobilität sowie die Freiheit von Behinderung sind wichtige Voraussetzungen für ein weitgehend selbständiges Leben älterer Personen in ihren "eigenen vier Wänden". Regelmäßige körperliche Aktivitäten sind geeignet, diese Ziele zu erreichen. Dass viele Angehörige dieser Altersgruppe noch nicht einmal beginnen, das Ziel erreichen zu wollen, liegt nur u.a. an Faulheit oder Bequemlichkeit, sondern an zwei gesichert erscheinenden Erwartungen oder Vorbehalten: Man sei zu alt für "mehr Sport" und er "bringe" in diesem Alter [mehr...]


G-Trust oder Wie suche ich mir als Arzt die "richtige" Behandlungs-Leitlinie aus?

Für die Behandlung vieler Krankheiten durch Fachärzte für Allgemeinärzte und zahlreiche andere Fachärzte gibt es eine seit Jahren zunehmende Fülle von Leitlinien oder Behandlungsempfehlungen. Sie werden wiederum weltweit von einer Fülle von wissenschaftlichen Einrichtungen, medizinischen Fachgesellschaften und korporatistischen Einrichtungen mit unterschiedlichster Methodik und Evidenzgraden sowie durch unterschiedlichst zusammengesetzte Arbeitsgruppen erstellt. Zu Recht wird daher von praktisch tätigen ÄrztInnen beklagt, wie schwer und mit zeitlichen Verzögerungen verbunden ein Überblick zu [mehr...]

 


Handhygiene in Kliniken: "probably slightly reduces infection…and colonisation rates" aber "based moderate certainty of evidence"

Eine Erhöhung der Häufigkeit und Gründlichkeit der Handhygiene aller Beschäftigten in Krankenhäusern reduziert nach zahlreichen weltweiten Studien sowohl die Keimbesiedlung als auch die Rate der oft schwerwiegenden Infektionen und Todesfälle. Da dies entgegen manchen Erwartungen an die Professionalität von Ärzten und Pflegekräften nicht automatisch zu den notwendigen Veränderungen von Einstellungen und Verhalten von Ärzten und Pflegekräften geführt hat, wurde die Erkenntnis in eine Vielzahl unterschiedlichster Interventionsvorschlägen integriert - darunter z.B. ein umfangreicher [mehr...]


Vertrauen und Hoffen auf die dauerhafte Wirkung von Subventionen und Selbstverpflichtung ist gut, permanente Kontrolle aber besser

In einer Reihe von Verfahren gegen die Tabakindustrie vor us-amerikanischen Gerichten wurde in den letzten Jahrzehnten u.a. durch hunderttausende im Internet zugänglich gemachte Dokumente und auch in Deutschland erstellte Dokumentationen nahezu lückenlos nachgewiesen, dass und wie die Hersteller gesundheitsgefährdende und suchtfördernde Inhaltsstoffe in ihren Produkten vorsätzlich platzierten und u.a. mit Hilfe abhängiger Wissenschaftler zu verbergen suchten. Auch wenn Tabakrauchen niemals uneingeschränkt gesund sein kann, hätte man angesichts der enormen finanziellen Strafen und des Verlustes [mehr...]

 


Sieglein, Sieglein an der Wand - wer ist die beste Krankenkasse im Land oder welches Siegel darf's denn sein und wer liefert!?

Mit einem beachtlichen, aber gut in den Verwaltungsausgaben versteckten Betrag lässt ein Großteil der 113 Anfang 2017 noch existierenden Gesetzlichen Krankenkassen jahraus, jahrein von einer Hand von Instituten und Experten erkunden, ob oder dass sie die beliebtesten, unbürokratischsten, versichertennächsten, zuverlässigsten, schnellsten oder sonstwie herausragendste Kasse sind - Hauptsache, es springt ein buntes Siegel heraus. Da es somit kaum eine Kasse ohne mindestens ein Siegel zu was auch immer gibt, stellte sich schon immer die Frage wie die verschiedenen natürlich völlig unabhängigen [mehr...]


