Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren


Weitere Artikel aus der Rubrik
International
USA - Versorgungsqualität


"Sugar shock": Das zehnjährige Ab und gewaltige Auf der Preise für orale Antidiabetika und Insulin in den USA (6.4.16)
Commonwealth Fund-Newsletter: Wie kann die gesundheitliche Versorgung in den USA aber auch anderswo verbessert werden?!! (26.3.16)
USA: Zu viele Früherkennungsuntersuchungen trotz guter Leitlinien (19.8.15)
Zur Empirie von Gesundheitssystem-Mythen am Beispiel Medicare und Medicaid (2.7.15)
Das Neueste aus dem Reich der "Gesundheits"wirtschaft: Reine Muttermilch mit einem kräftigen Schuss Kuhmilch. (6.4.15)
Geburten nach Fahrplan: 8,9% aller Geburten in den USA sind elektive (Zu-)Frühgeburten (9.12.14)
"Beds create their own demand" oder die Realität von Nachfrageelastizität am Beispiel von Intensivstationsbetten in den USA (9.1.14)
Amerikanische Studie: Ärzte verschweigen Patienten essentielle Informationen für weitreichende Entscheidungen (5.12.13)
USA: Interregionale Unterschiede beim Zuviel und Zuwenig von Arzneiverordnungen mit der Kumulation nachteiliger Verordnungsmuster (23.10.13)
Das auch noch wachsende Leid mit den Leitlinien am Beispiel der ambulanten Behandlung von Patienten mit Rückenschmerzen (15.10.13)
USA: Über 80% aller Antibiotika-Verordnungen bei Halsentzündungen sind nicht notwendig und zu viele Breitband-Antibiotika (7.10.13)
Jährlich bis zu 400.000 Personen sterben derzeit in Krankenhäusern der USA an den Folgen vermeidbarer Behandlungsfehler (26.9.13)
Leitliniengerechte schnelle Behandlung von Herzinfarktpatienten durch Gefäßerweiterung senkt nicht das Sterblichkeitsrisiko (6.9.13)
USA: Antibiotika ohne gesundheitlichen Nutzen und Breitband-Antibiotika werden anhaltend zu oft verordnet. (5.9.13)
Selten teure "rauchende Colts": Fast 500 Millionen US-$ Strafe für vorsätzlich gesetzwidrige Vermarktung eines Medikaments (9.8.13)
Beispiel Rückenschmerzen: Behandlungswirklichkeit verschlechtert sich in den USA trotz "gut etablierter"Leitlinien (31.7.13)
Viele, die "uns" am Hindukusch oder sonstwo verteidigen, werden schwer krank! Erfahrungsvorsprung der USA könnte Leid verkürzen! (26.1.13)
Kürzeres Leben und dies in schlechterer Gesundheit - Die Gesundheit der US-BürgerInnen im Vergleich mit 16 Industriestaaten (9.1.13)
"Pay for performance" auch nach 6 Jahren ohne positive Wirkung auf das Ergebnis "30-Tagesterblichkeit" in US-Kliniken (13.5.12)
Als ob es nicht bereits genug multiresistente Krankheitserreger gäbe: Breitband-Antibiotika gegen Erkältungen boomen in den USA. (12.12.11)
Amerikanische Kardiologen: Geld beeinflusst die Indikationsstellung für Belastungsuntersuchungen (22.11.11)
Neues aus Oregon: Was passiert, wenn arme Menschen ohne Krankenversicherungsschutz ihn per Lotterie doch erhalten? (9.7.11)
"Less is more" oder wie professionelle Verantwortung von Ärzten praktisch aussehen kann. Ein Beispiel aus den USA. (24.5.11)
Ist selbst das "Profit vor Sicherheit"-US-System für Medizinprodukte besser als das deutsche "Profit mit Sicherheit"-System? (7.3.11)
USA: Wohnort entscheidet über die Zahl der Diagnosen (15.6.10)
Falsche Annahmen führen zu Skepsis gegenüber der Evidenzbasierten Medizin (3.6.10)
Ursachen für regionale Versorgungsunterschiede in den USA (3.6.10)
US-Studie: Haben Arztpraxen zu wenig Patienten für gute Qualitätssicherung der Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen? (16.3.10)
"Take-it-or-leave-it" für Ärzte und Versicherte: Rasche Konzentration der US-Krankenversicherer zu regionalen Fastmonopolen (11.3.10)
USA: Beratende Sachverständige für HPV- und Schweinegrippe-Impfung hatten mehr Interessenkonflikte als Unabhängigkeit (21.12.09)
Moderne Legenden: Kosten sparen und Qualität verbessern mit Computern im Krankenhaus!? (9.12.09)
