Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren


Weitere Artikel aus der Rubrik
Gesundheitssystem
Demografie, Krankheitslast


Wie verlässlich oder reliabel sind allgemeinärztliche ICD-10-Diagnosen - und zwar auch ohne die GKV-Beihilfe beim Up-Coding? (22.10.16)
USA und Deutschland: Länger leben - "krank" oder "gesund"? Neues zur Empirie der "compression of morbidity". (18.4.16)
Multimorbidität: Alles klar oder doch eher Vorsicht vor Vielfalt und Uneindeutigkeit? (3.4.16)
Zugehörigkeit zu örtlichen sozialen Gruppen oder Was außer regelmäßiger Bewegung lässt Rentner länger und besser leben? (24.2.16)
Zusammenhänge zwischen Gesundheitsreformen, Sterblichkeit und Nutzung des Gesundheitssystems: Zwischen Wunsch- und Alptraum (30.6.15)
Universitäre Medizinerausbildung in Deutschland: Exzellenz statt Bedarfsgerechtigkeit (6.4.15)
Lange Telomere gleich längere Lebenserwartung und gesundes Altern dank Mittelmeer-Diät!? (3.12.14)
Hängt die Gesundheit der "Menschen mit Migrationshintergrund" von der Art der Integrationspolitik ab? Irgendwie schon. (26.9.14)
Henne oder Ei? Ist Sprachenlernen Hirn-Jogging gegen Demenz oder lernen Leute mit "fittem" Hirn mehr und besser Sprachen? (7.6.14)
Wie stark soziale Unterschiede und nicht "die Natur" die Lebenserwartung und die Jahre in guter Gesundheit bestimmen (21.3.14)
Viel Krach um die "stille Epidemie" der Demenz versus wissenschaftlicher Evidenz zu ihrer sinkenden Inzidenz und Prävalenz (5.12.13)
Arme sterben jünger als Wohlhabendere und die sozialen Unterschiede bei der Lebenserwartung von 65-Jährigen werden größer (9.10.13)
Wo läßt es sich in der EU am besten aktiv Altern? Ergebnisse des "Active Ageing Index" 2012 (23.9.13)
Was bedeutet es, dass alle heute Geborenen 100 Jahre alt werden sollen? Wahrscheinlich weniger Schlimmes als gemenetekelt wird! (29.3.13)
Erhebliche Ungleichheit gesunder Lebensjahre in der EU27 - Deutschland auf Platz 23 und 24. Verbesserung möglich, aber aufwändig! (27.3.13)
Altersgemischte Teams: wirksamste Maßnahme die Beschäftigungsdauer älterer Arbeitnehmern bis zur Altersgrenze zu verlängern! (14.3.13)
Leben die alternden "baby boomer" in den USA länger und gesünder als ihre Väter? Ja und nein! (13.2.13)
Lebenserwartung und Anzahl der gesunden Lebensjahre nehmen von 1990 bis 2010 zu - mit Unterschieden und Anregungen zum Nachdenken (18.12.12)
"IAB-Regional"-Bericht Altenpflege 2030 in Deutsch-Südwest: Wie rechnet man sich einen bedrohlichen Pflegebedarf zurecht!? (7.11.12)
Was tun Betriebe um die sozialen Folgen des "drohenden" Mangels an leistungsfähigen Erwerbstätigen zu verhindern? 2011: zu wenig! (2.11.12)
Gesundheitsversorgung für ältere Bürger muss nicht unvermeidbar "zu teuer" sein. Pro-Kopfausgaben in den USA und Kanada 1980-2009 (1.11.12)
Ist die Entwicklung von Demenz wirklich nicht oder nicht ohne unerwünschte Nebenwirkungen zu verlangsamen? (17.4.12)
Neues zur Demografie: Zu wenig "Tempo" bei der Geburtenrate und was kann man vom Geburtengeschehen türkischer Migrantinnen lernen (29.3.12)
Prognosen über die künftigen Krankenhausfallzahlen müssen den Alterungseffekt, die Risikoerhöhung und -verminderung beachten (5.3.12)
