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Verlässlichkeit und Nutzen der Antwort auf die Frage nach dem selbst wahrgenommenen Gesundheitszustand erneut bestätigt

Bereits eine Reihe von methodisch hochwertigen Studien in den 2000-Nuller-Jahren hatten belegt, dass der mit einer Frage mit 5 Antwortmöglichkeiten erhobene subjektiv wahrgenommene Gesundheitszustand ein einfach einsetzbarer, valider und reliabler Indikator oder Prädiktor für die aktuelle wie künftige gesundheitliche Situation ganzer Bevölkerung oder einzelner "Risikogruppen" ist (siehe dazu den 2009 verfassten Überblick Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands: Studien bestätigen wieder einmal die Zuverlässigkeit dieses Indikators). Kritisiert wurde an diesem Indikator, dass er [mehr...]

 


Wie viel Erkrankte und Tote kostete die Reduktion eines Anti-Malariaprogramms der US-Regierung um 44%?

Bei vielen Gesundheitsprojekten ist weder bei ihrer Entwicklung und Implementation noch dann, wenn sie vor allem durch Mittelkürzungen abgebaut werden, klar, welche konkreten gesundheitlichen Auswirkungen damit zu erwarten sind. Für einen aktuellen Fall wurden die wahrscheinlichen Effekte auf die Erkrankungshäufigkeit und die Sterblichkeit in einer Modellberechnung im Department of Infectious Disease Epidemiology im Imperial College London ermittelt. Es geht um die für 2018 in der Haushaltsplanung des US-Kongress vorgeschlagene Reduktion des Budgets der so genannten "President's Malaria [mehr...]


Funktionale Behinderungen von älteren Personen sind in den letzten 30 Jahren weniger geworden - zumindest in Schweden

Eine der mit dem demografischen Wandel einhergehende gesundheits- und sozialpolitisch wichtige Frage ist, ob die längere Lebenserwartung mit einer Zunahme gesundheitlich beeinträchtigter oder behinderter Personen verbunden ist oder das individuelle Risiko dafür gleich bleibt oder sogar sinkt. Letzteres kann, muss aber nicht, bei einer gleichzeitigen Zunahme der älteren Bevölkerung trotzdem zu einer Zunahme der Gesamtzahl dieser Personen führen. Eine Methode, um diese Frage beantworten zu können, sind Vergleiche gesundheitlicher Zustände in zwei oder mehreren Kohorten mit jahrzehntelangem [mehr...]

 


Grenzen des Zugangs zur gesundheitlichen Versorgung von objektiv Bedürftigen im "sozialen Europas" größer als erwartet.

In vielen bevölkerungsrepräsentativen Studien über die gesundheitliche Versorgung sind die ärmsten und eigentlich versorgungsbedürftigsten EinwohnerInnen aus verschiedenen Gründen unter- oder gar nicht repräsentiert. Was damit gar nicht in den Blick selbst kritischer Analysen gerät, zeigt nun eine Veröffentlichung der Ergebnisse von Befragungen oder anderen Erhebungs- und Dokumentationsmethoden von europaweit 43.286 Personen bzw. PatientInnen, die in irgendeiner Weise mit Mitgliedern der Initiative "Ärzte der Welt" und vergleichbarer Nichtregierungsorganisationen standen. Die [mehr...]


Erwünschte und unerwünschte Effekte eines Anreizes zur Reduktion der Wiedereinweisungen in Krankenhäusern

Zu den wenig bekannten Inhalten des "Patient Protection and Affordable Car Act" oder Obamacare aus dem Jahr 2010 gehören finanzielle Anreize für Krankenhäuser bei PatientInnen, die in der steuerfinanzierten Krankenversicherung für ältere Personen, Medicare, versichert sind, die Häufigkeit von Wiedereinweisungen zu vermeiden - das so genannte "Hospital Readmissions Reduction Program (HRRP)". Gelingt ihnen dies nicht bzw. können sie nicht nachweisen, dass der weitere stationäre Aufenthalt nichts mit Komplikationen beim ersten Aufenthalt zu tun hat, wird der zweite Aufenthalt [mehr...]

