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Multimorbidität: Alles klar oder doch eher Vorsicht vor Vielfalt und Uneindeutigkeit? (3.4.16)
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Warum sterben so wenig Berliner, Bremer und Hamburger am Herzinfarkt? - Überraschungen aus dem "Herzbericht 2005" (9.1.2007)
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Patienten mit Gelenkschmerzen sind in Deutschland stark unterversorgt (7.1.2006)
Eine Million Ältere von Demenz betroffen, jährlich 200.000 Neuerkrankungen (3.12.2005)
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Eine Million Ältere von Demenz betroffen, jährlich 200.000 Neuerkrankungen

Artikel 0210 Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ein neues Themenheft "Altersdemenz" veröffentlicht, in dem zahlreiche epidemiologische Befunde für Deutschland (Verbreitung, Neuerkrankungen) zu finden sind, aber auch Aspekte der Therapie und gesundheitlichen Versorgung (Pflege, Altenheime, Inanspruchnahme von Ärzten). Wichtige Ergebnisse des Berichts:

Demenzielle Erkrankungen sind gekennzeichnet durch fortschreitenden Gedächtnisverlust und Abbau kognitiver Fähigkeiten. Etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankungen entfallen auf die Alzheimerkrankheit, 15 bis 20% auf vaskuläre Demenzen, der Rest auf Mischformen und andere seltene Demenzerkrankungen. Die Häufigkeit demenzieller Erkrankungen steigt mit zunehmendem Alter stark an. Bezogen auf die 65-Jährigen und Älteren sind in Deutschland etwa eine Million Menschen von einer mittelschweren oder schweren Demenz betroffen und in der Regel nicht mehr zur selbstständigen Lebensführung in der Lage; erstmals an einer Demenz erkranken jährlich nahezu 200.000 Menschen.

Neben einer medikamentösen Therapie stehen verschiedene psychosoziale Interventionen zur Verfügung, die das Fortschreiten kognitiver Störungen verzögern und dem Verlust an Alltagskompetenz entgegenwirken können. Etwa 60% der Demenzkranken leben in Privathaushalten. Vor allem die zusätzlich zu den kognitiven Störungen auftretenden Verhaltensprobleme Demenzkranker erhöhen die Belastungen pflegender Angehöriger erheblich und führen häufig zu einer Heimaufnahme. Etwa zwei Drittel der Bewohner in Altenpflegeheimen leiden an einer Demenz. Demenzen sind nicht nur sehr häufig unter Heimbewohnern, sie sind auch der wichtigste Grund für den Eintritt in ein Heim.

Demenz gehört zu den teuersten Krankheitsgruppen im Alter. In Deutschland wurden für die Alzheimerdemenz pro Patient und Jahr durchschnittlich Kosten von 43.767 Euro ermittelt, wobei 67,9% auf die Familie entfallen, 29,6% auf die gesetzliche Pflegeversicherung und 2,5 % auf die gesetzliche Krankenversicherung. Für das Jahr 2050 ist aufgrund der demografischen Entwicklung zu erwarten, dass über zwei Millionen der 65-Jährigen und Älteren in Deutschland an einer Demenz leiden werden.

PDF-Datei Altersdemenz - GBE-Heft 28

Gerd Marstedt, 3.12.2005