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Epidemiologie
Übergewicht, Adipositas


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Bevölkerungs- und Ärztemeinungen über Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für das Problem Übergewicht

Artikel 1131 Biologische und genetische Faktoren werden in der Bevölkerung deutlich häufiger als Ursachen für Übergewicht und Adipositas genannt als von Medizinern. Hinsichtlich möglicher Lösungen für das Problem werden von Laien wie Ärzten Selbsthilfegruppen am häufigsten als erfolgversprechende Strategie bewertet. Dies sind Ergebnisse einer Befragung niedergelassener Ärzte und Bürger, deren Ergebnisse jetzt in der Zeitschrift "Patient Education and Counseling" veröffentlicht wurden. Teilnehmer an der Befragung waren 73 niedergelassene Ärzte und 311 zufällig ausgewählte Bürger/innen einer südenglischen Stadt, die jeweils einen umfassenden Fragebogen ausfüllten. Dort gaben sie Auskunft über ihre sozialstatistischen Daten, vor allem jedoch über ihre Ansichten zu den Ursachen von Übergewicht und zu ihrer Meinung nach effektiven Vorgehensweisen dagegen.

Zur Bewertung der zentralen Ursachen gab es im Fragebogen verschiedene Dimensionen: Biologische und genetische Faktoren (Hormone, Erbanlagen), psychologische (Selbstwertgefühl, Depressive Tendenzen), individuelle Verhaltensweisen (zu viel essen, zu wenig Bewegung, zu ungesunde Nahrungsmittel), soziale Aspekte (niedriges Einkommen, Arbeitslosigkeit, niedrige Bildung) und schließlich aus strukturelle Faktoren (Fast-Food-Kultur, hohe Kosten gesunder Ernährung). Jeder dieser potentiellen Einflussfaktoren war auf einer fünfstufigen Skala hinsichtlich seiner Bedeutung zu bewerten, als überaus wichtig oder unwichtig.

In ähnlicher Weise war auch anzugeben, welche von sechs verschiedenen Vorgehensweisen man für besonders erfolgversprechend hält: Arzneimitteltherapie, chirurgische Maßnahmen, persönliche Beratung, politische Maßnahmen, Beratung durch einen Arzt, Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe (wie "Weight Watchers").

Bei Betrachtung der Antworten zeigten sich einige Unterschiede zwischen Medizinern und Laien.
• Hinsichtlich der zentralen Ursachen von Übergewicht gaben Ärzte am häufigsten Verhaltensdefizite an (97% der Antworten), biologisch-genetische Aspekte am seltensten (29%). Auch bei Laien waren Verhaltensweisen des Einzelnen an vorderster Stelle zu finden, hier wurden jedoch biologische Faktoren häufiger genannt als von Ärzten. Am seltensten tauchten hier Antworten auf, die soziale Ursachen (Einkommen, Bildung, Arbeitslosigkeit) hervorhoben.
• Bei der Bewertung der Strategien waren bei Ärzten Selbsthilfegruppen eindeutiger Favorit (92%), alle übrigen Lösungswege wurden etwa gleichrangig bewertet - als vermutlich weniger erfolgreich. Die Autoren der Studie heben hierzu hervor, dass Ärzte hinsichtlich der Effektivität der meisten Strategien sehr skeptisch sind. Bei den medizinischen Laien lag diese Vorgehensweise auch vorne (58%), jedoch wurden Beratungen und auch chirurgische Lösungen (Magenverkleinerung) im Vergleich zu den Ärzten als sehr viel erfolgreicher eingestuft.

Besonders aufschlussreich waren dann Analysen die einen Zusammenhang herzustellen versuchten zwischen den jeweils wahrgenommenen Ursachen und den favorisierten Lösungen. Hier zeigte sich, dass bei Medizinern eine stärkere Logik vorherrschte. Wenn Ärzte biologische Ursachen als zentrale Ursache vermuteten, schlugen sie auch häufiger biologisch orientierte Lösungen vor (Chirurgie, Medikamente). Wurden vorrangig psychologische Ursachen genannt, so rangierten auch hieran orientierte Strategien (Beratung, Selbsthilfe) weiter vorne. Bei Laien ließ sich ein solcher Zusammenhang gar nicht oder nur sehr begrenzt feststellen - ein Hinweis darauf, dass das Wissen von Normalbürgern zum Übergewicht nicht sehr fundiert ist und sich eher zusammensetzt aus weltanschaulichen Überzeugungen und einzelnen Medien-Informationen.

Hier ist ein Abstract der Studie: Jane Ogden, Zakk Flanagan:Beliefs about the causes and solutions to obesity: A comparison of GPs and lay people (Patient Education and Counseling, Article in Press, Corrected Proof)

Gerd Marstedt, 3.2.2008