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Patienten
Versorgungsforschung: Krebs


Unheilbarer Krebs: die meisten Patienten wünschen vollständige Informationen (11.7.16)
Und es geht doch schnell! Wie die Evidenz zur nicht notwendigen Entfernung bestimmter Lymphknoten bei Brustkrebs im OP ankommt. (10.7.16)
Zwischen unter 20% bis 70%: Unterschiede der durch Verhaltensmodifikationen beeinflussbaren Krebsinzidenz und Mortalität (23.5.16)
Diagnostische Variabilität der Biopsien von Brustgewebe je nach Art der Zellveränderung erheblich (22.3.16)
Rückgang der Inzidenz und Mortalität von Darmkrebs durch Vorsorgekoloskopie - Ja, mit kleinen Einschränkungen (4.3.16)
Der "fordernde Patient" - ein Mythos (13.8.15)
Arbeitslosigkeit und Sterblichkeit an Prostatakrebs - ein OECD-weit vielfach signifikanter Zusammenhang (17.5.15)
16% oder 0,3% - Relativ oder absolut und was folgt daraus für das Screening von Lungenkrebs? (19.10.14)
Risikopyramide Tabakrauchen: Aktivrauchen, Passivrauchen und nun auch noch "third hand smoke"-Rauchen (17.7.14)
Bewohner sozial schlecht gestellter Landkreise in Deutschland haben höhere Krebssterberisiken als Bewohner anderer Landkreise (1.2.14)
Risiko-Kommunikation bei einseitigem Brustkrebs überschätzt oft die Folgerisiken für die gesunde Brust und funktioniert zu wenig (17.9.13)
Über-/Fehlversorgung mit Koloskopien für knapp ein Viertel der 70-jährigen und älteren US-BürgerInnen (15.3.13)
Wie viele Jahre müssen Darm- und Brustkrebs-Gescreente noch leben, um den Überlebensnutzen der Untersuchungen genießen zu können? (3.3.13)
Helfen Flüssigkeitsinfusionen sterbenden (Krebs-)patienten? Sehr wenig, aber garantiert regelmäßige Besucher! (27.1.13)
"Iss und stirb" oder "Iss Dich gesund" - geht es beim Essen so oder so immer um Krebs!? (26.12.12)
Lungenkrebs und Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium: Illusionen über Heilung bei der Mehrzahl der Patienten (25.10.12)
Weniger operieren bei lokal begrenztem Prostatakarzinom (25.7.12)
PSA-Massenscreening "nein danke" oder allenfalls noch individualisierte Suche nach Prostatakarzinom-Prädiktor!? (7.6.12)
Zu viel Medizin, zu wenig Palliativ-Versorgung am Ende des Lebens (19.4.12)
PSA-Screening senkt auch nach 13 Jahren Beobachtungszeit nicht das Risiko an Prostatakrebs zu sterben (10.1.12)
Avastin: Zulassungsverlust in den USA wegen Unwirksamkeit und Nebenwirkungen?! "Geld-zurück"-Vermarktungsstrategie in Deutschland! (30.10.11)
Brustkrebspatientinnen werden schlecht auf die sozialen, emotionalen und kognitiven Bedingungen nach dem Überleben vorbereitet (14.10.11)
US-Empfehlung: Schluss mit PSA-basiertem Prostatakrebs-Screening bei gesunden Männern! Deutsche Urologen: "zu drastisch"! (9.10.11)
Screening, Überdiagnostik und Überbehandlung: Anstieg der Brustentfernungen statt Abnahme nach Einführung von Brustkrebs-Screening (14.9.11)
40 Jahre "war on cancer", 20 Jahre "Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening trial" und kein "Sieg" in Sicht! (11.6.11)
Eierstockkrebs-Screening bringt nachweisbar Schaden durch nicht notwendige Operationen aber keinen Nutzen bei der Mortalität. (20.5.11)
Auch nach 20 Jahren: Kein signifikanter Nutzen des PSA-Tests zur Senkung des Risikos an Prostatakrebs zu versterben zu entdecken! (5.4.11)
Verschwenderisch, nutzlos, inhuman: Warum erhalten todkranke Krebspatienten noch Untersuchungen zur Früherkennung? (3.11.10)
US-Massenmedien und Krebs - Nebeneinander von Risiko-Verharmlosung und Schweigen über palliative Angebote (31.7.10)
Früherkennung von Lungenkrebs mit Computertomographie: Risiken sicher, Nutzen nicht (24.4.10)
Warum Zweitmeinungen nicht nur bei teuren Spezialpräparaten? Funde aus der Praxis von Zweitmeinungszentren bei Hodenkrebs. (30.1.10)
Gibt es Überversorgung bei Screeningangeboten? Beim "Pap-Test" neigen amerikanische Ärzte sogar gewaltig dazu. (8.11.09)
Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie: Ein Drittel aller Karzinome ist harmlos und überdiagnostiziert (10.8.09)
Schweiz: Nur 50% der Ärzte ist vom Nutzen des PSA-Tests überzeugt, aber 75% empfehlen ihn aus juristischen Erwägungen (23.3.09)
"Die Kernfrage ist nicht, ob das PSA-Screening effektiv ist, sondern ob es mehr nützt als schadet." - Neues und Widersprüchliches. (21.3.09)
Vitamine C und E, Selen und vermutlich viele antioxidative Stoffe ohne präventive Wirkung bei Prostatakrebs. PSA-Testprobleme! (10.12.08)
Psychotherapeutische Hilfe nach Brustkrebs verbessert den Therapie-Erfolg und senkt sogar die Mortalität (20.11.08)
USA: Ethnische Ungleichheiten in der Versorgungsplanung von Krebspatienten in den 6 letzten Monaten vor dem Tod. (12.11.08)
Persönliche Charakteristika von Ärzten spielen Rolle bei der leitliniengerechten Brustkrebsbehandlung (17.2.2008)
Kommunikation mit Krebspatienten über ihre Ängste: Den meisten Ärzten fehlen die rechten Worte (31.12.2007)
Gefahr von Unter- und Fehlversorgung bei langjähriger Therapienotwendigkeit: Das Beispiel Tamoxifen bei Brustkrebs. (25.12.2007)
Brustkrebs-Diagnosen durch Mammographie: Die Treffsicherheit von Ärzten ist extrem unterschiedlich (16.12.2007)
Überleben allein ist nicht alles. Von der Wichtigkeit der Nachsorge für die Lebensqualität von jungen Krebspatienten! (15.6.2007)
Chemotherapie am Lebensende: Krebspatienten erfahren über ihre Krankheit mehr von Mitpatienten als von ihrem Arzt (12.1.2007)
"Remember that time is money": Umfang und finanzieller Wert der durch Krebsbehandlung "verlorenen Zeit" (3.1.2007)
Über- und Fehlversorgung beim PSA-Screening für ältere Männer (15.11.2006)
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Psychotherapeutische Hilfe nach Brustkrebs verbessert den Therapie-Erfolg und senkt sogar die Mortalität

