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Patienten
Patientensicherheit, Behandlungsfehler


Mehr Stillstand und Rück- statt Fortschritt - Aktuelle Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel (25.5.17)
Polypharmazie - Wie werden welche Krankenversicherten von wem und warum mit zu vielen Medikamenten versorgt? (16.5.17)
Welche Erwartungen haben Ärzte zum Nutzen und zu Nachteilen von Screenings, Behandlungen und Tests und sind sie korrekt? Oft nicht (8.5.17)
CT, MRT oder doch lieber Ultraschall? Evidenzbasierte Entscheidungshilfe der "Library of Evidence" hilft (16.9.16)
Und es geht doch schnell! Wie die Evidenz zur nicht notwendigen Entfernung bestimmter Lymphknoten bei Brustkrebs im OP ankommt. (10.7.16)
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Gesundheits-Apps: ja, aber (9.3.16)
Soll die Flut der diagnostischen Tests staatlich reguliert werden? Eine Einführung in die Pro und Contra-Debatte in den USA (5.1.15)
"Milch macht müde Männer munter", "Vorsicht Milch" oder Vorsicht Beobachtungsstudie? (2.11.14)
USA: Umfang und Art von Medikationsfehlern bei Kleinkindern unter Obhut ihrer Eltern. (22.10.14)
Pro oder contra Pränataltest: Wirkungen und Nutzen informierter Entscheidung. (25.9.14)
Anteil falsch positiver Diagnosen auch bei prognostisch schweren Erkrankungen teilweise groß: Das Beispiel Morbus Parkinson (23.8.14)
"Stille- oder Null-Post"-Effekte bei der morgendlichen Übergabe von 40% der nächtlichen Ereignisse durch ärztliches Personal (22.7.14)
"Noncompliance kann tödlich enden" oder warum es beim Entlassungsmanagement in Kliniken manchmal um mehr als warme Worte geht (29.5.14)
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Wenn es darauf ankommt, kann es auch Unterversorgung mit Antibiotika geben - Sepsis-Patienten in Notfallambulanzen (5.12.13)
Hauptsache Test, auch wenn für denTest auf Gebärmutterhalskrebs die Gebärmutter fehlt oder die Frau gesund und älter als 65 ist. (27.11.13)
Erhöht Vitamin D die Knochendichte und senkt damit das Frakturrisiko? Nur sehr geringe Evidenz und dann nur bei einzelnen Knochen! (26.10.13)
Der Boom der Knie- und Hüftgelenks-Endoprothesen-Operationen kann durch "decision aids" signifikant gebremst werden (18.9.13)
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Weniger ist mehr: Das Beispiel der operativen Behandlung von Hautkrebspatienten mit begrenzter Lebenserwartung (19.6.13)
Hohe Evidenz für die Bedeutung von Patientenerfahrungen als Säule der Versorgungsqualität. (3.4.13)
"Viel hilft viel" - Folgenreicher Irrtum über den Nutzen von Arzneimitteln. Polypharmazie-Studie und Leitlinie Multimedikation (6.2.13)
Auch bei akuter Bronchitis Älterer schaden Antibiotika mehr als sie nutzen, außer bei begründetem Verdacht auf Lungenentzündung (28.1.13)
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Antioxidative Nahrungsergänzungsmittel von Vitamin A bis Selen: Nicht nur nutzlos, sondern zum Teil sogar lebensverkürzend (25.3.12)
WHO-Kompendium zu Gesundheitstechnologien für die 3. Welt: Eine Dauerwerbesendung der Medizintechnikindustrie (17.3.12)
Nicht nur in Holland: Mindestmengenanforderungen können Anreiz sein, mehr Operationen zu berichten als tatsächlich gemacht wurden. (8.3.12)
Was sollten Hygieniker/Politiker bei einem Infektions-"Ausbruch" sein lassen oder "C'est les microbes qui auront le dernier mot"? (2.3.12)
