Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren


Weitere Artikel aus der Rubrik
Gesundheitssystem
Umgestaltung, neue Modelle


"People-centred health systems" - Gesundheitssysteme la Afrika, Südamerika oder Indien (6.10.14)
Pay for Performance bleibt Glaubensfrage - Empirie überaus schwach (3.8.13)
Auf rückwärtsgewandten Pfaden weiter zur Zweiklassenmedizin (24.5.13)
Globale Soziale Sicherung: So utopisch wie unverzichtbar (17.2.13)
Die Tücken des Wettbewerbs: Sondergutachten 2012 des Gesundheits-Sachverständigenrates (22.7.12)
Aufgewärmtes zur Praxisgebühr: Unbelehrbar, unbe-irr-bar oder einfach nur irre? (12.4.12)
Angriff der Refeudalisierer (2.2.12)
Neues und Fundiertes zur Kritik der schwarz-gelben Gesundheitspolitik (3.12.11)
"Englische Zustände" oder Erfolgsmodell für Steuerfinanzierung? Bericht zur Entwicklung des britischen NHS 1997-2010 (22.3.11)
Kommunale sektorübergreifende Versorgungskonferenzen: Eine Lösung für die gesundheitliche Versorgung in Stadt und Land!? (28.2.11)
Vorschläge von der Union für ein GKV-Versorgungsgesetz: Mehr Fragen als Antworten - aber für die CDU ganz schön mutig! (20.1.11)
Fachgesellschaft der Gesundheitsökonomen pfeift auf wissenschaftliche Empirie (13.1.11)
Weltgesundheitsbericht 2010 der WHO: Der Weg zu universeller Sicherung (26.11.10)
Steuerung durch Kassenwettbewerb - wenn ja, wie viel? (10.11.10)
FDP?! Mehr Staatsfinanzierung und Sozialbürokratie durch einkommensunabhängige Zusatzbeiträge mit Sozialausgleich (12.10.10)
Wie frei dürfen Privatkrankenversicherungen mit ihren Kunden umgehen? Bundesverwaltungsgericht zieht Grenze zugunsten Altkunden (28.6.10)
Zur Kritik der "Versloterhüschelung" der Sozialstaatsdebatte oder wozu eine Feier zum 65. Geburtstag auch dienen kann. (5.5.10)
Dreimal "Auswirkungen der DRGs": Ähnliche und völlig unterschiedliche Ergebnisse und Bewertungen dreier Politikfolgen-Studien (5.4.10)
Bedenkliche Schlagseite gesundheitspolitischer Ziele im Koalitionsvertrag (16.12.09)
Finanzierung der GKV durch Prämien a la Schweiz!? Wie sich die Bundesregierung mit einer Tasse Kaffee eine Kommission sparen kann! (21.11.09)
Wie zahlreich sind und welchen Nutzen haben die "Medizinischen Versorgungszentren (MVZ)"? Antworten des KBV-MVZ-Survey 2008 (25.5.09)
Wie viel kostet die Privatisierung von Leistungen der Krankenversicherung? Das Beispiel des "Medicare Modernization Act" von 2003 (5.5.09)
Kapitalistische Revolution ist lebensbedrohlich - vor allem für Männer (18.1.09)
"Reaching the poor with health services" - Beispiele für den Erfolg von Public Health-Modellen in Ländern der 3. Welt. (28.11.2007)
"Health Saving Accounts": wenig Wirkung, etwas für Reiche und nichts für Unversicherte - Zwischenbilanz aus den USA (2.9.2007)
Neues Gutachten des Sachverständigenrates schlägt umfassende Reformen und Neuerungen im Gesundheitssystem vor (3.7.2007)
Expertenrat: Trennung von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung aufheben (25.1.2007)
Gesundheitsforscher Prof. Beske fordert: "Mehr Geld ins System oder Leistungsausgrenzungen" (7.12.2006)
Gesundheitsreform 2006-2009: Zumindest den Überblick behalten! (2.11.2006)
Einführung des Gesundheitsfonds scheint beschlossene Sache (20.6.2006)
GKV-Beitragssatz könnte um 1-2 Prozentpunkte gesenkt werden (11.2.2006)
Modell der Gesetzlichen Krankenversicherung ist der PKV überlegen (28.9.2005)
Finanzierung der "solidarischen Gesundheitsprämie": Jährlich 15 Milliarden Euro Steuergelder für 25 Millionen GKV-Mitglieder (7.8.2005)
Kopfpauschale, Bürgerversicherung, Bürgerpauschale, ..... wo geht's lang? (29.7.2005)

