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Mehrheit der Bevölkerung nimmt Gesundheitsreform nur noch als "Hick-Hack" wahr

Artikel 0464 Die geplante Gesundheitsreform ist für die meisten Bundesbürger undurchschaubar. Nicht nur die Details des Gesetzesentwurfes stoßen auf Unverständnis. Auch die grundsätzliche Zielrichtung bleibt den meisten Bürgern verborgen. Sehr viele Menschen würden die politische Diskussion über die Gesundheitsreform nur noch als "Hick-Hack" zwischen den Parteien ohne erkennbares Konzept empfinden, erklärte Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts FORSA, das die Befragung im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes durchgeführt hat.

Problematisch sei dies, so Güllner, weil 38% der insgesamt 1000 Befragten angaben, sie würden die Berichterstattung regelmäßig verfolgen und weitere 46% sagten, sie würden dies zumindest gelegentlich tun. Die Befragung habe gezeigt, dass die Bürger die Diskussion zur Gesundheitsreform durchaus in den Medien verfolgen und auch zu Veränderungen bereit seien. Sie unterstellen der Regierung jedoch Konzeptlosigkeit und befürchten eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung.

Einige weitere Ergebnisse der Umfrage:
• Das Unverständnis geht quer durch alle Parteien und alle Schichten: 88% der Arbeiter können den Regierungsplänen nicht mehr folgen, aber auch 74% der Selbstständigen, Angestellten und Beamten nicht. 86% sehen nur noch ein Hick-Hack, aber kein erkennbares Konzept mehr.
• Die Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung hat drastisch nachgelassen. Zeigten sich 2001 noch 66% mit dem System zufrieden, so sind es 2007 nur noch 45%. Und für die Zukunft werden von 71% weitere Verschlechterungen in den nächsten fünf Jahren befürchtet.
• Bei der Frage, wem man bei der Gesundheitsreform noch vertraut, liegen die Ärzte mit 62% weit vorn. Den Kassen trauen nur neun Prozent der Bürger, den Politikern sogar nur sechs Prozent.
• Die Hälfte der Befragten erkennt durchaus, dass es "im System der Gesundheitsversorgung grundlegende Veränderungen" geben muss. Allerdings meint ebenfalls die Hälfte, dass sich seit der letzten Reform 2004 die Gesundheitsversorgung in Deutschland verschlechtert habe. Ein Detailaspekt: 72% halten die seinerzeit eingeführte Praxisgebühr für überflüssig oder wenig sinnvoll.
• Auf die Frage, was das vermutete Ziel der Gesundheitsreform sei - die Versorgung der Patienten auf heutigem Niveau oder die zukünftige Finanzierung - antworteten 55% "die zukünftige Finanzierung". Nur 38 Prozent gaben die Versorgung der Patienten an. Dazu Güllner: Die Menschen sehen den fachlichen Sinn der Reform nicht mehr", sie werde überwiegend als "Haushaltsplan-Gestaltung" wahrgenommen.

Die Folien mit den Umfrageergebnissen sind auf der Website des Auftraggebers Deutscher Beamtenbund verfügbar:
Die Bürger und die Gesundheitsreform: Wahrnehmung und Einschätzungen

Gerd Marstedt, 10.1.2007