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Krankenhaus- und arztbezogene Überlebensraten von Herzoperationen in England und Wales im Internet

Artikel 0324 Seit dem April 2006 findet der interessierte Bürger oder Patient auf der von der unabhängigen Regulierungs- und Kontrolleinrichtung für die gesundheitliche Versorgung im britischen NHS "Healthcare Commmission" eingerichteten Website "Heart surgery in Great Britain" für deutsche Verhältnisse schier Unglaubliches und nahezu für unmachbar Erklärtes: Detaillierte Angaben zu den Überlebensraten für alle das Herz betreffenden Operationen und nochmals getrennt für die zwei häufigsten Herzoperationen an 30 der 33 Krankenhäusern mit Herzzentren.

Dieses für derzeit maximal 30.000 Personen mit Herzoperationen nutzbare Dauerangebot umfasst Auswertungen des Operationsgeschehens zwischen April 2004 and März 2005, die laufend aktualisiert werden. Über eine Landkarte Großbritanniens findet man schnell zu jedem Krankenhaus. Zusätzlich gibt es dort Angaben zum Ergebnis der Operationen für jeden namentlich genannten Operateur, der länger an dem Krankenhaus mit Herzoperationen beschäftigt war. Hier erfährt der interessierte Patient dann z. B. alles über die Ausbildung, die Anzahl der Operationen und deren "survival rates" von "Mr Alex Cale,der am Hull & East Yorkshire Cardiothoracic Centre" operiert.

Wohl wissend, dass rohe Raten bei Vergleichen dann zu falschen Ergebnissen und möglicherweise suboptimalen Schlussfolgerungen führen, wenn sich die Risikoprofile der Patienten unterschiedlicher Krankenhäuser voneinander unterscheiden, präsentieren die "Healthcare Commission" und die "Society for Cardiothoracic Surgery in Great Britain and Ireland" auf dieser Website risikoadjustierte Raten und machen damit wirklich aussagekräftige Vergleiche möglich. In diese Adjustierung gehen mehr als 15 Risikofaktoren wie beispielsweise das Alter, das Geschlecht, die Erkrankungsschwere oder die bisherige Behandlungsgeschichte ein.

Warum dies nicht in Deutschland möglich sein soll und wer hierzulande vor wem oder was geschützt werden soll, sollte nach Kenntnis des britischen Modells intensiver nachgefragt und diskutiert werden.

Bernard Braun, 20.11.2006