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Steuerzahlen macht Spaß - und Spenden noch mehr

Artikel 0744 Mit einem bemerkenswerten Artikel stellt die renommierte Wissenschaftszeitung Science in ihrer Ausgabe vom 15. Juni 2007 eine der gängigsten ökonomischen Annahmen in Frage. Ein interdisziplinäres Wissenschaftler-Team der Universität Oregon untersuchte die Hirnaktivität während Bildschirm-simulierter Geldtransaktionen. Während jeweils einstündiger funktioneller Magnetresonanztomographie stellten die Forscher vermehrte Aktivität in zwei entwicklungsgeschichtlich älteren Hirnarealen fest, dem Nucleus caudatus und dem Nucleus accumbens. Diese Beobachtung aus dem relativ neuen Verfahren der Neurobildgebung liefert wichtige Erkenntnisse über hirnbiologische Prozesse und wertvolle Hinweise für Ansätze der kognitiven Psychologie.
Der Nucleus caudatus gehört zu den so genannten Basalganglien des Gehirns und galt lange Zeit als Teil des Kontrollsystems von Willkürbewegungen. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass er auch eine wichtige Funktion im Lern- und Gedächtnissystem spielt; zudem gilt der N. caudatus als Sitz des Vertrauens im Gehirn. Der Nucleus accumbens gehört zum so genannten mesolimbischen System, das an emotionalen Lernprozessen beteiligt ist, wo Glücksgefühle durch Verstärken bestimmter Verhaltensmuster entstehen und eine zentrale Rolle im Lust-, Belohnungs- und Glückssystem des menschlichen Gehirns spielen.
Die beschriebenen neurobiologischen Aktivierungsmuster zeigen etwas Überraschendes: Nicht nur freiwilliges Spenden, sondern selbst Pflichtabgaben lösen Reize im Vertrauens- und Belohnungssystem aus. Dies zieht die grundlegende "Weisheit" der Ökonomie, dass angeblich niemand gerne Geld abgibt und schon gar nicht Steuern bezahlt, erheblich in Zweifel. Und es zeigt, wie beschränkt und "unnatürlich" die Theorie der individualistischen Nutzenmaximierung ist, die ja auch im Sozial- und Gesundheitswesen in den letzten Jahrzehnten überaus erfolgreich Einzug gehalten hat. Allerdings bleibt abzuwarten, ob empirische und quantifizierbare Ergebnisse des brain mapping größere Chancen haben als hinlänglich bekannte Beobachtungen aus der kognitiven Psychologie, wenn es darum geht, den uneingeschränkten Glauben an die pseudowissenschaftliche neoklassische Ideologie einzudämmen.
Einer der Autoren, Ulrich Mayr, meint, das Ergebnis spiegelt den Balanceakt wider, dem jede Gesellschaft ausgesetzt ist: "What this shows to someone who designs tax policy is that taxes aren't all bad. Paying taxes can make citizens happy. People are, to varying degrees, pure altruists. On top of that they like that warm glow they get from charitable giving. Until now we couldn't trace that in the brain."
Leider ist der vollständige Studienbericht mit dem Titel Neural Responses to Taxation and Voluntary Giving Reveal Motives for Charitable Donations nur für Abonennten frei zugänglich; hier finden Sie das Abstract aus Science.

Eine englischsprachige kommentierte Zusammenfassung der Studie findet sich bei Newswise

Jens Holst, 18.6.2007