CBO-Report zu Wirkungen von Trumpcare: 2026 werden 23 Millionen US-Bürger weniger krankenversichert sein als mit Obamacare

Normalerweise berechnet in den USA das unabhängige "Congressional Budget Office (CBO)", eine Einrichtung des US-Kongresses, bei relevanten Gesetzesvorhaben vor der Beratung oder zumindest vor der Verabschiedung des Gesetzes im Repräsentantenhaus und Senat die finanziellen und sonstigen quantifizierbaren Effekte. Trotzdem verabschiedete das Repräsentantenhaus am 4. Mai 2017 das Gesetz "H.R. 1628, the American Health Care Act of 2017" oder "Trumpcare" ohne diese Entscheidungsgrundlagen mit der republikanischen Mehrheit und will damit wesentliche Teile des [mehr...]

 


Verantwortungsvolle Gesundheitsfinanzierung: Verfahren und Gestaltung gleichermaßen wichtig

Die Forderung nach good governance bestimmt seit vielen Jahren die entwicklungspolitische Landschaft: Gute Regierungspolitik, besser die verantwortungsvolle Führung der Staatsgeschäfte, bezieht sich auf alle Lenkungsaktivitäten der öffentlichen Hand und setzt einen leistungsfähigen und zuverlässigen Staat voraus. Vielerorts verhindern aber fehlende Rechtsstaatlichkeit, Verletzung der Menschenrechte und weit verbreitete Korruption jegliches Vertrauen in den Staat und die wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung der Länder. Fehlende politische Verantwortlichkeit konterkariert auch die [mehr...]


Mehr Stillstand und Rück- statt Fortschritt - Aktuelle Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel

"Seit 2011 werden neu in den Markt eingeführte Medikamente oder bereits etablierte Arzneien mit erweitertem Indikationseinsatz einer sogenannten "frühen Nutzenbewertung" durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unterzogen. Gesetzliche Basis ist das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG). Es hinterfragt, ob ein neues Medikament gegenüber bereits verfügbaren Präparaten einen Zusatznutzen aufweist. Es geht dabei nicht um die Qualität, Wirksamkeit oder Sicherheit einer neuen Therapie. Dies wurde bereits vor der Zulassung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und [mehr...]

 


Das "Glas Rotwein" zum Abendessen - "gesunde Skepsis" gegen Nutzen für Herzgesundheit, eher gut für die Lebensqualität

In zahlreichen Studien und zahllosen Abendessenrunden wurde und wird das "Glas Rotwein" oder auch vergleichbar geringe Mengen anderer alkoholischer Getränke als Schutz gegen Herzerkrankungen kommuniziert. Nur wenn es nicht bei dieser Menge bleibt, nähme das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen zu. Im Umkehrschluss: Personen, die dieses "Glas Rotwein" verschmähen, kämen nicht in den Genuss seiner protektiven Wirkung. Viele dieser Thesen werden auch durch einzelne Studien immerr wieder bestätigt. Ob die spezifische protektive Wirkung wirklich zutrifft und durch belastbare [mehr...]


Wie Massenmedien die Wahrnehmung von Erkrankten verzerren und spezifische Behandlungsangebote behindern - Beispiel Krebs in Irland

Die Berichterstattung von Massenmedien spielt für die Wahrnehmung von Krankheiten, ja sogar teilweise bei ihrer "Entstehung" (so wurde der Anstieg von Patienten, welche wegen der Symptome der Krankheiten über die am Tag zuvor in dem in den 1960er bis 1980er Jahren populären ZDF-Gesundheitsmagazin Praxis berichtet wurde, nach dem Moderator "Morbus Mohl" genannt) und die Vorstellung von der Art von Erkrankungen und Erkrankten in der Öffentlichkeit eine große Rolle. Dass dies auch zu gravierenden Fehlwahrnehmungen führen kann, zeigt jetzt exemplarisch eine kleine Studie in [mehr...]

