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Patienten
Versorgungsforschung: Krebs


Unheilbarer Krebs: die meisten Patienten wünschen vollständige Informationen (11.7.16)
Und es geht doch schnell! Wie die Evidenz zur nicht notwendigen Entfernung bestimmter Lymphknoten bei Brustkrebs im OP ankommt. (10.7.16)
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Arbeitslosigkeit und Sterblichkeit an Prostatakrebs - ein OECD-weit vielfach signifikanter Zusammenhang (17.5.15)
16% oder 0,3% - Relativ oder absolut und was folgt daraus für das Screening von Lungenkrebs? (19.10.14)
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40 Jahre "war on cancer", 20 Jahre "Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening trial" und kein "Sieg" in Sicht! (11.6.11)
Eierstockkrebs-Screening bringt nachweisbar Schaden durch nicht notwendige Operationen aber keinen Nutzen bei der Mortalität. (20.5.11)
Auch nach 20 Jahren: Kein signifikanter Nutzen des PSA-Tests zur Senkung des Risikos an Prostatakrebs zu versterben zu entdecken! (5.4.11)
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Warum Zweitmeinungen nicht nur bei teuren Spezialpräparaten? Funde aus der Praxis von Zweitmeinungszentren bei Hodenkrebs. (30.1.10)
Gibt es Überversorgung bei Screeningangeboten? Beim "Pap-Test" neigen amerikanische Ärzte sogar gewaltig dazu. (8.11.09)
Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie: Ein Drittel aller Karzinome ist harmlos und überdiagnostiziert (10.8.09)
Schweiz: Nur 50% der Ärzte ist vom Nutzen des PSA-Tests überzeugt, aber 75% empfehlen ihn aus juristischen Erwägungen (23.3.09)
"Die Kernfrage ist nicht, ob das PSA-Screening effektiv ist, sondern ob es mehr nützt als schadet." - Neues und Widersprüchliches. (21.3.09)
Vitamine C und E, Selen und vermutlich viele antioxidative Stoffe ohne präventive Wirkung bei Prostatakrebs. PSA-Testprobleme! (10.12.08)
Psychotherapeutische Hilfe nach Brustkrebs verbessert den Therapie-Erfolg und senkt sogar die Mortalität (20.11.08)
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Persönliche Charakteristika von Ärzten spielen Rolle bei der leitliniengerechten Brustkrebsbehandlung (17.2.2008)
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Brustkrebs-Diagnosen durch Mammographie: Die Treffsicherheit von Ärzten ist extrem unterschiedlich (16.12.2007)
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"Remember that time is money": Umfang und finanzieller Wert der durch Krebsbehandlung "verlorenen Zeit" (3.1.2007)
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"Remember that time is money": Umfang und finanzieller Wert der durch Krebsbehandlung "verlorenen Zeit"

Artikel 0444 Wo anders als in den USA scheinen Wissenschaftler unbekümmert klären zu können, was der eingangs zitierte Merksatz Benjamin Franklins aus dem Jahre 1748 für Krebspatienten im 21. Jahrhundert bedeutet?

Wo mit dem Stichwort "Wartezeiten" oftmals nur bedauerndes Achselzucken ausgelöst wird, haben jetzt Wissenschaftler des nationalen Krebsinstituts der USA und einiger großer Krankenhäuser um R. Yabroff für 763.527 bei Medicare versicherte Patienten, die an 11 verbreiteten Krebsarten litten, ausgezählt, wie viele Stunden diese Menschen allein im ersten Jahr ihrer Behandlung in Warteräumen für Computertomografie-Untersuchungen oder mit dem Warten auf das Ende chemotherapeutischer Tropfs verbringen und wie viele Dollars es kosten würde, wenn dafür der Durchschnittslohn von rund 15 US-Dollar (2002) gezahlt würde (insofern fiktiv, weil viele der Patienten bereits nicht mehr erwerbstätige Rentner sind).
Nicht quantifiziert wurden die Lebenszeit-Verluste durch und Kosten von speziellen Erholzeiten z. B. nach einer Chemotherapie-Sitzung oder die Fahrtzeiten zu Behandlungen. Dieser zeitliche und nur zur Veranschaulichung monetarisierte Aufwand der Krebspatienten wurde mit dem zeitlichen Aufwand für die medizinische Versorgung von rund 1 Million von Medicare-Versicherten verglichen, die nicht an Krebs erkrankt waren. Diese Perspektive ist neu: Wenn über Kosten im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen überhaupt gesprochen wird, dann meist nur über die der medizinischen Behandlung. Mit dieser Untersuchung entsteht also zumindest ein vollständigeres Bild.

Die Ergebnisse dieser Analysen mit dem Titel "Patient Time Costs Associated With Cancer Care" können kostenlos nur als Abstract der Veröffentlichung im "JNCI Journal of the National Cancer Institute" (2007 99(1):14-23) heruntergeladen werden.

Auch wenn ein kritisches Editorial von Kessler und Ramsey unter dem Titel "The Forest and the Trees: the Human Costs of Cancer" in derselben Ausgabe des Journals zu Recht darauf hinweist, dass Krebs mehr ist und kostet als Dollars für die Behandlung oder Wartezeiten, vermittelt diese Quantifizierung doch näherungsweise, was die Fülle der Krankheitslast und verlorenen Lebensgelegenheiten konkret für diese Patienten bedeutet.

Konkret ermitteln die Forscher dann z. B. folgende Sachverhalte:

• Der Behandlungszeit-Zoll beträgt unter den genannten Annahmen wenigstens 2,3 Milliarden US-$ pro Jahr.
• An Eierstockkrebs erkrankte Frauen verbringen im ersten Jahr nach der Diagnose 368 Stunden mit Warten, Lungenkrebserkrankte 272 Stunden und Nierenkrebskranke 193 Stunden.
• Wahrscheinlich ist, dass der Aufwand bezogen auf die gesamte, d.h. auch die mittelaltrige und jüngere Bevölkerung, auch auf der Basis dieser Untersuchung unterschätzt wird.
• Patienten, bei denen der Krebs früh diagnostiziert wurde, benötigen weniger Behandlungszeit. Dies werten die Autoren auch als Beleg, dass Forschung für eine bessere und frühe Entdeckung von Krebs "wirklichen Nutzen stiften" kann.
• Verglichen mit vergleichbaren Versicherten ohne Krebs verbringen Prostatakrebspatienten im ersten Jahr nach Diagnose 55 Stunden mehr mit medizinischer Versorgung. Bei Brustkrebserkrankten betrug diese Differenz 66 Stunden. Beide Untergruppen verbringen auch noch durchschnittlich 4 Tage im Krankenhaus.

Die beiden Editorial-Autoren weisen am Ende ihres Kommentars berechtigterweise auf die Notwendigkeit einer noch ganz anderen und wirklichkeitsnaheren "Kosten"analyse schwerer Erkrankungen hin: "Does this study complete the picture of the overall burden of cancer? We have left out the incalculable emotional suffering of the patient and his or her family and friends. Without such a count, we know we have greatly underestimated the true cost of this disease."

Bernard Braun, 3.1.2007