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AIDS-Bericht der UN: Zahl der HIV-Infizierten auf Höchststand (21.11.2005)
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AIDS-Bericht der UN: Zahl der HIV-Infizierten auf Höchststand

Artikel 0187 Nach dem neuen UNAIDS (United Nations Aids)und WHO-Bericht müssen die Anstrengungen zur HIV-Prävention und Behandlung deutlich verstärkt werden, um eine Verlangsamung und Umkehr in der Entwicklung der AIDS-Epidemie zu erreichen. Der neue und jetzt vorgestellte Bericht zeigt auf, dass die Gesamtzahl der HIV-Infektionen weiterhin ansteigt, auch wenn die HIV-Infektionsraten unter Erwachsenen in einigen Ländern zurückgegangen sind. Im Jahr 2005 kam es zu fünf Millionen Neuinfektionen. Die Zahl der HIV-Positiven weltweit hat mit schätzungsweise 40,3 Millionen Menschen (im Vergleich zu 37,5 Millionen im Jahr 2003) einen neuen Höchststand erreicht. Täglich stecken sich 14.000 Menschen neu an, etwa alle sechs Sekunden wird ein Mensch neu infiziert. 95 Prozent der Betroffenen leben in Entwicklungs- oder Schwellenländern.

Mehr als drei Millionen Menschen, darunter 500.000 Kinder, starben im Jahr 2005 an Krankheiten, die mit AIDS in Beziehung stehen. Nach dem Bericht von UNAIDS gab es in Osteuropa und Zentralasien mit einem Anstieg um 25% auf 1,6 Millionen Betreoffene sowie in Ostasien die höchsten Steigerungsraten. Das südliche Afrika ist jedoch mit 64% der Neuinfektionen (das sind mehr als 3 Millionen Menschen) weltweit weiterhin am stärksten betroffen. Weltweit zugenommen hat der Anteil der infizierten Frauen. Ende 2005 sind 17,5 Millionen Frauen betroffen, eine Million mehr als 2003. Eine der Ursachen ist die sexuelle Diskriminierung von Frauen in vielen afrikanischen Ländern: Gegen ungeschützten Geschlechtsverkehr können sie sich nur selten zur Wehr setzen.

Während die Mutter-Kind-Übertragung in den Industrieländern praktisch besiegt ist und das Angebot an Leistungen sich vielerorts verbessert hat, sind in den meisten Ländern im südlichen Afrika noch immer große Defizite zu erkennen. Ein beschleunigter Ausbau von Leistungsangeboten ist jedoch dringend erforderlich, um diesen unvertretbar hohen Preis nicht mehr zahlen zu müssen. Das Wissen über "Safe Sex" und HIV ist in zahlreichen Ländern immer noch niedrig.

In Deutschland haben sich nach Mitteilung Robert Koch-Instituts (RKI) im 1.Halbjahr 2005 über 1.100 Personen neu infiziert, rund 20 Prozent mehr als im 1.Halbjahr 2004. Damit steigt die deutschlandweite Aidsrate auf 24.269 Infizierte. Ursachen erkennt das RKI vor allem in einer Vernachlässigung von "Safer Sex": Selbst bei neuen oder kaum bekannten Sexpartnern werde immer öfter auf Kondome verzichtet.

Der jährlich veröffentlichte Bericht "AIDS Epidemic Update" stellt die neuesten Entwicklungen in der weltweiten AIDS-Epidemie dar. Mit Karten und regionalen Schätzungen liefert die Ausgabe 2005 die neuesten Schätzungen zum Umfang der Epidemie und ihre Opfer, untersucht neue Trends in der Entwicklung der Epidemie und widmet sich in einem besonderen Kapitel dem Thema HIV-Prävention. Das angebote Informationsmaterial auf der Homepage von UNAIDS umfasst unter anderem den
Ausführlichen Status-Bericht: Die AIDS Epidemie. Dezember 2005, deutsch, 112 Seiten, 5,8 MB

Gerd Marstedt, 21.11.2005