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Ehemänner-Stress zwischen Alleinverdienerlast und Zweitverdiener"schmach". Die Macht und Hartnäckigkeit von Geschlechterrollen

Artikel 2678 Auch wenn es im Durchschnitt immer noch die so genannte "gender pay gap" gibt, d.h. eine trotz oft gleicher Tätigkeit und Leistung geringere Bezahlung von Frauen, steigt mit der wachsenden Frauen- und Ehefrauenerwerbstätigkeit auch deren Anteil am Haushaltseinkommen.

Ob und wie sich dies auf das Wohlbefinden oder die psychische Gesundheit ihrer Ehepartner auswirkt, hat jetzt eine Wissenschaftlerin der britischen Universität von Bath mit über 15 Jahren erhobenen Daten (insgesamt 19.688 Einzelbeobachtungen) der "Panel Study of Income Dynamics (PSID)" von 6.034 us-amerikanischen heterosexuellen Partnern untersucht und ist zu paradoxen Ergebnissen für das Selbstbewusstsein und die Geschlechtsrollenidentität von Männern gelangt.

• Erstens fühlen sich Ehemänner in der Rolle als Alleinverdiener des Haushaltseinkommens negativ gestresst (Disstress gemessen mit der "Kessler Psychological Distress Scale (K6)") was zu einer Reihe von unerwünschten gesundheitlichen Problemen führen kann bzw. führt.
• Zweitens fühlen sich Ehemänner dann am wenigsten gestresst, wenn ihre Ehefrauen erwerbstätig sind und mit ihrem Einkommen bis zu 40% zum Haushaltseinkommen beitragen.
• Drittens fühlen sich Ehemänner dann schnell zunehmend gestresst und "uncomfortable", wenn ihre Ehefrauen mehr als 40% des Haushaltseinkommens verdienen. Überschreitet dieser Anteil die 50%-Grenze, nehmen sich die Ehemänner als ökonomisch völlig abhängig wahr und erreichen den höchsten Stressgrad.

Für die Geschlechterforschung interessant sind in diesem Zusammenhang die zwischen Ehefrauen und -männern deutlich unterschiedlichen Einschätzungen des geringsten Stresslevels in Abhängigkeit von den Anteilen am Haushaltseinkommen. Während Männer dann sagen, sie seien am wenigsten wegen der Einkommen gestresst, wenn die Frauen mit 40% zum Haushaltseinkommen beitragen, meinen Ehefrauen, dies sei erst der Fall, wenn das Verhältnis 50%:50% sei - und schließen dann wahrscheinlich von sich auf ihren Partner.

Mehr über einkommensassoziierten Hintergründe mancher Verhaltens- und gesundheitlichen Symptomatik von verpartnerten Männern findet sich im Aufsatz Spousal Relative Income and Male Psychological Distress der Ökonomin Joanna Syrda, im November 2019 veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Personality and Social Psychology Bulletin". Ein kurzes Abstract ist kostenlos erhältlich. Auf der Webseite der University of Bath findet man außerdem eine etwas längere Kurzübersicht über die Ergebnisse der Studie und ein Interview mit der Autorin.

Bernard Braun, 25.11.19