Artikel 1407 Hilft Psychotherapie auch bei der Bewältigung schwerwiegender Erkrankungen wie Brustkrebs? Und macht sich dies nicht nur bemerkbar in einem ausgeglicheneren, weniger angstbesetzten Lebensgefühl, sondern darüber hinaus auch in der Überlebensrate? Diesen Fragen ist ein Forschungsteam der Ohio State University jetzt in einer randomisierten Studie nachgegangen, einer Studie also mit zufälliger Zuweisung der Teilnehmer entweder zur Psychotherapie-Gruppe oder zu einer Kontrollgruppe, in der nur der körperliche und seelische Gesundheitszustand überprüft wurde. Für ihre Hypothese, dass Psychotherapie tatsächlich hilft, fanden die Wissenschaftler überraschend deutliche Belege: In der Gruppe mit Therapie war sogar die Sterblichkeit erheblich niedriger, nämlich nur etwa halb so groß.

227 Patientinnen, die wegen der Diagnose von Brustkrebs (Mammakarzinom im Stadium II oder III) in medizinischer Behandlung waren, nahmen an der jetzt in der Zeitschrift "Cancer" online vorab veröffentlichten Studie teil. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt: In einer Gruppe wurde lediglich der Gesundheitszustand regelmäßig überprüft, die Teilnehmer der anderen Gruppe erlernten unter psychologischer Anleitung Entspannungsübungen zur Stressbewältigung und Verbesserung des emotionalen Befindens. Diese Gruppensitzungen mit jeweils 8-12 Teilnehmerinnen fanden anfänglich einmal pro Woche statt und später dann nach etwa vier Monaten einmal im Monat. Neben den Entspannungsübungen bekamen die Frauen auch Tipps zu Sport und gesunder Ernährung und sie konnten den Psychologen bei Ängsten oder Sorgen im sozialen Umfeld oder bei körperlichen Beeinträchtigungen ansprechen.

Über einen Zeitraum von durchschnittlich 11 Jahren wurde dann der Werdegang aller Teilnehmerinnen verfolgt. Als Ergebnis zeigte sich:
• Bei 62 Frauen (29%) zeigten sich Rezidive, also wieder zurückkehrende Tumore, und 54 Frauen verstarben im Beobachtungszeitraum.
• Durch die psychotherapeutische Hilfe wurde einerseits die Quote der Rezidive gesenkt, sie war in der Therapiegruppe nur etwa halb so groß (Hazard Ratio HR 0,55).
• Darüber hinaus war sogar das Sterberisiko durch Brustkrebs deutlich niedriger, es war nicht einmal halb so groß wie in der Kontrollgruppe (HR 0,44)
• und auch die Gesamtsterblichkeit war nur halb so hoch wie in der Vergleichsgruppe (HR 0,51).
• Wiederkehrende Tumore traten bei den Teilnehmerinnen an Psychotherapie-Gruppen durchschnittlich 6 Monate später auf, wodurch sich die Überlebenszeit dieser Frauen von durchschnittlich 4,8 auf 6,1 Jahre verlängert.

Die Wissenschaftler weisen in der Diskussion ihrer Befunde darauf hin, dass eine unlängst veröffentlichte Meta-Analyse heraus fand, dass psychologischer Stress (etwa durch Ängste) bei Krebserkrankungen zu kürzeren Überlebensraten und höheren Mortalitätsraten führt (vgl.: Do stress-related psychological factors contribute to cancer incidence and survival? Nature Clinical Practice Oncology 2008; 5: 466-475) Offensichtlich ist es auch möglich, durch Psychotherapie das Stress-Niveau zu senken und damit einen positiveren Verlauf der Krebserkrankung zu bewirken.

Hier ist ein Abstract: Barbara L. Andersen u.a.: Psychologic intervention improves survival for breast cancer patients. A randomized clinical trial (Cancer, Published Online: 17 Nov 2008, doi: 10.1002/cncr.23969)

Gerd Marstedt, 20.11.08