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Internet, ja aber - Von den spezifischen Grenzen der Information zu gesundheitsbezogenen Fragen via Internet.

Artikel 1047 In zahlreichen Konzepten, den Informationsstand der Krankenversicherten und PatientInnen über gesundheitliche Probleme und Behandlungsmöglichkeiten überhaupt herzustellen oder zu verbessern, spielen Informationsangebote oder -Portale im Internet eine bedeutende Rolle.
Derartige Angebote nehmen daher in der Regie von Versicherungen und Anbietern oder wissenschaftlicher und sonstiger Institutionen seit Jahren rein quantitativ rapide zu. Damit verbunden ist allerdings das Problem der Qualität, Verlässlichkeit und inhaltlichen Unabhängigkeit solcher Angebote von den materiellen Interessen der Anbieter.

Ein Einwand gegen eine zu starke Konzentration der Informationsbemühungen auf derartige Angebote war schon lange der, dass möglicherweise die Bevölkerungsgruppen mit dem höchsten praktischen Bedarf an Informationen, d.h. Kranke, Ältere und Angehörige unterer sozialer Schichten, zu den Nicht- oder Geringnutzern des Internet gehören oder auch nur mit Schwierigkeiten etwas mit der speziellen Art der Informationsvermittlung dieses Medium anfangen können.

Ob die Befürchtungen zutreffen bzw. die Medienkompetenz der Macher solcher Angebote deutlich von der in den Gruppen mit höchstem Informationsbedarf abweicht, sollte daher regelmäßig überprüft werden.
Die neuesten Daten (vgl. zu älteren Erhebungen auch einen entsprechenden Forum-Gesundheitspolitik-Beitrag) zur Internetnutzung in der deutschen Bevölkerung veröffentlichte das Statistische Bundesamt als Ergebnisse einer Befragung privater Haushalte zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien unter der Überschrift "Fast 70% der Bevölkerung ab zehn Jahren nutzen das Internet" am 30. November 2007.

Die wesentlichen Erkenntnisse lauten:

• 65% der Haushalte verfügen im ersten Quartal 2007 über einen Internetzugang, eine Erhöhung von 61% im entsprechenden Quartal 2006.
• 68% der Bevölkerung ab 10 Jahren nutzten im ersten Quartal 2007 das Internet. Ein Jahr zuvor machten dies erst 65%.
• Innerhalb der Gruppe der Internetnutzer waren 61% jeden Tag oder fast jeden Tag im ersten Quartal 2007 online. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Anteil 56% betragen.
• Insbesondere in den Bevölkerungsgruppen bis 54 Jahren liegt die Internetnutzung auf hohem Niveau. Im Befragungszeitraum nutzten 94% der 10- bis 24-Jährigen das Medium. 64% der Internetnutzer dieser Generation waren dabei jeden Tag oder fast jeden Tag online. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich bei den Personen zwischen 25 und 54 Jahren. Hier lag der Anteil der Internetnutzer im ersten Quartal 2007 bei 84%, innerhalb dieser Altersgruppe nutzten wiederum 63% das Internet jeden Tag oder fast jeden Tag.
• Dagegen sind Personen über 54 Jahren deutlich seltener online. 33% aller Personen dieser Altersgruppe nutzten im ersten Quartal 2007 das Medium, davon hat allerdings ein großer Anteil eine hohe Nutzungsintensität: mehr als die Hälfte (53%) der über 54-jährigen Internetnutzer sind jeden Tag oder fast jeden Tag im Internet. 66% dieser gerade für gesundheitliche Fragestellungen individuell interessierteren Altersgruppe erreichte man also im ersten Quartal 2007 über das Internet überhaupt nicht.
• Auch zwischen Männern und Frauen bestehen generelle Unterschiede bei der Internetnutzung. Im Befragungszeitraum surften 73% der Männer im World Wide Web, der Anteil der Frauen lag bei 63%. Dieser Unterschied liegt im Wesentlichen an einem deutlich verschiedenen Zugriff auf dieses Medium der älteren Generation. So nutzten im ersten Quartal 2007 lediglich 25% der Frauen (alle Angehörigen dieser Altersgruppe 33% in der Altersgruppe 55 und älter die Möglichkeiten des Internets, während Männer im gleichen Alter einen Anteil von 42% aufwiesen.
• Dass sich daran in der ferneren Zukunft oder im höheren Alter der heute jungen Bevölkerung einiges ändern wird, zeigt die folgende Beobachtung des Statistischen Bundesamtes: Bei der Bevölkerung der 10- bis 24-Jährigen gibt es hingegen so gut wie keine geschlechtsspezifischen Unterschiede (männlich 93%, weiblich 94%), bei den 25- bis 54-Jährigen sind es nur geringe Unterschiede (männlich: 86%, weiblich: 82%).

Für die Mehrheit der Bevölkerungsgruppen mit in der Regel überdurchschnittlich großen gesundheitlichen Risiken und einem von daher hohen Informationsbedarf reichen also aktuell und in allernächster Zukunft vorrangige oder gar ausschließliche Internetangebote nicht aus bzw. sie müssen in erheblichem Maße durch andere Informationsquellen, -kanäle und -methoden ergänzt oder ersetzt werden.

Näheres und eine zusätzliche tabellarische Übersicht ist in einer Pressemitteilung vom 30. November 2007 auf der Homepage des "Statistischen Bundesamtes" erhältlich.

Bernard Braun, 8.12.2007