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Teerlunge, Kehlkopfkrebs, Metastasen im Rachen: Nach Belgien zeigen jetzt auch Zigarettenpackungen in England Horrorbilder

Artikel 1365 Nachdem Belgien Anfang 2007 Schockfotos auf Zigarettenpackungen zur Pflicht machte, müssen seit 1.Oktober 2008 jetzt auch im United Kingdom Zigarettenpackungen neben den schon gängigen Textwarnungen nun bestimmte Horrorbilder zeigen, die von der Europäischen Kommission vorgelegt wurden: Eine Teerlunge, ein abstoßend großer Kehlkopftumor, faulende Zähne in einer von Metastasen entstellten Mundhöhle. Das Department of Health hofft, dass durch diese Warnungen etwa 10.000 Raucher abgeschreckt und 2.500 Menschenleben gerettet werden. "Diese Bilder zeigen Rauchern unverstellt die Folgen, die Rauchen für ihre Gesundheit haben kann", sagte der Chef der britischen Gesundheitsdienste, Sir Liam Donaldson. "Schriftliche Warnungen haben schon viele Raucher zum Aufhören veranlasst. Ich hoffe, dass diese Bilder noch mehr Raucher dazu bewegen, gründlich darüber nachzudenken, ob sie nicht aufhören wollen und ich hoffe auch, sie bekommen die dazu nötige Hilfe." (vgl. Department of Health: Smokers forced to face their demons - stark picture warnings on tobacco packets from 1st Oct).

Insgesamt 42 Bilder wurden bereits im Mai 2005 von der Europäischen Kommission ausgewählt und in 25 Sprachen mit dazugehörigen Warnhinweisen verknüpft (vgl. European Commission: Pictorial health warnings - Background information), wie unter anderem die Aussagen "Raucher sterben früher" oder "Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs". Im Prinzip könnte auch Deutschland per Gesetz dem Beispiel Belgiens und Englands folgen. Die Schockbilder und dazu gehörige Textwarnungen stehen bereits in einer PDF-Datei in deutscher Sprache bereit: Europäische Kommission: Kombinierte Warnhinweise für Zigarettenpackungen in Deutschland

Dass Fotos mit schockierenden Krankheitssymptomen und Schockbilder auf Zigarettenpackungen sehr viel eindringlicher sind als die in vielen Ländern verwendeten Textwarnungen in kleinerem Format, wurde unlängst in einer kanadischen Studie gezeigt. Die Wissenschaftler hatten zwischen 2002 und 2005 mehrmals Telefoninterviews mit insgesamt 15.000 Rauchern aus vier Ländern durchgeführt: Kanada, USA, Großbritannien und Australien. In diesen Ländern sind sehr unterschiedliche Formen von Warnungen auf Zigarettenschachteln gebräuchlich. Es zeigte sich: 44% der Befragten gaben an, dass die großen abstoßenden Krebsbilder bei ihnen Ängste hinterlassen, bei 58% auch Ekelgefühle. Etwa die Hälfte hat deshalb über Gesundheitsrisiken nachgedacht, bei jedem Dritten hat sich der Vorsatz gefestigt, mit dem Rauchen aufzuhören, und etwa jeder Fünfte hat daraufhin weniger Zigaretten geraucht als zuvor. (vgl.: Schockierende Fotos auf Zigarettenpackungen werden von Rauchern eher wahrgenommen)

Gerd Marstedt, 15.10.2008