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Gesundheitssystem
Das Märchen von der Kostenexplosion


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Das Märchen von der Kostenexplosion
 

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Das Märchen von der "Gefährdung des Wirtschaftsstandortes" durch die Lohnnebenkosten der GKV-Arbeitgeberbeiträge

Artikel 0081 Wenn es um den zwingend erforderlichen "Umbau der GKV" oder die "Senkung der Lohnnebenkosten" geht, ist das Spiel mit der Angst um die Zukunft des "Standortes Deutschland" meist nicht mehr weit. Die Beiträge zur GKV sind danach Teil einer permanent steigenden Abgabenlast der Wirtschaft. Dadurch käme es zu weniger Investitionen und es entstünden keine neuen Arbeitsplätze. Weniger sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze aber bedrohten wiederum den Sozialstaat und die GKV. Die Lösung sind eine Senkung der Arbeitgeberbeiträge und/oder eine Kürzung oder Privatisierung von Leistungen.

Auch hier zeigt ein Blick auf die Empirie, dass wesentliche Annahmen der Argumentationsspirale falsch oder weniger dramatisch als suggeriert sind. So liegen die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland durchaus inmitten der Werte potenzieller Konkurrenzländer, dieselben "Lasten" verhindern auch nicht, dass die deutsche Exportwirtschaft seit Jahrzehnten weltmeisterlich gut dasteht und die für die Wettbewerbsfähigkeit wichtigen Lohnstückkosten bewegen sich auf einem mittleren Niveau seit Jahren weniger nach oben als in den Konkurrenzländern. Vernachlässigt wird ferner die Beschäftigungseffekte von Ausgaben im Gesundheitswesen. Schließlich bewegt sich der Anteil der Arbeitgeberbeiträge an den gesamten Kosten der Produkte des verarbeitenden Gewerbes seit Jahren etwas über der 1 Prozent-Grenze. Selbst wenn die Arbeitgeber gar keine GKV-Beiträge mehr zahlten, würden die Kosten und der Preis eines Produkts lediglich um 1 Prozent gesenkt werden können!

Kapitel 5: Ein Spiel mit der Angst - Das Märchen von der Gefärdung des Standorts

Bernard Braun, 11.8.2005