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Patienten
Disease Management (DMP), Qualitätssicherung


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Bessere Versorgungsqualität für Diabetes-Patienten im Disease Management Programm der Barmer

Artikel 1035 Diabetes-Patienten, die in Disease-Management-Programmen (DMP) medizinisch betreut werden, genießen den Vorzug einer besseren Versorgungsqualität gegenüber Patienten außerhalb solcher DMPs, das ergab eine jetzt veröffentlichte Studie der Angestelltenersatzkasse "Barmer" mit etwa 160.000 Versicherten. Die Diabetes-Patienten in DMPs wiesen weniger Schlaganfälle und Amputationen auf, eine häufiger nach Leitlinien durchgeführte medikamentöse Versorgung sowie mehr vorsorgende Augenarztkontakte.

Seit dem Jahr 2002 werden Disease-Management-Programme in Deutschland durchgeführt, anfänglich beschränkt auf die Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und Brustkrebs, später auch für andere chroniosche Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ l, koronare Herzkrankheit, Asthma und chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen. Bis Mitte 2007 hatten sich etwa 3,3 Millionen Versicherte in der GKV in ein DMP eingeschrieben, der größte Teil darunter (2,2 Millionen) leidet unter Diabetes. Während DMPs bei der Behandlung chronischer Erkrankungen anfangs noch umstritten waren, zeigen heute zunehmend mehr Studien, dass die Teilnahme daran eine bessere Versorgungsqualität bietet.

In einer großen Evaluationsstudie hat jetzt auch die "Barmer" anonymisierte Leistungsdaten von je 80.000 Patienten mit Diabetes Mellitus von DMP-Teilnehmern und Nichtteilnehmern in den Jahren 2005 und 2006 verglichen. Es wurde untersucht, ob sich hinsichtlich diabetesspezifischer Komplikationen und Begleiterkrankungen, aber auch der medikamentösen Behandlung und Vorsorge Unterschiede zwischen beiden Gruppen erkennen lassen. Als Ergebnis zeigte sich:

• Die Zahl der Schlaganfälle lag im Jahr 2006 bei DMP-Teilnehmern rund ein Drittel niedriger als bei Nichtteilnehmern (8,8 Fälle auf 1000 Versicherte bei männlichen DMP-Teilnehmern vs. 12,7 Fälle bei Nichtteilnehmern; 7,8 bei weiblichen DMP-Versicherten vs. 12,4 bei Nichtteilnehmerinnen).
• Bei der Zahl der Fuß- und Unterschenkelamputationen ergibt sich sogar ein noch deutlicherer Vorteil zugunsten der DMP-Teilnehmer (4,5 vs. 7,3 bei männlichen und 1,6 vs. 3,8 Fälle bei weiblichen Versicherten, jeweils bezogen auf 1000 Versicherte).
• Insgesamt weisen DMP-Teilnehmer weniger Krankenhausbehandlungen auf, wobei schwere Ereignisse (u.a. Herzinfarkte, Herzinsuffizienz) seltener und leichtere Fälle (z.B. Angina Pectoris, chronische KHK) häufiger im Krankenhaus behandelt wurden.
• Zudem ist die Zahl der für eine leitliniengerechte Vorsorge notwendigen augenärztlichen Kontakte bei DMP-Teilnehmern signifikant höher. Von 1000 Diabetikern hatten 780 Teilnehmer und nur 538 Nichtteilnehmer mindestens einen Augenarztkontakt im Jahr 2006.
• Auch die Zahl der Patienten, die eine leitliniengerechte Medikation zur Behandlung von Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung und damit zum Schutz vor entsprechenden Folgeschäden erhielten, war bei den DMP-Teilnehmern durchweg höher.

Hier ist eine Pressemitteilung der Barmer: Diabetes-Patienten in DMP signifikant besser versorgt
Ein 8seitiger Bericht zur Studie (PDF): Versorgungsmerkmale des Diabetes mellitus in Disease-Management-Programmen

Gerd Marstedt, 2.12.2007