 


November 2017: Die Serie zu neuen Krebsmedikamenten besteht jetzt aus 7 Beiträgen

Die Beiträge mit den zugrunde liegenden Studien geben ein recht konsistentes Bild: Krebsmedikamente werden überwiegend auf Grundlage von Studien zugelassen, die keine oder nur unzureichende Aussagen über Mortalität, Morbidität und Lebensqualität enthalten. Wenn die Zulassungsbehörden ergänzende Studien fordern, kommen die Hersteller dem zumeist zögerlich oder gar nicht nach. Die Zulassungsbehörden lassen sich das gefallen. Die Preise für die neuen Krebsmedikamente sind exorbitant. Neue Krebsmedikamente 1: Nutzen für Patienten fraglich, Preise exorbitant Link. Mailankody S, Prasad V. Five years [mehr...]


Neue Krebsmedikamente 7 - EMA: Patientennutzen auch nach Jahren häufig unbekannt

In einer vor kurzem im British Medical Journal veröffentlichten Studie ging es um die Frage, ob bei Krebsmedikamenten zum Zeitpunkt der Zulassung durch Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (European Medicines Agency) oder ggf. Jahre später Evidenz über den Patientennutzen vorlag. Als patientenrelevante Behandlungsendpunkte werden die Verlängerung des Lebens und die Verbesserung der Lebensqualität angesehen. In Jahren 2009 bis 2013 sprach die EMA 68 Zulassungen für Krebsmedikamente aus. Art der Zulassung: neue Substanzen: 33 Erweiterung der Indikation bereits zugelassener Medikamenten: 35 [mehr...]

 


Neue Krebsmedikamente 6 - FDA: Hürde für Zulassung niedrig, kein Biss bei Postmarketing-Studien

Krebstherapien sollen das Leben von Kranken verlängern, darüber hinaus Beschwerden lindern, Komplikationen vermeiden und die Lebensqualität verbessern. Die Arzneimittelzulassungsbehörden legen ihren Entscheidungen über die Neuzulassung von Krebsmedikamenten jedoch häufig nicht diese patientenrelevanten Behandlungsendpunkte sondern Surrogatendpunkte zugrunde. Surrogatendpunkte messen z.B. die vorübergehende Verkleinerung eines Tumors (Ansprechrate) oder die Zeit bis zum Fortschreiten des Tumorwachstums (progressionsfreies Überleben). Dabei setzen die Zulassungsbehörden auf die Hoffnung, dass [mehr...]


Evidenz für Kombination von Maßnahmen: "mehr Pflegepersonal" und besseren Arbeitsbedingungen gleich hohe Überlebenschance

Bereits 2011 siehe "Mehr Personal im Pflegebereich und alles wird gut"!? Auch die Evidenz von "guten" Patentrezepten muss nachgewiesen werden hatten PflegewissenschaftlerInnen darauf hingewiesen, dass neben einer Erhöhung der Anzahl von Pflegekräften (aber auch Ärzten) auch eine Verbesserung bestimmter Arbeitsbedingungen eine Reihe von Outcomes für die PatientInnen positiv beeinflusst, ja ohne eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bis zu einem bestimmten Maße sogar die Aufstockung des Personals keine positive Wirkung hat. In einer weiteren, 2016 veröffentlichten Studie mit 11.160 [mehr...]

 


Mehr Transparenz über verordnete und gekaufte Medikamente für PatientInnen und ÄrztInnen durch Medikationsplan!? Ja, aber….

Seit vielen Jahren weisen ExpertInnen auf die möglichen unerwünschten gesundheitlichen Folgen der gleichzeitigen Verordnung und Einnahme von Arzneimitteln durch verschiedene, über die Parallelverordnungen uninformierten Ärzte und die nicht geringe Anzahl von nicht rezeptpflichtigen von den PatientInnen in der Apotheke gekauften so genannten "Over-the-counter (OTC)"-Arzneimittel hin. Die für Ärzte aber auch PatientInnen herrschende Intransparenz erklärt einen Teil der Wechselwirkungen, der Wirkungsblockaden oder auch der Noncompliance mit deren oft auch ebenfalls erheblichen Folgen [mehr...]


