Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren


Weitere Artikel aus der Rubrik
Patienten
Einflussnahme der Pharma-Industrie


Transparenz über Lobbyismus und Interessenkonflikte im Gesundheitswesen: Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück! (11.6.16)
Neue Krebsmedikamente 5: Fortgeschrittener Krebs - keine Chemotherapie ist auch eine Option (25.11.15)
Neue Krebsmedikamente 3: "Durchbruch" in der Therapie weckt falsche Hoffnungen (6.11.15)
Neue Krebsmedikamente 2: Leichtfertige Zulassung in den USA (6.11.15)
Neue Krebsmedikamente 1: Nutzen für Patienten fraglich, Preise exorbitant (5.11.15)
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: "Open Payment" oder "Sunshine database" zwischen Licht und Schatten! (8.10.14)
Wer oder was sorgt für desolate Gesundheitssysteme in Afrika? Die Rolle von Pharmafirmen am Beispiel Uganda. (1.10.14)
Stabile KHK und PCI 1: Schlechte Information - schlechte Entscheidungen, gute Informationen - gute Entscheidungen (9.9.14)
4 Jahre nach Beendigung Ergebnisse von 30% der klinischen Studien in USA nicht veröffentlicht - industriefinanzierte allen voran (21.7.14)
"Nur lesen. Fotografieren und Kopieren verboten" oder wie sich die "European Medicines Agency (EMA)" Transparenz vorstellt (27.5.14)
Überdiagnose und Übertherapie durch Interessenkonflikte in Leitliniengruppen (19.12.13)
Rosarote Brille - Gefahr für Patienten. Interessenkonflikte bei Autoren von Leitlinien (8.9.13)
Selten teure "rauchende Colts": Fast 500 Millionen US-$ Strafe für vorsätzlich gesetzwidrige Vermarktung eines Medikaments (9.8.13)
"Within the coming days" oder wie aus Tagen Jahre werden können: Die "Tamiflu Campaign" 2003/2009 bis 2013 - und (k)ein Ende!? (7.4.13)
Brustkrebs: Studienergebnisse häufig verfälscht und verzerrt (15.1.13)
Resultate und Schlussfolgerungen von herstellergesponsorten Medikamenten- und Gerätestudien vielfach signifikant verzerrt (11.1.13)
Ausgeprägte Interessenkonflikte bei der Erarbeitung des DSM-V (20.5.12)
Offenlegung von Interessenkonflikten - unerwünschte Wirkungen möglich (24.2.12)
Es werde Licht - Transparenzregelungen in den USA werden konkretisiert (16.2.12)
"Tamiflu III": Warum ein Review auf Daten von 68% der durchgeführten Studien zum Grippe-Blockbuster verzichten muss? (20.1.12)
Avastin: Zulassungsverlust in den USA wegen Unwirksamkeit und Nebenwirkungen?! "Geld-zurück"-Vermarktungsstrategie in Deutschland! (30.10.11)
Was müde Maultiere mit Strafzahlungen der pharmazeutischen Industrie in Milliardenhöhe zu tun haben (28.10.11)
52% der Verfasser von Cholesterin- und Diabetes-Leitlinien in Nordamerika haben offen und verdeckt finanzielle Interessenkonflikte (13.10.11)
Gegen ghost writing. Die Herkunft von Studien offen legen - schwierig aber notwendig (3.9.11)
Fortbildungssponsoring durch die Industrie: Ärzte erkennen das Problem aber nicht die Lösung (10.7.11)
USA: Wie der rein kommerzielle Verkauf von Rezeptdaten an die Pharmaindustrie zum Verfassungsrecht auf "freie Rede" wird. (24.6.11)
Pharmavertreter und Medizinstudenten - eine verhängnisvolle Affäre (21.6.11)
Die gar nicht so wettbewerblichen Methoden der US-Markenmedikamenthersteller, den Verkauf von Generika zu behindern! (10.5.11)
Amerikanische kardiologische Leitlinien: kann man ihnen vertrauen? (30.4.11)
Lücken in der Transparenz: Meta-Analysen zumeist ohne Angaben von Interessenkonflikten (3.4.11)
Zur gar nicht kleinen Rolle öffentlicher Einrichtungen bei der Entdeckung und Entwicklung neuer und hoch wirksamer Medikamente. (4.3.11)
"Wes Brot ich ess', des Nutzen ich preis'": Arzneimittelanzeigen in Fortbildungsmedien für Ärzte fördern Mittel-Empfehlungen (1.3.11)
Von Pharmawerbung beeinflusste Ärzte verschreiben häufiger, qualitativ schlechter und teurer (15.11.10)
Industriegesponserte Studien sind einträglicher - Interessenkonflikte bei Herausgebern von Fachzeitschriften (7.11.10)
