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Mundgesundheit 1997-2005: Besser, schlechter und soziale Schieflage

Artikel 0327 Im Auftrag der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Bundeszahnärztekammer wurden im Jahr 2005 4.631 Deutsche aus vier Altersgruppen zum Zustand ihrer Zähne befragt und zahnmedizinisch untersucht.
Diese bereits "Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV)" ergänzt damit den methodisch ähnlich vorgehenden Bundesgesundheitssurvey für einen manchmal vernachlässigten Gesundheitsbereich.

Die Ergebnisse der Studie zeigen Licht- wie Schattenseiten der Zahn- und Mundgesundheit:
• Die Karies ist in Deutschland dank intensiver Prophylaxe weiter auf dem Rückzug. 12-Jährige haben heute im Schnitt nur 0,7 kariöse, gefüllte oder wegen Karies fehlende Zähne. 1997 lag der Wert noch bei 1,7. Deutschland hat sich damit eine internationale Spitzenposition bei der Mundgesundheit von Kindern erobert.
• Auch bei Erwachsenen und Senioren sind Zahnverluste deutlich rückläufig.
• Parodontalerkrankungen, also chronisch-entzündliche Erkrankungen von Zahnfleisch und Kieferknochen, nehmen aber zu, was eine paradoxe Folge des längeren Erhalts des natürlichen Gebisses ist.
• Auch bei der Kariesbekämpfung gibt es aber eine sogar noch zunehmende soziale Ungleichheit: 1997 waren 61 Prozent aller Karieserkrankungen auf 22 Prozent der Kinder aus sozial schwachen Familien verteilt. 2005 konzentrierte sich dieselbe Karieslast auf nur noch 10,2 Prozent dieser Kindergruppe.
• Auch Erwachsene mit niedrigem Bildungsstatus erkranken fast 2,5-mal so häufig an einer schweren Paradontitis wie solche mit hohem Bildungsstatus.

Eine Kurzfassung der Studie steht hier zum Download bereit: Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV)

Bernard Braun, 21.11.2006