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Erste bevölkerungsbezogene Berechnungen des Risikos sich im Gesundheitsbetrieb u.a. mit Lungenentzündungserregern anzustecken

Artikel 0927 In der weltweiten Debatte über die Risiken der im Krankenhaus oder anderen medizinischen Versorgungseinrichtungen erworbenen Infektionen, den so genannten nosokomialen Infektionen, spielen Ansteckungen mit Pneumokokken, die u. a. Lungenentzündungen oder Gehirnhautentzündungen auslösen, eine gewichtige Rolle.

Die Kenntnis über den tatsächlichen Umfang des Risikos beschränkte sich bisher auf Studien über einzelne Krankenhäuser. Das bevölkerungsbezogene Risiko und damit ein wichtiger Indikator für Präventionsbemühungen war bisher unbekannt. Dies betrifft auch bevölkerungsbezogene Kenntnisse über die Chsrakteristika der Infektion, die Risikofaktoren und die End-Risiken für die Infizierten. Auch das Verhältnis von nosokomialen und außerhalb von Krankenhäusern, d.h. in der Öffentlichkeit erworbenen Pneumokokken-Infektionen war ebenfalls unklar.

Die meisten dieser "weißen Flecken" beseitigte jetzt eine von finnischen Wissenschaftlern durchgeführte Analyse aller zwischen 1995 und 2002 in Finnland mit Laborparametern im Blut oder in einer Gehirnwasserkultur nachgewiesenen Infektionen. Diese Daten wurden mit weiteren Gesundheits-Registerdaten über die PatientInnen verknüpft und die Ergebnisse jetzt in der Zeitschrift "Archives of Internal Medicine" (2007; 167 (15): 1635-1640) veröffentlicht.

Eine Infektion wurde als nosokomial bewertet, wenn ihr erster positiver Nachweis im Blut nach mehr als 2 Tagen Aufenthaltsdauer im Krankenhaus erfolgte oder die Erkrankten in den 7 Tagen vor dem ersten Infektionsnachweis mehr als 2 Tage in einem Krankenhaus behandelt wurden.

Bei 9,7 % oder 387 Infektionen bzw. Infizierten von insgesamt 3.973 wegen einer Pneumokokkeninfektion stationär behandelten Personen handelte es sich um eine im Krankenhaus (n=266) oder im sonstigen Gesundheitsversorgungsbereich (n=121) erworbene Infektion. Der Rest hatte sich anderweitig angesteckt.

Zu den Charaktistika der Patienten mit einer nosokomialen Pneumokokkeninfektion und den weiteren Erkenntnissen der Studie gehören:
• statistisch signifikant höheres Alter (67 Jahre zu 52 Jahre),
• signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, an mindestens einer zusätzlichen Hochrisiko-Erkrankung erkrankt zu sein (59,2 % zu 34,6 %).
• durchschnittliche jährliche Inzidenzrate für nosokomiale Pneumokokkeninfektionen betrug 0,9 Fälle pro 100.000 Einwohner, die der nicht-nosokomialen Erkrankungen 9,9 Fälle per 100.000 Einwohner.
• Während der 90 Tage nach dem ersten positiven Nachweis einer nosokomialen Pneumokokkeninfektion starben 121 oder 31,3 % der Infizierten. Davon waren 72,7 % älter als 65 Jahre. Das Risiko für Männer war 1,5 mal höher als für Frauen.
• Mehr als 70 % der bei den nosokomial Infizierten entdeckten Antikörper hätten über eine Impfung entwickelt werden können, die bei einer Reihe der bereits erwähnten Ko-Erkrankungen dieser Personengruppe empfohlen wird.
• Einer der Vorschläge aus der Studie lautet daher auch, gezielte Impfungen für chronisch Kranke zu intensivieren.

International lagen die in der gesamten finnischen Bevölkerung entdeckten Risiken nosokomialer Infektionen unterhalb des langjährigen Wertes von 25 bis 41 % in Spanien, den 27 bis 59 % in den USA, aber in etwa gleichauf mit den 10 % in Frankreich und den ganz aktuellen 10 bis 14 % in Spanien. Die nichtfinnischen Werte stammen nicht aus bevölkerungsbezogenen Studien.

Ein kostenfreies Abstract des Aufsatzes "Defining the Population-Based Burden of Nosocomial Pneumococcal Bacteremia" von Lyytikainen et al. ist hier erhältlich.

Bernard Braun, 24.9.2007