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Generalisierte Angststörung: Lavendelöl in RCT signifikant und knapp nicht-signifikant wirksamer als Placebo und Antidepressiva

Artikel 2341 Homöopathische aber auch aus Pflanzen gewonnene Präparate haben häufig damit zu kämpfen, dass ihre Wirksamkeit nicht auf ähnlich methodisch hohem Niveau nachgewiesen wird bzw. angeblich werden kann wie dies bei verordnungspflichtigen Arzneimitteln der Fall ist.

Unter der eigentlich falschen Überschrift "homöopathische Präparate" wurde in einem 2013 veröffentlichten Aufsatz, der sich mit der Diagnose und Behandlung generalisierter Angststörungen befasste, folgendes zur Wirksamkeit eines Pflanzenextrakts ausgeführt: "In einer Studie ohne Placebokontrolle war ein standardisierter Lavendelölextrakt ebenso wirksam wie das Benzodiazepin Lorazepam. Allerdings war die Teststärke der Studie mit n = 77 für einen Non-inferiority-Vergleich nicht ausreichend. …Die bisher verfügbaren placebokontrollierten Studien mit "subsyndromalen" Angststörungen weisen jedoch auf einen möglichen Substanzeffekt des Lavendelölextrakts hin, der in weiteren Vergleichen mit Standardmedikamenten abzuklären wäre. In der einzigen kontrollierten Studie mit einem homöopathischen Präparat fand sich kein Unterschied zu Placebo."

Bereits im Januar 2014 wurde dann das Ergebnis einer randomisierten kontrollierten und doppelblinden Studie mit 539 Erwachsenen veröffentlicht. Die mit Standardinstrumenten und -skalen (Hamilton Anxiety Scale (HAMA)) als Patienten mit einer generalisierten Angststörung diagnostizierten Personen wurden sowohl mit der Lavendelölzubereitung Silexan, einem Placebo und Paroxetin, einem antidepressiv wirkenden Arzneistoff aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) behandelt.
Als primärer Endpunkt für den Nachweis der Wirksamkeit wurde die Veränderung des HAMA-Werts zwischen Beginn und Ende der Behandlung untersucht.

Der HAMA-Wert sank, d.h verbesserte sich

• unter der Behandlung mit zwei Lavendelölkapseln unterschiedlicher Dosis um 14,1 bzw. 12,8 Punkte,
• unter der Behandlung mit dem Placebo um 9,5 Punkte und
• unter der Behandlung mit Paroxetin um 11,3 Punkte.

Die Wirkungsunterschiede zwischen den Lavendelölkapseln jeder Dosis gegenüber dem Placebo waren statistisch signifikant (p<0,01), gegenüber dem Medikament Paroxetin aber nicht, wenn man das übliche Signifikanzniveau von weniger als 5% Irrtumswahrscheinlichkeit nimmt. Die Autoren sehen aber bei dem trotzdem absolut vorhandenen Unterschied zugunsten des Lavendelöls "a trend towards significance (p=0,10)". Die insgesamt positive Bewertung des Lavendelöls stützte sich auch auf seinen zusätzlich nachweisbaren antidepressiven Effekt, die mit ihm assoziierte Verbesserung der allgemeinen mentalen Gesundheit sowie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Auch wenn damit keineswegs das Ende der Wirksamkeitsforschung über solche Präparate erreicht ist, zeigt die Studie, dass es Sinn macht und möglich ist solche Untersuchungen zu machen und interessante Ergebnisse zur Wirksamkeit so genannter alternativer Therapeutika zu finden.

Der Aufsatz Generalisierte Angststörung: Diagnostik und Therapie von Bandelow B, Boerner RJ, Kasper S, Linden M, Wittchen HU, Möller HJ ist am 26. April 2013 im Deutschen Ärzteblatt (110 (17): 300-10) erschienen und komplett kostenlos erhältlich.

Der Aufsatz Lavender oil preparation Silexan is effective in generalized anxiety disorder - a randomized, double-blind comparison to placebo and paroxetine. von Kasper S, Gastpar M, Müller WE, Volz HP, Möller HJ, Schläfke S, Dienel A ist im "International Journal of Neuropsychopharmacology" veröffentlicht und am 23. Januar elektronisch vorveröffentlicht worden. Von ihm ist nur das Abstract kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 16.3.14