"Stairway to health": Kleine Hinweise helfen bei der Entscheidung, die Treppe statt den Aufzug oder die Rolltreppe zu nutzen.

Körperliche Bewegung wirkt sich mit Sicherheit auf die Gesundheit und die Lebensqualität aus - selbst wenn es sich nicht um kilometerlanges Joggen oder Marathons handelt. Ob und wie sich aber eine nennenswerte Anzahl von Personen selbst zu kleinen Veränderungen ihres Bewegungsverhaltens bewegen lässt, ist nicht so sicher. Für eine der vielen kleinen bewegungsorientierten Veränderungen im Alltag, der Nutzung von Treppen statt der der oft attraktiveren Rolltreppen oder Fahrstühle, interessierten sich jetzt kalifornische Präventionsexperten in einer empirischen Studie am internationalen Flughafen [mehr...]

 


Ein schwacher Trost!? Wenn man Gedächtnisprobleme merkt, ist die Gefahr einer finalen Demenzerkrankung relativ gering.

Der durch Werbeclips ("Hallo, guten Tag Herr….ääääh") und zahlreiche Veröffentlichungen erzeugte Eindruck, der lange Gang in eine Demenzerkrankung beginne mit Gedächtnisverlusten und sei mit ihnen so gut wie sicher, könnte zu einem gewissen Teil falsch sein. Dies ist jedenfalls das Ergebnis einer aktuellen Studie mit 1.062 TeilnehmerInnen in der "Alzheimer's Disease Neuroimaging Initiative database" von denen 191 an Alzheimer und 499 an geringen bis milden Einschränkungen ihrer kognitiven Fähigkeiten litten und 372 Mitglieder einer gesunden Vergleichsgruppe waren. Die [mehr...]


Psychische Störungen in Bayern und anderswo: Kein Anstieg der Häufigkeit in den letzten 10-15 Jahren und soziale Ungleichheit

Wer sich mit psychischen Störungen oder Erkrankungen beschäftigt und nicht sofort in den großen Chor von der "dramatisch anwachsenden" Epidemie psychischer Erkrankungen einstimmen will, findet in einem aktuellen Bericht des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege eine gute Grundlage für die problemangemessene Debatte über Umfang, Arten, Entwicklungstendenzen und Hilfsmöglichkeiten dieser Erkrankungsarten. Die gründliche und kompakte Aufarbeitung des Wissens über die Häufigkeit psychischer Störungen, die organisatorischen und inhaltlichen Schwierigkeiten der [mehr...]

 


12 Jahre danach: Deutliche Gewichtsabnahme für stark Übergewichtige durch einen Magenbypass kann nachhaltig sein.

Auch wenn nichtinvasive Maßnahmen für den Abbau erheblichen Übergewichts immer noch anstrebenswert sind, das Risiko einer Operation nicht unterschätzt werden darf und frühere Studien Zweifel am mittel- bis langfristigen Nutzen einer bariatrischen Operation förderten oder nicht ausschließen konnten, zeigt eine aktuelle Studie mit zwei Vergleichsgruppen auch nach 12 Jahren einen signifikanten und beträchtlichen Nutzen durch einen so genannten Roux-en-Y-Magenbypass - einer der häufigsten Methoden den natürlichen Weg der Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt so zu verändern, "dass die Patienten [mehr...]


Wie gelingt es ohne Nachteile für Patient und Arzt bei den meisten Atemwegserkrankungen Antibiotika zu verhindern?

Darüber, dass die Verordnung und Einnahme von Antibiotika bei den meisten Infektionen der oberen Atemwege und des Mittelohrs, da durch Viren verursacht, keine heilende oder nur eine symptomatische Wirkung hat, dafür aber massiv die Entstehung von immer mehr resistenten Keimen fördert und daher eine Gesundheitsgefahr darstellt, besteht seit Jahren ein weltweiter Konsens. Trotz einiger Fortschritte zögern aber immer noch viele Ärzte "für alle Fälle" oder weil es bei Kindern "die besorgten Eltern so wollen" auf Antibiotika zu verzichten oder mit einer "watchful [mehr...]

