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Analyse von Prozessdaten der Gesetzlichen Krankenversicherung: Vom Quer- zum Längsschnitt.

Artikel 0474 Immer mehr Analysen über gesundheitliche Risiken und Versorgungsprozesse stützen sich nicht mehr allein auf primär, d.h. zum Zweck der bestimmten Analyse erhobene Daten, sondern auf so genannte Sekundär- oder Prozess-Daten, die von den Sozialversicherungsträgern für andere versicherungseigene Zwecke aber dafür in Hülle und Fülle erhoben werden. Die historisch wie von der mittlerweile erreichten Menge der wissenschaftlichen oder politischen Analysen her am weitesten entwickelten Sekundär- oder Prozessdatenanalysen stammen aus dem Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Wie eine gerade vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK-BV) durchgeführte "Jubiläumsveranstaltung" zu "30 Jahre BKK Gesundheitsreport - Arbeit und Gesundheit im Wandel" und viele der dort gehaltenen Referate ausweisen, handelt es sich hier um eine mittlerweile fest etablierte und bereits in die Jahre gekommene Errungenschaft. Neben den Pionieren dieser Art von Transparenzanalysen wie dem BKK-BV und der Gmünder Ersatzkasse (GEK) werten mittlerweile aber auch nahezu alle anderen Kassenarten und großen Kassen ihre Daten aus bzw. lassen sie in Kooperation von wissenschaftlichen Einrichtungen auswerten.
Die damit verbundene Routinisierung führt aber keineswegs zum inhaltlichen oder methodischen Stillstand der Prozessdatenanalyse - im Gegenteil.

Zum einen gibt es zahlreiche Bemühungen, das Qualitätsniveau der Analysen zu sichern und zu erhöhen. Dies findet in der von Prozessdatenforschern aus den verschiedensten Institutionen und Zusammenhängen getragenen Initiative "GPS - Gute Praxis Sekundärdatenanalyse" der Arbeitsgruppe Erhebung und Nutzung von Sekundärdaten (AGENS) der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) einen vorbildlichen Ausdruck.

Zum anderen ist es eine spezielle Weiterentwicklung der Sekundärdatenanalyse. Gemeint ist die wissenschaftliche und politische noch in den Anfängen steckende Nutzung von Prozessdaten für personenbezogene anonymisierte Verlaufs- oder Längsschnittanalysen von Erkrankungen und Versorgungsketten. Derartige Analysen sind natürlich auch mit primär erhobenen, so genannten Panel-Daten möglich, inhaltlich sehr ertragreich aber organisatorisch extrem aufwändig und sehr teuer. Daher gibt es solche Datenpools in Deutschland kaum oder sie decken wie das "Sozioökonomische Panel (SOEP)" so viele Sach- und Fragenbereiche ab, dass für einen Bereich wie den der Gesundheit nur wenige Aspekte übrig bleiben.

Welche Entwicklungslinien es in der Prozessdaten- als Längsschnittforschung während der letzten Jahrzehnte gab, welchen Fortschritt die Ergänzung von traditionellen Querschnittsanalysen durch Längsschnittanalysen darstellt und wie dies konkret aussieht, stellt ein jetzt in der "Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse der GEK als Band 51 erschienener, von den Soziologen Rolf Müller und Bernard Braun aus dem Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen herausgegebener Sammelband "Vom Quer- zum Längsschnitt. Möglichkeiten der Analysen mit GKV-Daten" in zahlreichen Beiträgen dar.

Wie breit die Palette der Beiträge und Themen ist und wo ihr wissenschaftlicher und politischer Nutzen liegen kann, zeigen die im Folgenden beispielhaft aufgelisteten Beiträge sehr gut:

• Überblick zur Entwicklung der Gesundheitsberichterstattung mit GKV-Daten
• Arzneimitteldaten: Ein Thema für die Gesundheitsberichterstattung
• Verläufe stationärer Versorgung
• Pflegeverläufe älterer Menschen. Eine deskriptive Längsschnittstudie über die Jahre 1998 bis 2004
• Chronizität arbeitsbedingter Rückenbeschwerden am Beispiel von fünf Berufsgruppen
• Übergang in die Erwerbsunfähigkeitsrente und
• Wandel des Sterbegeschehens unter Einfluss sozialstaatlicher Finanzierungsprobleme.

Alle Beiträge des Buches "Vom Quer- zum Längsschnitt" gibt es als PDF-Datei hier herunterzuladen.

Bernard Braun, 11.1.2007