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NICE - Bewertung und Zulassung medizinischer Leistungen in England

Artikel 0108 Die Klagen insbesondere von Ärzteverbänden über Disease Management Programme und darin erkannte "Bürokratisierungs-Tendenzen" und die "Bevormundung ärztlicher Kompetenz" häuften sich zuletzt. Auch das neu gegründete Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, dessen Aufgabe darin besteht, evidenz-basierte Empfehlungen zu liefern für sinnvolle und weniger sinnvolle therapeutische Alternativen bei bestimmten Krankheiten, stand in letzter Zeit nicht selten unter dem Verdacht, Erfüllungsgehilfe zu sein für eine Reglementierung, wenn nicht gar Entmündigung der Ärzteschaft.

In England ist dieser Prozess der Bewertung und Zulassung medizinischer leistungen durch ein unabhängiges Institut (NICE) seit langem Praxis. Das National Institute for Clinical Excellence soll den klinischen Nutzen und die Kosteneffektivität der vom englischen Gesundheitsministerium zur Bewertung vorgeschlagenen Leistungen abschätzen. Dazu sollen sektorübergreifend sowohl neue als auch bestehende medizinische Leistungen (Arzneimittel, Medizinprodukte, diagnostische und therapeutische Behandlungs- und Untersuchungsmethoden sowie Maßnahmen der Präventionsmedizin) bewertet werden. Das Institut erarbeitet eine Richtlinie, ob im National Health Service (NHS) die betreffende medizinische Leistung uneingeschränkt für die gesamte Bevölkerung, eingeschränkt für bestimmte Indikationen und/oder für bestimmte Patientenpopulationen oder gar nicht finanziert werden soll.

Im Aufsatz "Evidenzbasierte Bestimmung des Leistungskatalogs im Gesundheitswesen? Das Beispiel des englischen National Institute for Clinical Excellence (NICE)", erarbeitet am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen, wird ausführlich Vorgehensweise und Bewertung medizinischer Leistungen durch NICE beschrieben und auch der Frage nachgegangen, ob damit eine heimliche Rationierung gefördert wird.

Der Aufsatz liegt vor als PDF-Datei Evidenzbasierte Bestimmung des Leistungskatalogs im Gesundheitswesen

Gerd Marstedt, 22.8.2005