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Lebensqualität in Deutschland 1995-2005 : Ein Report zur Versachlichung der Debatte

Artikel 0328 Mit der Schlussfolgerung "Die Lebensqualität der Deutschen ist in Gefahr" interpretiert der Auftraggeber eines gerade veröffentlichten Reports zur "Lebensqualität 2006", der "Verband Forschender Arzneimittelhersteller" (VFA), dessen Ergebnisse sehr einseitig. Trotzdem sollte sich dadurch niemand von der Lektüre des wesentlich differenzierteren und äußerst materialreichen Berichts abhalten lassen.
Bearbeitet haben ihn das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) und das Mannheimer Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA). Dafür haben die Wissenschaftler Europäische Vergleichsdaten von OECD und Eurostat sowie repräsentative Umfragen wie Mikrozensus und Sozio-ökonomisches Panel ausgewertet. Im Zentrum dieser Untersuchung der Entwicklung der Lebensqualität der Deutschen in den letzten zehn Jahren. standen der demografische und sozialstaatliche Wandel und die vier Grundbereiche Familie, Arbeit und Einkommen, Gesundheit, Partizipation und Integration.

Anhand dieser Bereiche wird den Fragen nachgegangen,
• wie sich die Lebensqualität in den letzten zehn Jahren verändert hat,
• ob sich West-Ost-Unterschiede in den vergangenen Jahren abgeschwächt oder vergrößert haben,
• inwieweit sich sozio-ökonomische Ungleichheiten verstärkt oder verringert haben und
• wie sich die Situation in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern darstellt?

Ausdrücklich stellen die Autoren des Reports fest: "Mit dieser Einordnung in den europäischen Kontext sollen spezifische Defizite in Deutschland aufgezeigt werden. Gleichzeitig möchte dieser Bericht angesichts der gegenwärtig kontroversen öffentlichen Debatte über die "deutsche Krise" einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion in Deutschland leisten."

Dazu finden sich beispielsweise gut belegte Kernsätze wie diese: "Deutschland gehört somit weder zu den besonders "gerontokratischen" Sozialstaaten Europas noch zu den Ländern mit einem hohen Ausgabenanteil (in Prozent aller Sozialausgaben) für Gesundheit. Zusammen mit Frankreich liegt es vielmehr ziemlich genau in der Mitte Europas mit einem relativ ausgewogenen Mix an Sozialleistungen."

Als Fazit stellt die Studie aber kritisch fest, "dass die deutsche Gesellschaft im Blick auf die Lebensqualität ihrer Bürger derzeit vor vielfältigen Herausforderungen steht. Für die hier ausgewählten Bereiche wird deutlich, dass die für frühere Zeiten charakteristische und das Anspruchsniveau der Bevölkerung prägende stetige Verbesserung der Lebensbedingungen mittlerweile zur Ausnahme geworden ist. Zwar lassen sich auch im Verlauf der letzten Dekade positive Veränderungen der Lebensqualität konstatieren - z.B. im Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements und gegenseitiger persönlicher Unterstützung -, aber insgesamt ist die Situation mehr durch Stagnation und vereinzelt durch Verschlechterungen gekennzeichnet. Dazu trägt offensichtlich bei, dass in Deutschland bisher kein Durchbruch bei der Lösung von gesellschaftlichen Schlüsselproblemen gelungen ist, insbesondere in Bezug auf die Schaffung ausreichender Beschäftigungsmöglichkeiten und bei der Reform des Gesundheitssystems. Dadurch bleiben positive Signale auch für andere Bereiche weitgehend aus."

Der Report enthält eine Vielzahl von differenzierenden und differenzierten Hinweisen , die zum einen die politische Beeinflussbarkeit vieler Trends benennen und entsprechende Ansatzpunkte zeigen. Dies gilt z.B. für den Hinweis auf die Relevanz der sozialen Ungleichheit bei der Gesundheitsversorgung, die Beobachtung, dass bei älterwerdenden Männern anders als bei Frauen die Anzahl der beschwerdefreien Jahre im Alter zunimmt oder die "Effektivitäts- und Effizienzbremse" der Fixierung der deutschen Sozialpolitik auf Finanzleistungen statt des vorrangigen Angebots von sozialen Dienstleistungen (insbesondere im Bereich der Familienförderung).

Hier erhält man die PDF-Datei des 136-seitigen "VFA-Report Lebensqualität 2006"

Bernard Braun, 22.11.2006