Alter allein erklärt nicht die Anzahl depressiver Symptome als einem Indikator für seelische Gesundheit. (28.1.12)
Welche Einzelfaktoren "befeuern" mit welcher Kraft den demografischen Wandel? (25.1.12)
Geburtenraten sinken in wirtschaftlich schlechten Zeiten signifikant: Zufall oder kausaler Zusammenhang? (16.10.11)
Gesundheitliche Ungleichheit am Beispiel Erwerbsminderung: Niedrig Qualifizierte tragen bis zu 10-x höheres Risiko als Akademiker (30.9.11)
Untergang oder Herausforderung! Was bedeuten Prognosen des Erwerbspersonenpotenzials für die Zukunft des deutschen Sozialsystems? (26.8.11)
Gesundheitsbericht-Ramsch: "Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" lieber nicht nach "Erinnerungen" zur Gesundheitsentwicklung! (16.7.11)
Neues aus der Demografieforschung: Wir leben nicht länger, weil der Alterungsprozess länger dauert, sondern später anfängt! (22.7.10)
"Todesursache" Nr. 1: Herzstillstand! Wie groß und inhaltlich folgenschwer ist das Elend der Todesursachenstatistik? (13.6.10)
Zu Hause betreute Demenzkranke leben über 2 Jahre länger als wenn sie in Heimen gepflegt würden. Was folgt daraus? (22.4.10)
Eine gute und eine schlechte Nachricht zur Sterblichkeit von Diabetikern (13.1.10)
Ökonomie der Aufmerksamkeit: Täglich 13.000 tote Kinder und Mütter in Afrika und weltweit 6.250 Schweinegrippetote in 7 Monaten (14.11.09)
Jüngerer Partner = Jungbrunnen oder Sterberisiko? Es kommt aufs Geschlecht an! (28.5.09)
Licht am Ende des langen dunklen Tunnels der Debatte über Gesundheit und Alter in Deutschland? Ein Bericht von RKI, StaBu und DZA (26.5.09)
Medikalisierung vs. Kompression: Künftiger Anstieg der Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben im Alter deutlich überschätzt. (15.2.09)
Wie viele Jahre kostet das Leben oder welche sozialen Faktoren tragen zur ungleichen Chance bei, ein hohes Alter zu erreichen? (11.11.08)
"Demographische Katastrophe" oder eher "katastrophaler" Stand betrieblicher Maßnahmen für alternde Belegschaften? (26.10.2007)
Sinkende Prävalenz der Behinderungen älterer Menschen in USA und Spanien - 4:1 für die "compression of morbidity" (16.8.2007)
Wer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente muss, hat schon jetzt erhebliche finanzielle Probleme (5.3.2007)
Rentnerboom und Babynotstand - Neues Portal zum demographischen Wandel (14.1.2007)
Geburtenentwicklung in Deutschland: Zwischen Dramatisierung und Verharmlosung. (1.1.2007)
Information statt Dramatisierung der demografischen Veränderungen und ihrer Auswirkungen auf das Arbeitsleben (30.11.2006)
Kostenexplosion und demographischer Kollaps des Gesundheitssystems: Fragwürdig und differenzierungsbedürftig (16.11.2006)
Einwohnerzahl vieler deutscher Städte wird erheblich schrumpfen (6.2.2006)
Umfrage zur Pflegeversicherung: Viele würden auch mehr zahlen wollen - bei besseren Leistungen (20.12.2005)
GKV-Beitragssatz 2040 = 31,2 %? So funktioniert demografischer Schwindel! (31.7.2005)
Demografie - Nicht Schicksal, sondern Politik! (26.7.2005)
Länger leben mit geringer Krankheitslast (26.7.2005)