 


Wie das ernste Problem der Übergewichtigkeit und Fettleibigkeit zur Epidemie prognostiziert wird. Das Beispiel einer OECD-Studie

Das Niveau und die weitere Entwicklung der Häufigkeit von Übergewicht oder gar Fettleibigkeit gehören sicherlich zu den wichtigsten gesundheitspolitischen Herausforderungen. Ob es dazu der alarmistischen Etikettierung als Epidemie oder Pandemie bedarf, kann aus zweierlei Gründen in Frage gestellt werden: Erstens verhindert oder lähmt der damit häufig erzeugte Eindruck der Unausweichlichkeit und die schlichte Problemmasse viele Gegeninitiativen, fördert Fatalismus. Und zweitens verschwinden in dem Epidemie-Diskurs eine Reihe von Erkenntnissen, die viele Grundannahmen differenzieren und auch zu [mehr...]


Trotz Boom: Fast 40% atypisch Beschäftigte. Negative Folgen für die Finanzierung der Sozialversicherungsleistungen!

Schon seit vielen Jahren spielt der Anteil so genannter atypischer Beschäftigung an der Gesamtbeschäftigung für die bruttolohnbasierte Beitragsfinanzierung aller Sozialversicherungsträger eine belastende Rolle. Relevant ist dabei sowohl die absolute Anzahl dieser oft teilzeitbeschäftigten Personen als auch die teilweise geringe Höhe ihrer Einkommen. Die neueste Auswertung der WSI-Datenbank "Atypische Beschäftigung" sieht so aus: 2016 waren rund 39,6 Prozent aller abhängigen Hauptbeschäftigungsverhältnisse (ohne Beamte und Selbständige) solche mit atypischen Bedingungen. 2015 lag die [mehr...]

 


Polypharmazie - Wie werden welche Krankenversicherten von wem und warum mit zu vielen Medikamenten versorgt?

Seit mehreren wird international wie national über die gesundheitliche Bedeutung der so genannten Polypharmazie und die Notwendigkeit wie Möglichkeiten diskutiert sie einzuschränken oder abzubauen. Dabei stehen zweierlei Risiken der gleichzeitigen Verordnung und Einnahme von fünf und mehr unterschiedlichen Arzneimitteln - dies ist die am meisten verwendete Definition von Polypharmazie - im Vordergrund: Erstens nimmt die Wahrscheinlichkeit von oftmals unbekannten unerwünschten Wechselwirkungen mit der Anzahl von Arzneimitteln rasch zu und zweitens steigt das sowieso schon bei rund der Hälfte [mehr...]


Frühere Artikel:

Welche Erwartungen haben Ärzte zum Nutzen und zu Nachteilen von Screenings, Behandlungen und Tests und sind sie korrekt? Oft nicht
Auch Nützliches muss nicht immer und für alles nützlich sein. Das Beispiel Stillen.
Was macht Selbstverwaltung und um was geht oder könnte es bei Sozialwahlen gehen - oder hat der Staat ihr alles weggenommen!?
Prävention von kardiovaskulären Risikofaktoren in den mittleren Jahren bringt viel für ein längeres und gesünderes Alter
Selbstverwaltung und Widerspruchsauschüsse und warum mal wieder über 60% der Wahlberechtigten in der GKV nicht wählen dürfen!?
"Englische Zustände" bei der Qualitätsüberprüfung und -bewertung von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen - ein Vorbild!?
Fortbildungspflicht für Ärzte: Umstritten, aber wirksam
...fragen sie ihren...Apotheker, aber was wenn der selber Antworten sucht und nicht findet?
Wirkungen von "choosing wisely"-Empfehlungen geringer als erwartet
Falsches Wissen 2 - bei Patienten weit verbreitet