Künftige Arzneimittel-Romanschreiber werden es schwer haben, die Wirklichkeit bei GlaxoSmithKline zu übertreffen. (29.10.10)
Free the data! Verheimlichte Daten führen zu falscher Bewertung. Das Beispiel Reboxetin. (15.10.10)
Wie Pharmaunternehmen die Krankheit der "weiblichen sexuellen Dysfunktion" konstruierten (5.10.10)
Europäische Arzneimittelbehörde: Rosiglitazon soll vom Markt (26.9.10)
Offenlegung von Interessenkonflikten: gravierende Lücken bei hohen Beträgen (15.9.10)
Studienregister - kein Schutz vor manipulierten Studien (19.8.10)
"These data should not see the light of day to anyone outside of GSK". Risikowissen vorsätzlich durch Hersteller unterdrückt! (13.7.10)
Ist es sporadisch und selten, wenn in Japan 99,7 % der Schweinegrippeviren gegen Tamiflu resistent sind? Die WHO meint ja! (18.6.10)
Wie die Schweinegrippe-Politik der WHO jede Verschwörungstheorie in den Schatten stellt. Glaubwürdigkeit am Ende! (6.6.10)
Ärzte und Pharmavertreter - eine verhängnisvolle Affäre (4.6.10)
AWMF spricht Empfehlungen zum Umgang mit Interessenkonflikten bei Fachgesellschaften aus (4.6.10)
Unabhängige Arzneimittelforschung in Italien (13.5.10)
Transparenz ist notwendig, damit die Industrie nicht auch in den nächsten drei Jahrzehnten manipuliert (11.5.10)
Eher lau: Verhaltenskodex amerikanischer Fachgesellschaften für die Zusammenarbeit mit der Industrie (22.4.10)
Lehrstück "Rosiglitazone und Herzinfarktrisiko" zum Zweiten - Assoziation von finanziellen Interessenskonflikten und Bewertung. (20.4.10)
Täuschen, leugnen, desinformieren und einschüchtern - Strategien von GlaxoSmithKline zur Vermarktung ihres Diabetes-Blockbusters (28.3.10)
Interne Dokumente der Pharma-Industrie: Marketing vor Wissenschaft (14.3.10)
Biomedizinische Forschung überwiegend von finanziellen Gewinnerwartungen motiviert (12.2.10)
"An aspirin per day keeps ..." oder Lehrstück über den fragwürdigen Beitrag von Bayer Healthcare zur Gefäß-Primärprävention! (6.2.10)
Ghost Writing - auch in den führenden Medizinjournalen noch immer weit verbreitet (12.9.09)
Arzneimittel-Information: Deutsche haben ähnliche Vorbehalte gegenüber der Pharma-Industrie wie US-Bürger (4.8.09)
Vorsicht vor Hinweisen auf "Studien"! Häufige Diskrepanz zwischen Werbeaussagen und "Studien"-Ergebnissen in Arzneimittelanzeigen (30.6.09)
Gesunde zu Kranken machen - das Beispiel Olanzapin (Zyprexa®) (20.6.09)
Interessenkonflikte sind in der Krebsforschung weit verbreitet (6.6.09)
Transparenz à la Vermont - Was und wie viel bekommen Ärzte von Arzneimittelherstellern und wie verhindert man dies möglichst? (21.5.09)
USA: Institute of Medicine fordert offensiven Umgang mit Interessenkonflikten im Gesundheitswesen (17.5.09)
Marketing für Medikamente wirkt - selbst in subtiler Dosis (14.5.09)
Befreiung vom Einfluss der Industrie - Forderungen an Medizinische Fachgesellschaften (3.4.09)
Erfundene Daten, hohe Umsätze. Wissenschaftler fordern industrieunabhängige Studien (21.3.09)
EU-Parlament muss über Werbung für rezeptpflichtige Arzneimittel entscheiden (19.2.09)
Fehlinformation und Manipulation - tiefe Einblicke in Marketingstrategien für Medikamente am Beispiel Gabapentin (14.2.09)
Offenlegung ärztlicher Interessenkonflikte fördert Vertrauen der Patienten (12.2.09)
Literaturübersicht zum Sponsoring ärztlicher Fort- und Weiterbildung durch die Pharma-Industrie (4.2.09)
USA: Direkte, an Konsumenten gerichtete Werbung für rezeptpflichtige Medikamente scheint an Wirkung zu verlieren (15.1.09)
Trugbilder der Wirklichkeit für Marketingzwecke - das Beispiel der "Neuroleptika der zweiten Generation" (4.1.09)
Geschöntes Bild neuer Medikamente in medizinischen Fachzeitschriften (6.12.08)
Forschung von 25 Jahren: Die mangelnde klinische Gleichwertigkeit von Generika und Original ist oft ein gut gepflegtes Phantom. (3.12.08)
EU wirft Pharma-Unternehmen Blockadepolitik und Wettbewerbsbehinderungen gegen die Einführung preiswerterer Medikamente vor (29.11.08)