Seite mit den Texten aller Artikel aufrufen:
Demografie, Krankheitslast
 

Andere Rubriken in "Gesundheitssystem"


Umgestaltung, neue Modelle

Finanzierung und Kosten, Lohnnebenkosten

Demografie, Krankheitslast

Medizinisch-technischer Fortschritt

eHealth / IT: Versichertenkarte, Patientenakte

Das Märchen von der Kostenexplosion

Internationaler Gesundheitssystem-Vergleich

Gesundheitswirtschaft

Andere Themen



Erhebliche Ungleichheit gesunder Lebensjahre in der EU27 - Deutschland auf Platz 23 und 24. Verbesserung möglich, aber aufwändig!

Artikel 2245 In der Debatte über die Risiken der demografischen Alterung in entwickelten Gesellschaften spielt die Anzahl der gesunden Lebensjahre der dort geborenen Personen eine große Rolle. Je länger ein neugeborenes Kind in seinem künftigen Leben gesund lebt, desto besser ist seine Lebensqualität und desto geringer sind die diversen Folgen einer ungesund verbrachten längeren Lebenszeit.

Eine am 13. März im "European Journal of Public Health" veröffentlichte Studie über die derzeitige Anzahl gesunder Lebensjahre in den 27 EU-Mitgliedsländern, die dabei vorhandene Ungleichheit und die Bedeutung der heutigen Situation für das Jahr 2020, zeigt u.a. für Deutschland die tatsächlich enormen Gestaltungspotenziale einer als natürlich gegeben verstandenen Alterungssituation, aber auch die für ihre Nutzung notwendigen Anstrengung an.

Die wichtigsten aus Eurostat-Daten gewonnenen Kennziffern lauten:

• 2010 betrug die Anzahl der gesunden Lebensjahre für neugeborene Männer und Frauen in der EU27 61,3 und 61,9 Jahre.
• Die europaweite Ungleichheit beträgt bei Männern 17,5 und bei Frauen 18,9 Jahre.
• Spitzenreiter bei den gesunden Lebensjahren für Männer war 2010 Schweden (70,1 Jahre), Schlusslicht die Slowakei mit 52,6 Jahren). Auf dem fünftletzten Platz liegen die deutschen Männer mit 56,7 Jahren.
• Spitzenreiter bei den gesunden Lebensjahren für Frauen war 2010 Malta (71,5 Jahre), Schlusslicht auch hier die Slowakei mit 52,7 Jahren). Auf dem viertletzten Platz liegen die deutschen Frauen mit 57,8 Jahren.
• Sofern die bisherige Entwicklung bis 2020 anhält, steigen die gesunden Lebensjahre für Männer bis dahin um 1,4 und die der Frauen um 0,9 Jahre. Damit würde aber auch die Ungleichheit innerhalb der EU weiterwachsen.
• Wenn man diese Ungleichheit bis 2030 beseitigen will, bedeutet es für die Zeit bis 2020 dass die Anzahl der gesunden Lebensjahre EU-weit um 4,4 Jahre für Männer und 4,8 Jahre bei Frauen zunehmen müsste.
• Zutreffend ist die Anmerkung der Forschergruppe, dies würde für einige Länder eine enorme Anstrengung bedeuten. In Deutschland müsste die Anzahl gesunder Lebensjahre für Männer um 6,7 und für Frauen um 6,9 Jahre zunehmen.
• Strebt man das Ziel an, in 20 Jahren die Ungleichheitslücke beseitigen zu wollen, muss unter der Voraussetzung, dass die Zahl der ungesund verbrachten Jahre trotz steigender Lebenserwartung nicht ansteigt, die Zahl der gesunden Lebensjahre bis 2020 EU-weit um 5,8 (Männer) und 6,3 (Frauen) Jahre zunehmen. In Deutschland müssen dazu 8,1 und 8,4 gesunde Lebensjahre erreicht werden.

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, steht die Anzahl der gesunden Lebensjahre in sozial vergleichbaren Ländern nicht unbeeinflussbar fest, sondern hängt so oder so von sozialen Lebensumständen ab. Insbesondere die Länder in der Schlusslichtgruppe, darunter besonders Deutschland, sollten sich statt den "Demografie-Blues" fortzusetzen sehr gründlich darüber informieren, mit welchen Maßnahmen und "Kulturen" es Länder in der Spitzengruppe geschafft haben, ihren EinwohnerInnen eine längere gesunde Lebensphase zu ermöglichen.

Der Aufsatz Mind the gap—reaching the European target of a 2-year increase in healthy life years in the next decade von Carol Jagger, Martin McKee, Kaare Christensen, Karolina Lagiewka, Wilma Nusselder, Herman Van Oyen, Emmanuelle Cambois, Bernard Jeune und Jean-Marie Robine ist am 13. März 2013 zuerst online im "European Journal of Public Health" erschienen und komplett kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 27.3.13