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) mit Krankenhausaufenthalt beruhen zu 67% auf Effekten von vier Arzneimitttelgruppen (27.2.12)
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Elternberichte über Sicherheitsmängel bei der Krankenhaus-Behandlung ihrer Kinder: Qualitativ relevant und starker Wissenszuwachs! (10.1.12)
Avastin bei Eierstockkrebs: Länger leben ohne Krankheitsverschlimmerung aber mit Nebenwirkungen und insgesamt nicht länger!? (6.1.12)
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Mehr und ausgeruhte Pflegekräfte=weniger Wiedereinweisungen und Ausgaben sowie bessere Entlassung: Spinnerei oder Wirklichkeit? (7.12.11)
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Unter-/Fehlversorgung: Nur mehrmalige Blutdruckmessungen liefern sichere Grundlage für Diagnose und Therapie von Bluthochdruck (30.6.11)
40 Jahre "war on cancer", 20 Jahre "Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening trial" und kein "Sieg" in Sicht! (11.6.11)
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"Less is more" oder wie professionelle Verantwortung von Ärzten praktisch aussehen kann. Ein Beispiel aus den USA. (24.5.11)
Eierstockkrebs-Screening bringt nachweisbar Schaden durch nicht notwendige Operationen aber keinen Nutzen bei der Mortalität. (20.5.11)
Warum Weniger auch Mehr sein kann oder es muss nicht immer CT sein. (12.5.11)
Wie das Bundesverfassungsgericht das Grundrecht auf freie Berufsausübung über das Patientenrecht auf fachliche Behandlung erhebt. (26.3.11)
Ist selbst das "Profit vor Sicherheit"-US-System für Medizinprodukte besser als das deutsche "Profit mit Sicherheit"-System? (7.3.11)
Legenden zur Verantwortung für Überversorgung: 30 % weniger Betäubungsmittel, wenn Gebärende Schmerztherapie selbst bestimmen! (13.2.11)
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Über-/Fehlversorgung trotz klarer ärztlicher Behandlungsempfehlungen: Das Beispiel implantierbare Defibrillatoren (5.1.11)
Patientenrecht auf fachgerechte Behandlung à la Bundesgerichtshof: Wundheilbehandlung zwischen Antibiotika und Zitronensaft (1.1.11)
Künftige Arzneimittel-Romanschreiber werden es schwer haben, die Wirklichkeit bei GlaxoSmithKline zu übertreffen. (29.10.10)
Wie verallgemeinerbar sind Ergebnisse von und Empfehlungen aus RCT? Externe Validität am Beispiel Asthma. (9.7.10)
Wie die Schweinegrippe-Politik der WHO jede Verschwörungstheorie in den Schatten stellt. Glaubwürdigkeit am Ende! (6.6.10)
Klinische Behandlungspfade helfen Behandlungsqualität zu verbessern und teilweise Liegezeiten und Behandlungskosten zu verringern! (30.5.10)
Falsch-positive Ergebnisse des Lungenkrebs-Screenings per CT und Bruströntgen samt sinnlosen Eingriffen höher als erwartet (9.5.10)
Fehlverhalten von Ärzten: Zufall, beeinflussbare individuelle Ursachen und gibt es Frühwarnzeichen? (8.5.10)
Leitlinien zur Händehygiene in Krankenhäusern nur wirksam bei aktiver Implementierung (30.4.10)
"Gesunde Normalität" oder wie (lebens)-gefährlich sind sekundärpräventive "Idealwerte"? - Das Beispiel Diabetes und HbA1c-Wert (1.4.10)
Elektronisches Erinnerungssystem für Ärzte: Teure Versuch-und-Irrtum-Übung oder nützliche Vehaltenshilfe? (24.3.10)
Zunahme der bildgebenden Diagnostik: Unerwünschte Strahlenbelastungen und geringer Nutzen gegen Fehldiagnosen. Lösung in den USA? (2.2.10)
USA: Beratende Sachverständige für HPV- und Schweinegrippe-Impfung hatten mehr Interessenkonflikte als Unabhängigkeit (21.12.09)