 


Was haben die 75% der deutschen Ärzte von der Transparenz über Industriezahlungen an sie zu befürchten, die sie 2016 verhinderten?

In den USA gibt es seit 2013 und in Deutschland seit 2015 Veröffentlichungen über die Höhe und Art der Zuwendungen von Pharmaunternehmen an Ärzte. Und damit hören die Gemeinsamkeiten auch bereits auf: In den USA handelt es sich um eine gesetzliche Vorschrift mit dem griffigen Namen "Physician Payments Sunshine Act", die für alle Pharmaunternehmen und alle Ärzte verpflichtend ist. In Deutschland handelt es sich um eine Selbstverpflichtung an der nur die Mitglieder des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller (VfA) und diejenigen Ärzte mitmachen, die das wollen. In die [mehr...]


Vorbild USA: US-Kongress will von 7 Pharmafirmen komplette Transparenz über ihre Preisgestaltung für Medikamente gegen MS

Auch wenn es in den USA seit einigen Jahren gesundheitspolitisch ausgesprochen schrill, makaber und wiedersprüchlich zugeht wäre es ein großer Fehler die dortige Gesundheitspolitik auf Obama- versus Trumpcare oder auf die Dominanz radikal marktwirtschaftlicher und anbieterhöriger Positionen zu reduzieren. Jenseits der großen Care-Debatten gibt es eine Vielzahl von verabschiedeten Innovationen oder Initiativen, die zum Teil wesentlich anbieter- oder wettbewerbskritscher oder evidenbzbasierter sind als z.B. im GKV-System. Dazu gehört beispielsweise eine am 17. August 2017 an sieben [mehr...]

 


Es ist selten zu spät und selten zu wenig. Körperliche Aktivität, Mobilität, Behinderung und Unabhängigkeit von 70-89-Jährigen

Körperliche Leistungsfähigkeit und funktionale Mobilität sowie die Freiheit von Behinderung sind wichtige Voraussetzungen für ein weitgehend selbständiges Leben älterer Personen in ihren "eigenen vier Wänden". Regelmäßige körperliche Aktivitäten sind geeignet, diese Ziele zu erreichen. Dass viele Angehörige dieser Altersgruppe noch nicht einmal beginnen, das Ziel erreichen zu wollen, liegt nur u.a. an Faulheit oder Bequemlichkeit, sondern an zwei gesichert erscheinenden Erwartungen oder Vorbehalten: Man sei zu alt für "mehr Sport" und er "bringe" in diesem Alter [mehr...]


G-Trust oder Wie suche ich mir als Arzt die "richtige" Behandlungs-Leitlinie aus?

Für die Behandlung vieler Krankheiten durch Fachärzte für Allgemeinärzte und zahlreiche andere Fachärzte gibt es eine seit Jahren zunehmende Fülle von Leitlinien oder Behandlungsempfehlungen. Sie werden wiederum weltweit von einer Fülle von wissenschaftlichen Einrichtungen, medizinischen Fachgesellschaften und korporatistischen Einrichtungen mit unterschiedlichster Methodik und Evidenzgraden sowie durch unterschiedlichst zusammengesetzte Arbeitsgruppen erstellt. Zu Recht wird daher von praktisch tätigen ÄrztInnen beklagt, wie schwer und mit zeitlichen Verzögerungen verbunden ein Überblick zu [mehr...]

 


Handhygiene in Kliniken: "probably slightly reduces infection…and colonisation rates" aber "based moderate certainty of evidence"

Eine Erhöhung der Häufigkeit und Gründlichkeit der Handhygiene aller Beschäftigten in Krankenhäusern reduziert nach zahlreichen weltweiten Studien sowohl die Keimbesiedlung als auch die Rate der oft schwerwiegenden Infektionen und Todesfälle. Da dies entgegen manchen Erwartungen an die Professionalität von Ärzten und Pflegekräften nicht automatisch zu den notwendigen Veränderungen von Einstellungen und Verhalten von Ärzten und Pflegekräften geführt hat, wurde die Erkenntnis in eine Vielzahl unterschiedlichster Interventionsvorschlägen integriert - darunter z.B. ein umfangreicher [mehr...]


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