1990-2007: "Lack of detection and widespread under-reporting". Qualitätssicherung durch Ärzte-"peer review" in US-Krankenhäusern (29.5.09)
Technikvision und Wirklichkeit: Weniger als 10% der US-Hospitäler haben irgendein elektronisches Gesundheitsinformationssystem (15.4.09)
Wie evident sind die evidenzbasierten Leitlinien der führenden kardiologischen Fachgesellschaften in den USA? (7.4.09)
Stationär-ambulant im Medicare-System der USA: Hohe Rehospitalisierungsrate und wenig patientenzentrierte Behandlungskoordination (2.4.09)
Was taugen Selbsteinstufungen von Krankenhäusern über die Patientensicherheit in ihren Häusern? Nichts. (1.4.09)
Dreh- und Angelpunkt von "chronic care management"-Programmen: Multidisziplinäres Team und persönliche Kommunikation (9.1.09)
Übergewicht und Adipositas wird auch bei Kindern und Jugendlichen von US-Ärzten viel zu oft übersehen (31.12.08)
237.420 Medicare-Krankenhaustote von 2005-2007 vermeidbar - Extreme Ungleichheiten des Sterblichkeitsrisikos in US-Krankenhäusern (15.10.2008)
Kooperations-Ethos und ländliche Community-Kultur! Warum ist North Dakotas Gesundheitswesen leistungsfähiger als das Kaliforniens? (18.5.2008)
Wissenslücken und Schwierigkeiten der praktischen Umsetzung von Wissen bei US-Ärzten: Beispiel Virus-Grippe und CMV-Infektion (28.1.2008)
"Clarion call for action" - Über 50 % des ambulanten Behandlungsgeschehens bei US-Kindern qualitativ problematisch. (14.10.2007)
Mangelnde Beratung über Empfängnisverhütung bei Verordnung fruchtschädigender Arzneimittel für gebärfähige Frauen (18.9.2007)
Übergewicht: Eine bedeutsame Veränderungsbarriere ist auch die mangelhafte Diagnose und Therapieberatung durch Ärzte (26.8.2007)
74 % der Kinder mit gemessenem hohem Blutdruck bleiben trotz mehrerer Arztbesuche ohne Diagnose (22.8.2007)
"Wehe, Du hast nur eine Krankheit!" oder: Wer viele Krankheiten hat, bekommt eine qualitativ bessere Behandlung (6.7.2007)
"In Health Care, Cost Isn't Proof of High Quality" zeigt Herzchirurgie-Studie in Pennsylvania (21.6.2007)
Zwei Welten der Gesundheitsversorgung in den USA: Vom Abstand zwischen "lowest- and top-performing states" (15.6.2007)
Kostendämpfung und Rationalisierung in US-Krankenhäusern erhöhen das Risiko unerwünschter Wirkungen bei Patienten (4.5.2007)
Who pays the pizza today? 94% der US-Fachärzte haben ertragreiche Beziehungen zur Pharmaindustrie (26.4.2007)
Versicherungsschutz für Arzneimittel allein hat weniger gesundheitliche Wirkungen als erwartet. (24.4.2007)
Wie viele Ärzte sind an der Behandlung eines Patienten beteiligt oder Grenzen von P4P-Programmen?! (20.4.2007)
Krankenversicherungsschutz ist "lebenswichtig" - Das Beispiel unversicherter Kinder in den USA. (4.3.2007)
Medizinische Versorgungszentren weisen bessere Versorgungsqualität auf als Gemeinschaftspraxen (19.2.2007)
Medicare: Große Kommunikationslücken über Arzneimittel zwischen älteren Patienten und Ärzten (14.2.2007)
Patientenzentrierung und -mitwirkung nicht "nur" zum Wohlfühlen, sondern sie verbessern den gesundheitlichen Outcome (5.2.2007)
Der neue Diät-Trend in den USA: Operative Magenverkleinerung (13.1.2007)
Qualitätsorientierte Vergütung bei US-Ärzten: Ein sich langsam entwickelndes Minderheitsgeschehen. (8.1.2007)
Vom Mythos der aufwändigen Qualitätssicherung: 5 Regeln zur Vermeidung von Infektionen durch Kathetereinsatz (28.12.2006)
Der "Medicare Drug War" 2004 in den USA: Ein Lehrstück über die Einflussnahme der Pharmaindustrie auf die Arzneimittelgesetzgebung (21.12.2006)
Patienteninformation über Krankenhausqualität auch in den USA nicht problemlos (28.11.2006)
Öffnung verstopfter Gefäße nach Herzinfarkt durch kathetergestützte Interventionen (z.B. Stents): Über- oder Fehlversorgung (17.11.2006)
"Black box"-Warnhinweise auf Arzneimittelrisiken werden von amerikanischen Ärzten oft ignoriert (22.11.2005)
USA: Fast 50 Prozent der Senioren haben Probleme mit der Einnahme von Arzneimitteln (9.10.2005)