Unerwünschte Ereignisse in schwedischen Krankenhäusern - 70 Prozent wären vermeidbar (18.7.09)
1990-2007: "Lack of detection and widespread under-reporting". Qualitätssicherung durch Ärzte-"peer review" in US-Krankenhäusern (29.5.09)
Was taugen Selbsteinstufungen von Krankenhäusern über die Patientensicherheit in ihren Häusern? Nichts. (1.4.09)
Verhindert Antibiotikaeinsatz bei Mittelohrentzündungen Folgeerkrankung oder fördert er fast nur Antibiotikaresistenz? (18.3.09)
Fehlinformation und Manipulation - tiefe Einblicke in Marketingstrategien für Medikamente am Beispiel Gabapentin (14.2.09)
Selbstverständlichkeit oder medizinisch-technischer Fortschritt? WHO-Sicherheitscheck im OP. (22.1.09)
Trugbilder der Wirklichkeit für Marketingzwecke - das Beispiel der "Neuroleptika der zweiten Generation" (4.1.09)
US-Arztpraxisstudie: Elektronische Patientenakten vermeiden Medizinschadensfälle nur sehr geringfügig! (25.11.08)
Verkürzung der Arbeitszeiten für Mediziner in der Ausbildung: Mehr Patientensicherheit, keine höheren Belastungen für Ärzte (12.3.2008)
"Self management” bei Diabetes und Asthma kein Selbstläufer - Sachkundige Unterstützung und Überprüfung der Umsetzung erforderlich (17.1.2008)
Strahlungsbelastung durch Computertomographie (CT) - Zu einem Drittel überflüssige Diagnostik als Erkrankungsrisiko. (30.11.2007)
Entdeckungsraten von Missbildungen bei Ultraschalluntersuchungen - Wenig Wissen über die Rolle von Qualifikation und Geräten. (15.11.2007)
Report "Krank im Krankenhaus": Übermäßiger Antibiotika-Einsatz und mangelnde Hygiene in Kliniken werden zu einer Gefahr (4.10.2007)
Wo hören ärztliche Beratungs- und Aufklärungspflichten auf und fängt die Eigeninitiative des Versicherten an? (16.9.2007)
Harvard Medical School: Unerwünschte Wirkungen von langen Arzt-Arbeitszeiten und Schlafmangel auf Patienten und Ärzte. (7.8.2007)
Medizinische Fehler, Irrtümer oder Beinah-Fehler erhöhen das Stressniveau von Ärzten - Spezielle Unterstützung notwendig (22.7.2007)
Professionelle Dolmetscher für Patienten mit fremder Muttersprache helfen Behandlungsqualität zu verbessern. (16.7.2007)
BGH pocht auf Selbstbestimmungsrecht des Patienten: Umfassende ärztliche Aufklärungspflicht bei Medikamentenwechsel (14.7.2007)
Warum gefährden Ärzte und Pflegekräfte mit "1000 Gründen" gegen Handhygiene Patienten? Wenig Hoffnung auf Verbesserung! (8.7.2007)
Viele Ärzte ordnen zu sorglos Computertomographien an und unterschätzen die Strahlenbelastung (29.3.2007)
Wissenschaftler-Protest: Die gegenwärtige Praxis der Publikation über klinische Studien gefährdet die Patientensicherheit (13.2.2007)
USA: Eindeutig unerwünschte Wirkungen von ärztlichen Schichtdiensten von 24 und mehr Stunden Dauer (22.1.2007)
Untererfassung von Sicherheitsproblemen für Patienten durch Standardreport in NHS-Krankenhäusern - Alternative sichtbar (12.1.2007)
Vom Mythos der aufwändigen Qualitätssicherung: 5 Regeln zur Vermeidung von Infektionen durch Kathetereinsatz (28.12.2006)
Wie sicher sind Operationssäle in deutschen Krankenhäusern? Erschreckendes aus Chirurgen- und Pflegekräftesicht. (19.12.2006)
Händewaschen gegen Krankenhausinfektionen: Auch eine Art medizinischer Fortschritt (13.11.2006)
Ärztliche Kunstfehler: Klagen vor Gericht sind fast immer erfolglos (30.10.2006)
Patientensicherheit: Aktionsbündnis will mit medizinischen Fehlern anders umgehen (20.10.2005)
Saferhealthcare - Patientensicherheit im Internet (7.8.2005)

