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Bevölkerungsumfrage: Pharma-Unternehmen haben sehr großen Einfluss in der Gesundheitspolitik, genießen aber nur wenig Vertrauen

Artikel 1204 Eine repräsentative Bevölkerungsumfrage in Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) bei 2.000 erwachsenen Deutschen hat jetzt eine Reihe von Kritikpunkten der Bevölkerung im Hinblick auf das Gesundheitssystem und beschlossene Reformen zutage gebracht. Bei der Frage, welche Einrichtungen großen Einfluss auf Reformprozesse im Gesundheitswesen haben, wird die Pharmaindustrie am häufigsten genannt (54%), noch weit vor der Bundesregierung (33%), Krankenkassen (19%) oder Ärzteverbänden (15%), wobei Interessenvertretungen der Patienten mit 4 Prozent der Nennungen ganz am Schluss liegen. Der als überaus stark wahrgenommene Einfluss von Pharma-Unternehmen steht jedoch in deutlich Widerspruch zum Vertrauen, das die Bevölkerung in die Arzneimittel-Hersteller haben. Lediglich 10 Prozent sagen, "dass diese in der politischen Diskussion um die Gesundheitsreform das Richtige tun." Allerdings genießen auch andere Akteure und Einrichtungen nur wenig Vertrauen, noch am häufigsten wird hier die eigene Krankenkasse genannt (26%).

Weitere Ergebnisse der Befragung:
• Es gibt ein klares Mitgliedervotum für die Krankenkassen, sich aktiv an der Reformdiskussion zu beteiligen. 76% der Bevölkerung wünschen sich eine aktivere Rolle der Krankenkasse bzw. Krankenversicherung, wenn es um die aktuelle Gesundheitsreform geht.

• Gegenüber diesen Reformen besteht eher Skepsis und Kritik. Auf die Frage: "Zur Zeit wird in den Medien viel über die aktuelle Gesundheitsreform berichtet, die seit rund einem Jahr in Kraft ist. Wenn Sie einmal an all das denken, was Sie in der letzten Zeit darüber gehört, gesehen oder gelesen haben, z.B. zum Gesundheitsfonds, Rabatt auf Arzneimittel oder Wahltarifen: Wie sehr stimmen Sie der Aussage zu: 'Ich bin davon überzeugt, dass diese Reformen positive Auswirkungen auf das Gesundheitssystem hier in Deutschland haben werden'?" antworten 66% mit "stimme eher nicht / stimme überhaupt nicht zu".

• Fragen zum Gesundheitsfonds erbringen überwiegend negative und ablehnende Antworten, was allerdings teilweise auch an suggestiven Fragenformulierungen der von FORSA durchgeführten Befragung beruhen könnte wie z.B.: "Wirtschaftlich handelnde Unternehmen können ihre Ein- und Ausgaben üblicherweise selbst steuern. Folge des zentralen Gesundheitsfonds wäre unter anderem, dass die gesetzlichen Krankenkassen keinen Einfluss mehr auf die Höhe ihrer Beitragseinnahmen haben, da ihnen diese ja als Pauschalbetrag vom Gesundheitsfonds zugewiesen würden. Meinen Sie, dass dies ein wirtschaftliches Handeln der Krankenkassen eher fördert oder eher behindert?" (72% antworten hier mit "eher behindert")

• Wie es scheint, würde ein größerer Teil der Versicherten auch höhere Beiträge akzeptieren, wenn dies bedeutet, dass die Kassen zukünftig teurere Versorgungsleistungen (durch den medizinischen Fortschritt) übernehmen. 64% sagen "ich möchte auch weiterhin am medizinischen Fortschritt teilhaben und akzeptiere dafür auch höhere Beiträge".

• Das Solidarprinzip wird nach wie vor positiv bewertet (ca. 80% finden die Idee sehr gut oder gut). Allerdings ist der Anteil der "sehr gut" Bewertungen seit 2004 zurück gegangen von 30% auf 19%.

• Bei der Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen herrscht unter dem Strich eher Pessimismus: 92% befürchten steigende Beitragssätze, 66% weitere Einschränkungen im GKV-Leistungskatalog, 41% ein Sinken der Versorgungsqualität.

• Das Meinungsbild zu den Rabattverträgen der Kassen mit Arzneimittelherstellern zeigt überwiegend Zustimmung zu den Sparmaßnahmen. 62% sagen: "Ich finde es gut, wenn meine KK solche Rabattverträge abschließt, denn das hilft, die Kosten im Gesundheitssystem zu dämpfen - dafür nehme ich den Wechsel von einem gewohnten zu einem anderen wirkstoffgleichen Arzneimittel in Kauf." Nur 37% votieren dagegen: "Ich bin durchaus dafür, dass die Krankenkassen Kosten einsparen, aber wenn ich deshalb von einem gewohnten Arzneimittel auf ein anderes wechseln müsste, dann ist mir das zu unsicher, auch wenn beide die gleichen Wirkstoffe haben."

• Pressemitteilung der TK: Umfrage: Schlechte Noten für den Gesundheitsfonds
• Befragungsergebnisse (PDF, 27 Seiten) TK-Meinungspuls Gesundheit 2008. Ein Jahr GKV-WSG: Eine Bilanz

Gerd Marstedt, 17.4.2008