Seite mit den Texten aller Artikel aufrufen:
Umgestaltung, neue Modelle
 

Andere Rubriken in "Gesundheitssystem"


Umgestaltung, neue Modelle

Finanzierung und Kosten, Lohnnebenkosten

Demografie, Krankheitslast

Medizinisch-technischer Fortschritt

eHealth / IT: Versichertenkarte, Patientenakte

Das Märchen von der Kostenexplosion

Internationaler Gesundheitssystem-Vergleich

Gesundheitswirtschaft

Andere Themen



Expertenrat: Trennung von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung aufheben

Artikel 0517 Der Chef der Wirtschaftsweisen Bert Rürup und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordern in der ZEIT ein Ende der Trennung von gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Stattdessen solle ein einheitlicher Versicherungsmarkt eingeführt werden. Außerdem schlagen sie in der ZEIT in einem Fünf-Punkte-Plan zur Sanierung des Gesundheitswesens zusätzliche Steuermittel für das Gesundheitssystem vor. Der Vorstoß erfolgt kurz vor dem Abschluss der parlamentarischen Beratungen zum "Wettbewerbsstärkungsgesetz" in der kommenden Woche.

Aufbauend auf Teile der jetzigen Gesundheitsreform lasse sich "in der kommenden Legislaturperiode ein nachhaltiger finanziertes und effizienter arbeitendes Gesundheitssystem entwickeln", sagt Bert Rürup, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Rürup, Lauterbach und der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem schlagen unabhängig voneinander fünf Schritte vor:

• 1. Jeder Bürger müsste sich bei einem Versicherer seiner Wahl gegen Krankheitsrisiken grundversichern, unabhängig von Einkommen oder beruflichem Status als Beamter, Rentner oder Arbeitsloser. Die Teilung in private und gesetzliche Versicherer wird aufgehoben.
• 2. Gleiche medizinische Leistungen würden unabhängig davon, ob sie im Krankenhaus oder in einer Praxis erbracht werden, gleich bezahlt. Für besondere Qualität könnten Zuschläge gezahlt werden.
• 3. Versicherer, Ärzte und Krankenhäuser schließen Verträge direkt ab, wobei die Interessen der Ärzte von deren Organisationen wie den Kassenärztlichen Vereinigungen vertreten werden können. Die Leistungen werden ebenfalls direkt zwischen Kassen und Versicherern abgerechnet.
• 4. Versicherungsfremde Leistungen wie die beitragsfreie Familienmitversicherung werden ordnungspolitisch korrekt aus Steuermitteln finanziert.
• 5. Eine Positivliste für anerkannte Medikamente wird eingeführt. Versicherer schreiben Wirkstoffe aus, für die sie ihren Mitgliedern die Kosten erstatten. Den Zuschlag bekommen Pharmaunternehmen je nach Angebot.

Das Ergebnis dieses Modells wären laut Rürup enorme finanzielle Einsparungen ohne Leistungseinbußen. Allein aus den Veränderungen für Ärzte, Krankenhäuser und Pharmaindustrie erwartet Gesundheitsexperte Lauterbach finanzielle Effizienzgewinne von bis zu 20 Milliarden Euro in den kommenden 10 Jahren, was die Prämien um einen Betrag senken könnte, der derzeit zwei Prozentpunkten entspricht. Hinzu kämen Beitragssenkungen aufgrund höherer Steuerzuschüsse. Der Vorteil des einheitlichen Versicherungsmarktes liegt nach Ansicht der Experten darin, dass die heute praktizierte Entmischung der Risiken verhindert, die Zwei-Klassen-Medizin vermindert und damit "effizienter und wachstumsorientierter" gewirtschaftet werden könne.

Den gesamten Text aus der ZEIT kann man per Email kostenlos bestellen: bunse@zeit.de

Ein noch radikalerer Vorschlag zur Neuordnung und Finanzierung des Krankenversicherungs-Systems steht zur Zeit in der Schweiz auf dem Prüfstand. Dort wird am 11.3.2007 in einem Volksbegehren von den Bürgern darüber abgestimmt, ob zukünftig eine Einheitskasse die jetzige Kassenvielfalt ablöst. (siehe Forum Gesundheitspolitik: International Schweiz "Schweizer Hausärzte befürworten mehrheitlich die Einheitskrankenkasse" und "Schweizer Bürger stimmen über Einheitskrankenkasse ab")

Gerd Marstedt, 25.1.2007