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"Self management" bei Diabetes und Asthma kein Selbstläufer - Sachkundige Unterstützung und Überprüfung der Umsetzung erforderlich

Artikel 1103 So sehr gerade bei chronisch kranken Menschen zu unterstützen ist, dass sie bestimmte Teile ihrer Behandlung in die eigenen Hände nehmen, so sicher sind damit die professionellen Helfer nicht überflüssig oder so problematisch ist es, wenn sie eigenverantwortliche Aktivitäten von Patienten zum Anlass nehmen, sich sofort oder auf Dauer nicht mehr um diese übernommenen diagnostischen und therapeutischen Aufgaben zu kümmern.

Auch wenn es dazu in Deutschland noch keine repräsentativen Untersuchungen gibt, zeigen partiell repräsentative Befragungen von Patienten oder Darstellungen und Tests von Leistungserbringern, dass ein völlig sich selbst überlassenes "self management" von PatientInnen für diese zu keinem Nutzen oder gar zu gesundheitlich gefährlichen Situationen führt.

In den Ergebnissen der so genannten VITA-Studie (Verbesserung der Inhalationstechnik von Menschen mit Asthma und COPD in Apotheken, die am 13. Dezember 2007 von der "Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)" veröffentlicht wurden, offenbaren sich zahlreiche Defizite bei der Inhalation von Asthmasprays. Auch wenn es sich dabei aus Sicht der Apotheken um einen "willkommenen" Bedarf handelt, geht es angesichts von etwa 3,4 Millionen in Deutschland an Asthma erkrankten Erwachsenen und mehr als 6,7 Millionen an chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) Leidenden, bei denen nicht selten Inhalationsarzneimittel zum Einsatz kommen, bei Fehlanwendungen nicht um Kleinigkeiten.

Genau eine weit verbreitete Fehlanwendung der Sprays und damit mögliche unerwünschte gesundheitliche Auswirkungen (immerhin erfolgt der Einsatz von Asthmasprays in der Regel bei dramatischen Blockaden der normalen Atmung) fanden die ABDA-Forscher bei 750 PatientInnen in 55 Apotheken. Da über deren Auswahl keine Angaben veröffentlicht sind, auch hier nochmals der Hinweis, dass es sich um keine systematisch gebildete zufällige Auswahl von AsthmapatientInnen handelt.

Diese PatientInnen wendeten durchschnittlich seit elf Jahren inhalative Arzneimittel an, d.h. ein hoher Anteil waren keine Krankheits-Anfänger mehr. Die Patienten führten dem Apotheker eine Inhalation vor, nach der sich herausstellte, dass die Inhalation bei 79% nicht korrekt erfolgte. Die drei häufigsten Fehler waren, dass der Kopf nicht nach hinten geneigt, dass nach der Inhalation nicht der Atem angehalten, und dass das Mundstück nicht von Speichelresten gesäubert (um Verkleben zu verhindern) wurde.

Die PatientInnen wurden in einem einmaligen Beratungsgespräch von ApothekerInnen über die individuellen Fehler informiert. Nach vier Wochen führten die Patienten erneut eine Inhalation vor. Das Ergebnis: Noch 28% der Patienten machten Fehler. Trotz des mindest temporären Rückgangs der Fehlanwendungen um 65% machten damit immer noch fast ein Drittel der AsthmatikerInnen massive Anwendungsfehler. Was man in der Veröffentlichung leider nicht erfährt, ist, ob die Studiendurchführer nach den möglichen Folgen der Anwendungsfehler gefragt haben und ob es gravierende Folgen gab.