Seite mit den Texten aller Artikel aufrufen:
USA - Versorgungsqualität
 

Andere Rubriken in "International"


USA - Versorgungsqualität

USA - Finanzierung, Kosten

USA - Soziale Ungleichheit

USA - Reformen

USA - Andere Themen

Großbritannien, United Kingdom

Schweiz

Andere Länder

Internationale Vergleiche, mehrere Länder



Krankenversicherungsschutz ist "lebenswichtig" - Das Beispiel unversicherter Kinder in den USA.

Artikel 0610 Wie im wahrsten Sinne des Wortes "lebenswichtig" eine fehlende Krankenversicherung für die Kinder in den USA ist, zeigt die im Februar 2007 erschienene Studie "The Great Divide: When Kids get sick, Insurance matters":

• Kinder ohne Versicherung starben, wenn sie wegen allgemeiner Verletzungen dann doch in Krankenhäusern behandelt wurden, zweimal so häufig wie versicherte Kinder. Überlebten sie ihren Aufenthalt, betrug die Wahrscheinlichkeit, dass sie rehabilitative Leistungen erhielten, nur 44 % der der versicherten Kinder.
• Bei den unversicherten Kindern mit schweren Schädeltraumata (z.B. als Folge eines Verkehrsunfalls oder durch elterliche Gewalt) wurde um 32 % seltener als bei versicherten Kindern der Druck der Hirnflüssigkeit gemessen. Außerdem wurden sie im Durchschnitt bereits nach 5 statt nach acht Tagen entlassen. Die Wahrscheinlichkeit in rehabilitative Versorgung entlassen zu werden, war um 46 % geringer als bei versicherten Kindern. Auch ihr Risiko zu sterben, war doppelt so hoch wie bei versicherten Kindern.
• Um 18 % seltener als bei versicherten wurde bei unversicherten Kindern die kostenträchtigere Methode der laparoskopische Blinddarmentfernung ("Schlüsselloch-Operationstechnik") angewandt.
• Unversicherte Kinder mit Mittelohrentzündungen erhielten 57 % seltener als versicherte Kinder Röhrchen zum Abfluss von Entzündungssekreten eingesetzt.

Im Auftrag der Nichtregierungsorganisation "Families USA" untersuchten Forscher der Universität Arkansas staatliche Daten der "Kids’ Inpatient Database (KID)", einem Teil des "Agency for Healthcare Research and Quality’s Health Care Utilization Project (HCUP)" in zahlreichen Bundesstaaten über die Versorgung von 25.000 unversicherten Kinder mit allgemeinen Verletzungen und 6.500 mit schweren Schädelverletzungen aus den Jahren 2002 und 2003. Die Daten erlauben konkrete Einblicke in das Leben und die Lebensqualität von Kindern dies- und jenseits der "Wasserscheide (divide)" Krankenversicherungsschutz.

Das Kostenvolumen der wegen der Schwere ihrer Erkrankung dann doch erfolgten Behandlung unversicherter Kinder teilen sich im Moment die Unversicherten und ihre Eltern sowie die Krankenhäuser: Ein Drittel der Kosten bezahlen die Betroffenen und zwei Drittel die Krankenhäuser. 2004 beliefen sich die direkt nicht ausgeglichenen Kosten der amerikanischen Krankenhäuser für unversicherte Kinder auf 5, 4 Milliarden Dollar.
Die Forscher weisen aber auch darauf hin, dass die Krankenhäuser einen großen Teil dieser Ausgaben durch Spenden und "costshifting" zu Lasten der Privatversicherten letztlich doch zusammentragen. Menschen mit einer Arbeitgeber-Krankensicherung zahlten danach 2005 durchschnittlich 922 $ mehr Familienversicherung, um die Kosten der Gesundheitsversorgung der Unversicherten mit zu bezahlen - also eine Art "Solidarprinzip durch die Hintertür".

Zu den Forderungen von "Families USA" gehört vor allem die Einbeziehung der dazu berechtigten Kinder in die staatliche Medicaid-Versicherung und das spezielle "State Children’s Health Insurance Program (SCHIP)". Über dessen Fortsetzung bzw. "reauthorization" wird allerdings im Moment auf Bundesebene gerungen.

Angesichts des in der Studie erfolgten Nachweises von 327 Kindern, deren Tot vermeidbar gewesen wäre, reagieren die Interessenorganisationen der Krankenhäuser, die "Federation of American Hospitals" und die "American Hospital Association" bemerkenswert kalt und überwiegend mit methodischen Einwänden: Die Stichproben seien nicht groß genug und die Studie wäre nicht "peer-reviewed". Der inhaltliche Hinweis, die Krankenhäuser hätten doch schließlich auch Kinder behandelt, von denen klar war, dass sie die Behandlung nicht zahlen konnten, erscheint im Lichte der Ergebnisse dieser Behandlung reichlich zynisch.

Die 29 Seiten umfassende, mit zahlreichen methodischen Hinweisen versehene, PDF-Version der Studie "The Great Divide: When Kids Get Sick, Insurance Matters" von "Families USA" finden Sie hier.

Bernard Braun, 4.3.2007