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Bielefelder Memorandum Gesundheitswissenschaftler fordern Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten

Artikel 0325 Anders als die Protagonisten der meisten letzten Gesundheitsreformen und des "Wettbewerbsstärkungsgesetzes", treten die Erstunterzeichner des so genannten Bielefelder Memorandums zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten dafür ein, "die Verhinderung zunehmender sozialer Spaltung zum obersten Ziel auf der Agenda einer kommenden Gesundheitsreform zu machen." Auch wenn Gesundheitspolitik nur einen Teil dazu beitragen kann, soll die Schaffung "gesundheitlicher Chancengleichheit ... als Messlatte" von Reformen dienen.

Das Memorandum ist entstanden im Zusammenhang der Fachtagung "Health Inequalities" an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld im Mai 2006. In einem Plenum fasste Andreas Mielck seine über 15 Jahre verdichteten Forschungsergebnisse zusammen und leitete zusammen mit dem anschließenden Referat von Klaus Hurrelmann über zu Frage nach den politischen Konsequenzen der gesundheitswissenschaftlichen Einsichten. Drei unterschiedliche Arbeitsgruppen befassten sich außerdem mit den Themen Soziale Ungleichheit und Prävention / Präventionspolitik, Kinder- und Jugendgesundheit sowie Ungleichheiten in der Pflegerischen Versorgung.
Das Graduiertenkolleg der Hans-Böckler-Stiftung organisierte ein paralleles Forum Soziale Ungleichheit: Der blinde Fleck in der Gesundheitsversorgung.

Viele Referate stehen zum Download (meist als Foliendateien) zur Verfügung, darunter u.a.:
• Anton Kunst (Rotterdam): Socioeconomic inequalities in health in Europe: identifying priority areas
• Eero Lahelma (Helsinki): Towards a better understanding of socioeconomic inequalities in health: The importance of multiple dimensions of social position
• Siegfried Geyer (Hannover): Explaining health inequalities
• Marina Steindor (Stuttgart): Gerechte Gesundheitschancen - ein halbherziges Thema über 200 Jahre deutscher Gesundheitspolitik
• Hartmut Remmers (Osnabrück): Ethische Aspekte der Verteilungsgerechtigkeit gesundheitlicher Versorgungsleistungen
- Susanne Hartung (Bielefeld): Förderung von Sozialkapital als "Präventionsmaßnahme"
• Thomas Lampert (Berlin): Gesundheitliche Ungleichheit bei Kindern und Jugendlichen: Eine Herausforderung für die Gesundheitspolitik

Hier sind die Referate der Tagung "Health Inequalities"
Hier ist das Bielefelder Memorandum zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten

Bernard Braun, 20.11.2006