Auch wenn die Apothekervereinigung natürlich daran interessiert ist, künftig verstärkt auch solche Leistungen anzubieten, ist die Verantwortung der Ärzte zu hinterfragen, die einerseits Asthmasprays verordnen, deren korrekte Anwendung sie aber ihren PatientInnen überhaupt nicht oder jedenfalls nicht nachhaltig und regelmäßig genug vermitteln. Streng genommen gehört diese Beratungsleistung aber zur Honorierung der Leistung für den Arzt dazu, ist also nicht dem Belieben des Arztes überlassen, sondern ist eine Pflichtleistung.
Eine sehr knappe Presse-Information über die ABDA-Studie findet man auf der ABDA-Website.
Es gibt außerdem kostenlos eine umfassendere Folien-Präsentation der wichtigsten Ergebnisse der Studie "Verbesserung der Verbesserung der Inhalationshalationstechnik von Menschen mit Asthma und COPD in Apotheken -VITA" von Andrea Hämmerlein, Uta Müller und Martin Schulz vom Zentrum für Arzneimittelinformation und Pharmazeutische Praxis (ZAPP) der ABDA. Zusätzlich liegt eine Liste zur korrekten inhalativen Therapie vor.

Dass es sich bei den Anwendungsschwierigkeiten von AsthmatikerInnen nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt sich auch, wenn man sich einige Erkenntnisse über verschiedene Bestandteile des "self managements" von DiabetikerInnen aus der letzten Zeit ansieht.
Im Forum-Gesundheitspolitik-Artikel "Diabetes: Versorgung muss sich mehr an den Bedürfnissen der Patienten orientieren" wurde bereits über die Ergebnisse einer Befragung von rund 2.700 bei der Gmünder Ersatzkasse (GEK) versicherten Typ 2 Diabetikern berichtet. Gesundheitswissenschaftler der Universität Bremen fanden in der Studie "Die medizinische Versorgung des Diabetes mellitus Typ 2 - unter-, über- oder fehlversorgt?" u.v.a. heraus, dass die durchaus weit verbreitete und an sich erfreuliche Selbstmessung von Blutzucker- und Blutdruckwerten bei vielen Erkrankten einem riskanten "Blindflug" gleicht.

• So wurde nur bei 31 % der Selbstmesser in der Arztpraxis regelmäßig, d.h. mindestens einmal pro Jahr die technische Funktionsfähigkeit des Messgeräts überprüft und
• lediglich 26 % der aktiven Patienten bekommen jährlich seine richtige Handhabung erläutert. Mehr als zwei Drittel der selbstmessenden Patienten leben somit in der Gefahr, sich mehr oder weniger großen gesundheitlichen Schaden zuzufügen.
In einer weiteren, in dem Forumsartikel zitierten Studie, dem 2006 durchgeführten "Blutzuckerselbstmanagement-Report Deutschland" traten u.a. die folgenden bei den knapp 1.000 befragten Patienten ermittelten Selbstbehandlungsfehler zutage:
• 31 % der Blutzuckerselbstmesser wählen ohne diagnostisch zwingenden Grund mit der Mitte der Fingerkuppe die schmerzhafteste Stelle. 51 % messen an der seitlichen Fingerbeere, der sanftesten Stelle.
• Viele Selbstmesser sind nicht oder nur sehr unzureichend über weitere technischen Möglichkeiten zur möglichst sanften Blutentnahme informiert.
• Fast die Hälfte (44%) der Befragten fühlt sich unsicher bei der Messung. 30% der Befragten sind sich manchmal unsicher, ob die gemessenen Werte präzise sind.
• 69% der Patienten gehen irrtümlich davon aus, dass jedes Blutzuckermesssystem bei der Verwendung eines beschädigten Teststreifens eine Fehlermeldung anzeigt, so dass kein falscher Wert gemessen werden kann. 40% sind fälschlicherweise der Meinung, dass es zur Erreichung eines präzisen Messergebnisses irrelevant ist, an welcher Körperstelle der Blutstropfen zur Messung entnommen wurde.