Ehrenwert aber wirkungsarm - der Verhaltenskodex der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V. (3.9.2008)
Wie ein Pharmahersteller mit kritischen Forschungsergebnissen umgeht, deren Gewinnung er sogar unterstützt hat! (6.7.2008)
Wissenschaftler oder Verkäufer? Ärzte im Dienste der pharmazeutischen Industrie (1.7.2008)
"Medikament sucht Krankheit": Die Bedeutung von Krankheitserfindung, Medikalisierung oder "disease mongering" im Gesundheitswesen. (8.6.2008)
Lockerung des Werbeverbots für verschreibungspflichtige Medikamente - Ablehnung aus Deutschland (5.6.2008)
Ist die bipolare Depression überdiagnostiziert? Trägt die Industrie dazu bei? (19.5.2008)
Kein Nutzennachweis aber Milliardenumsätze: Direktwerbung macht's möglich (14.5.2008)
Brasilianische Studie: Werbeprospekte für Psychopharmaka irreführend (8.5.2008)
Einflussnahme der Industrie mindern - Forderungen einer Arbeitsgruppe der medizinischen Fakultäten in den USA (1.5.2008)
Dichtung und Wahrheit in der Werbung für Psychopharmaka (24.4.2008)
Ghost writing für Vioxx - Merck forscht und schreibt, Wissenschaftler geben ihren Namen (19.4.2008)
350.000 Dollar jährliche Arzneimittelkosten pro Patient - Empfehlen Pharmahersteller eine zu hohe Medikamenten-Dosis? (19.3.2008)
GlaxoSmithKline entgeht Anklage wegen Gesetzeslücke (14.3.2008)
Pro und Kontra Direktwerbung für verschreibungspflichtige Medikamente: die Industrie beherrscht die Berichterstattung in den amerikanischen Nachrichtenmedien (10.3.2008)
ARD-Magazin: Preissteigerungen um 240 Prozent bei Krebsmedikamenten - mit Scheininnovationen (10.3.2008)
Pflegekräfte - leichte Beute für die Pharmazeutische Industrie? (28.2.2008)
Novartis erhält Höchststrafe für Einladung von Ärzten in den Spreewald (21.2.2008)
Pharma-Industrie: Werbung und Marketing hat Vorrang vor Forschung und Entwicklung (10.1.2008)
Pharmaindustrie und 3. Welt: Vernachlässigung ihrer Krankheiten und Kranken sowie ihre Entdeckung als lukrativer Markt (26.11.2007)
Bluthochdruck-Medikamente: Von der Pharma-Industrie gesponserte Studien kommen zu günstigeren Schlussfolgerungen (18.11.2007)
Effekte des Pharma-Sponsoring auf die Ergebnisse klinischer Studien: Nebenwirkungen von Medikamenten werden unterbewertet (25.10.2007)
"Ghost Management" der Pharmaindustrie: Stammen viele wiss. Veröffentlichungen aus der Feder von Marketingfirmen? (4.10.2007)
Beispiel Schizophrenie: Wie Pharmaunternehmen im Internet Krankheiten definieren (27.9.2007)
Big Pharma's Data Collectors versus Maine, Vermont and New Hampshire - Wie viel dürfen Pharmafirmen über Ärzte wissen? (1.9.2007)
Werbebudgets der US-Pharmaunternehmen haben sich in 10 Jahren verdreifacht - Kontrolle funktioniert nicht (17.8.2007)
Bericht der "Los Angeles Times" dokumentiert die Tricks und Erfolge der Pharma-Industrie im Gesundheitswesen (9.8.2007)
Der lange Arm der Pharma-Industrie in der Arztpraxis: Marketing für hochpreisige Medikamente (28.2.2007)
Arzneimittelstudien bei Brustkrebs: Von der Pharmaindustrie finanzierte Studien kommen zu einer besseren Medikamenten-Bewertung (27.2.2007)
Jede vierte Selbsthilfegruppe wird von Pharmaunternehmen gesponsert (8.2.2007)
Pharmareferenten: Die meisten Ärzte würden ihr Fehlen vermissen (27.1.2007)
Der "Medicare Drug War" 2004 in den USA: Ein Lehrstück über die Einflussnahme der Pharmaindustrie auf die Arzneimittelgesetzgebung (21.12.2006)
Desinformation über Arzneimittel: eher Regel als Ausnahme (13.12.2006)
Pharma-Industrie will Patienten mit Direktwerbung stärker beeinflussen (10.12.2006)
Das Geschäft mit der Krankheit (28.11.2006)
Pharmaindustrie unterwandert Selbsthilfegruppen (30.10.2006)
Einflussnahme der Pharma-Industrie auf Medikamentenverschreibungen (6.2.2006)
Pharma-Werbung beeinflusst ärztliche Medikamenten-Verschreibung (11.12.2005)
Wie innovativ und "gesund" ist die Pharmaindustrie? Bluff und Wirklichkeit (28.11.2005)
Internationale Studienlage eindeutig: Irreführung durch Pharmaindustrie eher Regel als Ausnahme (24.11.2005)

