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Schwachstelle mehrjähriger Gesundheitssurveys: sinkende und dabei noch sozial selektiv sinkende Beteiligung

Artikel 2648 Bevölkerungsumfragen zu einer Fülle von Gesundheitsfragen haben einen festen und zunehmenden Stellenwert in der gesundheitswissenschaftlichen und -politischen Diskussion. Sie bieten auch die Möglichkeit für zeitliche und internationale Vergleiche.

Eine im April 2018 erschienene Studie über die in Finnland seit 25 Jahren durchgeführten Surveys zur gesundheitlichen Lage weist aber auf mögliche Verzerrungen und Beeinträchtigungen der Repräsentativität von Ergebnissen durch die insgesamt aber auch selektiv sinkende Bereitschaft sich an solchen Befragungen zu beteiligen hin.
Dazu untersuchten die ForscherInnen die soziale Zusammensetzung (Indikatoren: Bildungsniveau und Beschäftigungsstatus) in sechs Querschnittsbefragungen des FINRISK-Surveys zwischen 1987 und 2012. Da es für diese Surveys einen Link zu nationalen Personenregistern gibt, ist es möglich die soziale Zusammensetzung von Surveyteilnehmern und -nichtteilnehmern zu ermitteln.

Die Ergebnisse sahen so aus:

• Die Teilnehmerraten sanken in allen Untergruppen der befragten Bevölkerung. Die Abnahme der Beteiligung an dem Survey sank aber am stärksten und schnellsten in der Gruppe der Personen mit niedrigem Bildungsniveau. Bezüglich des Beschäftigungssstatus gab es kaum Unterschiede. Die jährliche Abnahme der Beteiligungsbereitschaft an diesem Survey betrug bei Männern oder Frauen mit höherem Bildungsniveau 0,9 oder 0,7 Prozentpunkte und bei Männern und Frauen mit niedrigem Bildungsniveau 1,3 oder 1,4 Prozentpunkte.
• Die AutorInnen weisen noch darauf hin, dass es Hinweise für ähnliche Entwicklungen der TeilnehmerInnenrate in den USA, Australien, den Niederlanden und Dänemark gibt.

Angesichts der möglichen Verzerrungen bei der Repräsentativität jedes solcher Surveys und der Gefahr falscher Ergebnisse von Vergleichen mehrerer Survey-Wellen mit unterschiedlicher sozialer Zusammensetzung weisen die finnischen ForscherInnen darauf hin, dies sowohl bei allen bisherigen Ergebnissen zu beachten als auch in künftigen Surveys über methodische Verbesserungen nachzudenken, wie die beschriebenen Effekte vermieden oder vermindert werden können.

Dazu schlagen sie u.a. vor: "To prevent the increase of bias in estimates and the deterioration of the representativeness of health surveys, we should pay particular attention to the recruitment of those who are less willing to participate or hard to reach. For example, telephone interview has been found out to reach people with low education better than postal survey. Previous studies have shown that even small monetary incentives can increase the response rates and that paying an incentive may be especially useful among the groups that would otherwise be under-represented among respondents. Thus, participation could be increased by tailoring the recruitment separately for different socio-economic groups. ... It is also important to consider using methods for missing data handling, such as multiple imputation or weighting methods and to include possible socio-economic factors in calculations."

Die Studie Participation rates by educational levels have diverged during 25 years in Finnish health examination surveys von Jaakko Reinikainen, Hanna Tolonen, Katja Borodulin, Tommi Härkänen, Pekka Jousilahti, Juha Karvanen, Seppo Koskinen, Kari Kuulasmaa, Satu Männistö und Harri Rissanen ist im "European Journal of Public Health" (Volume 28, Issue 2, 1 April 2018, Pages 237-243) erschienen. Ein Abstract ist kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 19.3.19