Ohne hier auch noch ausführlicher (vgl. aber hierzu den Forumsartikel "Self-Monitoring des Blutzuckers ohne gesundheitlichen Zusatznutzen - Von den Grenzen der Patienten-Eigenaktivitäten" auf die ebenfalls im Laufe des Jahres 2007 in mehreren Versorgungsstudien geäußerten Zweifel am Nutzen des Selbstmonitorings des Blutzuckers durch PatientInnen näher einzugehen, zeigt folgende in der Zeitschrift "Diabetes Ratgeber" verbreitete Darstellung der für eine verlässliche Blutzuckermessung gleichzeitig zu beachtenden Aspekte die Grenzen des Selbstmanagements dieser Erkrankten.

In dem in Apotheken ausgelegten November-Heft 2007 des Ratgebers hieß es unter der Überschrift "Blutzucker richtig messen - Wie Diabetiker die Voraussetzung für eine gute Therapie schaffen": "Schon bei den Teststreifen beginnt es: Sie sollen trocken aufbewahrt werden, gehören also nicht ins Bad. Da meistens an den Fingern gemessen wird, müssen die Hände vorher gewaschen werden. Es darf keine Zuckerreste an der Stichstelle geben, die übrigens auch aus Obstsaft stammen könnten, und auch kein Alkohol von einem Desinfektionsmittel. Nicht die Mitte der Fingerkuppe ist der beste Platz zum Stechen, sondern die weniger schmerzempfindlichen Seiten. Zeigefinger und Daumen schont man besser. Kommt der Blutstropfen nicht sofort, nicht drücken, denn dann kann Gewebsflüssigkeit den Wert verfälschen. Der Teststreifen soll den Tropfen aufsaugen, also nicht anpressen, um eine kleine Menge ausnutzen zu wollen. Auch das kann den Wert verfälschen."
Ob das Vergessen der einen oder anderen dieser Bedingungen zu falschen Blutzuckerwerten führt und dies dann zu einer falschen und gesundheitlich problematischen Schlussfolgerung, ist u. W. noch nicht untersucht, aber hochwahrscheinlich.

Solange das Selbstmanagement derartig kompliziert ist und auch durch sorgfältigste Schulung nicht restlos störungsfrei gestaltet werden kann, müssen neueste, im Auftrag des "Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH)" erhobene Betroffenenwünsche mit Skepsis betrachtet werden. Von den 711 befragten Diabetikern sahen 54% in der Blutzuckerselbstmessung ausschließlich Vorteile für die Kontrolle ihres Behandlungserfolgs. Hinzu kommen 32%, die überwiegend Vorteile sahen. Nur ein Prozent bewertete die Nachteile höher als die Vorteile. Insofern startet die Meldung über die durchgeführte Studie auch mit dem euphorischen Satz: "In der regelmäßigen, eigenverantwortlichen Kontrolle ihrer Blutzuckerwerte sieht die überwältigende Mehrheit aller Diabetiker erhebliche Vorteile."

Das wichtigste Problem, das der VDGH nach der Befragung sieht, ist allerdings nicht das von Anwendungs- und Messfehlern und ob und wie man die verhindern kann, sondern das Faktum, dass gut die Hälfte der Befragten ihren Blutzucker seltener überprüfen würde, wenn sie die Teststreifen für ihre Blutzuckermessgeräte selbst bezahlen müssten.
Hier findet sich die Presseerklärung des Diagnostika-Verbandes.

Bernard Braun, 17.1.2008