Seite mit den Texten aller Artikel aufrufen:
Einflussnahme der Pharma-Industrie
 

Andere Rubriken in "Patienten"


Gesundheitsversorgung: Analysen, Vergleiche

Arzneimittel, Medikamente

Einflussnahme der Pharma-Industrie

Arzneimittel-Information

Hausärztliche und ambulante Versorgung

Krankenhaus, stationäre Versorgung

Diagnosebezogene Fallgruppen DRG

Rehabilitation, Kuren

Kranken- und Altenpflege, ältere Patienten

Umfragen zur Pflege, Bevökerungsmeinungen

Schnittstellen, Integrierte Versorgung

Disease Management (DMP), Qualitätssicherung

Leitlinien, evidenzbasierte Medizin (EBM)

Verhaltenssteuerung (Arzt, Patient), Zuzahlungen, Praxisgebühr

Arztberuf, ärztl. Aus- und Fortbildung

IGeL Individuelle Gesundheitsleistungen

Alternative Medizin, Komplementärmedizin

Arzt-Patient-Kommunikation

Patienteninformation, Entscheidungshilfen (Decision Aids)

Shared Decision Making, Partizipative Entscheidungsfindung

Klinikführer, Ärztewegweiser

Internet, Callcenter, Beratungsstellen

Patienteninteressen

Patientensicherheit, Behandlungsfehler

Zwei-Klassen-Medizin

Versorgungsforschung: Übergreifende Studien

Versorgungsforschung: Diabetes, Bluthochdruck

Versorgungsforschung: Krebs

Versorgungsforschung: Psychische Erkrankungen

Versorgungsforschung: Geburt, Kaiserschnitt

Versorgungsforschung: Andere Erkrankungen

Sonstige Themen



Pharmaindustrie unterwandert Selbsthilfegruppen

Artikel 0264 Nach einem älteren Bericht des Nachrichtenmagazins Panorama gibt es vielfältige Hinweise, dass Pharma-Unternehmen versuchen, durch Sponsoring von Selbsthilfegruppen oder sogar durch Initiativen und finanzielle Zuschüsse zur Gründung neuer Selbsthilfegruppen, den Absatz für ihre Produkte zu steigern. Panorama: "Selbsthilfegruppen sind für Kranke oft ein wichtiger Halt - sie beraten und unterstützen Patienten, sie gelten als kritisch und sind ausschließlich am Wohl des Kranken interessiert. Wer sich an eine solche Gruppe wendet, erwartet unabhängige Unterstützung. Doch immer öfter entdecken Pharmaunternehmen Selbsthilfegruppen als Marketing-Instrument. Sie sind ideal, um für ein bestimmtes Medikament oder eine Therapie zu werben. Besonders interessant sind chronisch Kranke, die dauerhaft mit teuren Medikamenten behandelt werden. Pharmafirmen gründen sogar eigene Selbsthilfegruppen, wenn sie ein neues Medikament auf den Markt bringen. Die Selbsthilfegruppen nehmen Spenden von der Pharmaindustrie - und gleichzeitig tauchen Werbebotschaften in ihren Verbandszeitschriften und im Internet auf. Sie beteuern, dass sie trotz der Spenden unabhängig bleiben, was Pharmakritiker wie Professor Peter Schönhöfer stark bezweifeln. Und so merken viele Patienten noch nicht einmal, dass sie von der Pharmaindustrie manipuliert werden."

