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Vitamin C gegen Erkältungen: Cochrane-Studie erkennt einen Nutzen nur bei Extrembelastungen

Artikel 0820 Wenn Sie kein Marathonläufer oder Soldat in der Antarktis sind, hilft Ihnen Vitamin C zur Vorbeugung oder auch Therapie von Erkältungen so gut wie gar nicht. Bei Personen, die unter extremen körperlichen Belastungen stehen, ist das altbekannte Hausmittel allerdings durchaus hilfreich zur Vorbeugung. Dies ist die Kernbotschaft einer jetzt in der "Cochrane Library" veröffentlichten Meta-Analyse schon veröffentlichter Studien, in denen die Einnahme von Vitamin C zur Prävention oder auch Therapie von Erkältungen untersucht wurde. Berücksichtigt wurden dabei nur Untersuchungen, in denen auch eine Kontrollgruppe einbezogen war, der man ein Placebo-Medikament gab. Einbezogen wurden weiterhin nur Studien, bei denen zumindest 200 Milligramm Vitamin C pro Tag eingenommen wurden - dies entspricht etwa dem Gehalt von 0,25 Litern Orangensaft.

Über die Bedeutung von Vitamin C (Ascorbinsäure) zur Vorbeugung gegen Husten und Schnupfen oder auch zur Bekämpfung der Symptome wird seit etwa 60 Jahren unter Medizinern gestritten, spätestens seit der Nobelpreisträger Linus Pauling in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts den Wirkstoff chemisch isolieren konnte. Als Hausmittel wurden Vitamin-C-Sprudeltabletten oder heißer Zitronensaft dann in den 70er Jahren besonders populär. Die ersten Studien von Pauling zeigten auch deutliche Erfolge der Ascorbinsäure im Kampf gegen die weit verbreitete Erkältungskrankheit - auch im Vergleich mit Placebos.

Wissenschaftler der Australian National University und der University of Helsinki wollten nun wissen, ob wirklich etwas dran ist an der Popularität des Hausmittels. In ihre Meta-Analyse bezogen sie insgesamt 30 veröffentlichte Studien mit insgesamt über 11.000 Teilnehmern ein. Als Ergebnis zeigte sich im Einzelnen:
• Als Mittel zur Verhütung einer Erkältung zeigte sich im Vergleich zu Gruppen mit Placebo-Einnahme unter dem Strich kein Effekt durch die Einnahme von Vitamin C.
• Bei einigen Studien jedoch, in denen Personen mit sehr schweren körperlichen Belastungen einbezogen waren (Marathonläufer, Soldaten in der Antarktis, Skiläufer), zeigte sich andererseits, dass hier das Risiko einer Erkrankung um die Hälfte reduziert war.
• Studien, in denen überprüft worden war, ob die Dauer der Erkältungskrankheit durch eine Einnahme von Ascorbinsäure vor Eintritt der ersten Symptome reduziert werden kann, zeigten eine eher schwache, aber doch statistisch signifikante Wirkung. Dort sank die Zeitdauer bei Erwachsenen um 8%, bei Kindern um 14%.
• Wird Vitamin C hingegen eingenommen, nachdem die ersten Krankheitssymptome schon bemerkbar sind, so hat dies keinen Effekt mehr auf das Auftreten oder die Dauer der Erkältung.
• Ob eine besonders hohe Dosierung der Vitamin-C-Einnahme möglicherweise bessere Wirkung zeigt, ließ sich mit den verfügbaren Studien nicht abschließend beurteilen. Die Befunde der dazu veröffentlichten Studien waren überaus widersprüchlich und überdies war ihre methodische Qualität durchweg eher schwach.

• Ein kostenloses Abstract der Meta-Analyse ist hier nachzulesen: Vitamin C for preventing and treating the common cold
• Der komplette Cochrane-Bericht ist kostenpflichtig bzw. setzt ein Abonnement voraus: Cochrane Database of Systematic Reviews 2007, Issue 3. Art. No.: CD000980. DOI: 10.1002/14651858.CD000980.pub3

Gerd Marstedt, 23.7.2007