Im Bericht kommt auch ein Pharmamarketing-Experte zu Worte, der aussagt, es sei durchaus üblich, dass die Pharmaindustrie gerade bei neuen Indikationen und Therapieansätzen Selbsthilfegruppen initiiert. Weitere Hinweise für die These von Panorama: Sogar die Premium-Adresse - www.selbsthilfe.de - ist von der Industrie gekauft, hinter dem guten Namen verbirgt sich der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie. Und sogar Heinz Windisch, Patientenvertreter und Präsident des Verbands der Krankenversicherten Deutschlands (VKVD), ist (nebenher) tätig im Auftrag des Pharmakonzerns Abbott. Der dem Panorama-Bericht zugrunde liegende Text ist als PDF-Datei abrufbar: "Tricksen und tarnen - Pharmaindustrie unterwandert Selbsthilfegruppen"

Panorama hat nichts grundlegend Neues aufgedeckt. Schon im März 2005 berichtete Erika Feyerabend in einem Artikel für die Zeitschrift "Mabuse" unter dem Titel "Problematische Partnerschaften - Selbsthilfegruppen und die Pharmaindustrie" über diese Praktiken der Pharma-Industrie. "Jedes zehnte Pharma-Unternehmen pflegt Kontakte zu Selbsthilfegruppen. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) träumt von 'direktem Patientenmarketing mit geringsten Streuverlusten', das heißt von gezielter Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente bei den betroffenen Gruppen. Elegant kann das geltende Werbeverbot für verschreibungspflichtige Medikamente umgangen werden, indem Firmen Wirkstoffe oder gleich die eigenen Firmenprodukte in Vereinszeitungen oder Kongress-Präsentationen anpreisen." Ein Reprint des Aufsatzes als PDF-Datei kann hier heruntergeladen werden: Problematische Partnerschaften - Selbsthilfegruppen und die Pharmaindustrie.

Auch die Journalistin Martina Keller beschäftigt sich in einem Artikel in der ZEIT (19.05.2005, Nr.21) unter dem Titel "Pharmaindustrie - Geben und einnehmen" mit der zumindest fragwürdigen Allianz von Pharma-Unternehmen und Selbsthilfegruppen. Als ein Beispiel berichtet sie über das so genannte Zappelphilipp-Syndrom, medizinisch die Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS). "Betroffenen Kindern helfen Medikamente wie Ritalin mit dem Wirkstoff Methylphenidat, der in den Gehirnstoffwechsel eingreift. Allerdings können die Mittel auch Übelkeit, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen verursachen. Die Spätfolgen sind noch unerforscht. Obwohl Methylphenidat, um Missbrauch zu verhindern, auf der Liste der Betäubungsmittel steht, wird es Kindern seit Jahren immer häufiger verordnet, nicht selten in Fällen, in denen die Diagnose ADS einer sorgfältigen Untersuchung nicht standhält." Das Pharma-Unternehmen Lilly unterstützt nun alle größeren ADS-Gruppen mit Spenden und zur Gründung des Hamburger Arbeitskreises ADS/ADHS gab der Konzern 40.000 Euro. Die PR-Agentur Gianni & Meissner aus Frankfurt half überdies, die Ziele der Initiative zu entwickeln, organisierte die Eröffnungsveranstaltung in einem Hamburger Hotel und formulierte einen Leitfaden für Eltern und Lehrer. Der Artikel ist hier abrufbar: Pharmaindustrie - Geben und einnehmen.

Gerd Marstedt, 30.10.2006