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Patienten
Versorgungsforschung: Übergreifende Studien


Welche Erwartungen haben Ärzte zum Nutzen und zu Nachteilen von Screenings, Behandlungen und Tests und sind sie korrekt? Oft nicht (8.5.17)
Serie zur Geschichte, Methodik und Leistungsfähigkeit klinischer Studien im "New England Journal of Medicine" gestartet (12.8.16)
Weniger fettes Essen=weniger Herzinfarkttote!? Beispiel für von Beginn an fehlende Evidenz für zu einfache Gesundheitsempfehlungen (4.7.16)
Ungleichheit in der palliativen Behandlung am Beispiel von Schlaganfall- und Krebspatienten in Schweden (13.3.16)
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Studien zur Versorgungsforschung decken Mängel auf (3.11.2006)
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Studien zur Versorgungsforschung decken Mängel auf

Artikel 0280 Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen haben mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und Bundesministerium für Gesundheit vereinbart, Forschungsprojekte über einen Zeitraum von sechs Jahren zu fördern. In einer nun herausgegebenen Broschüre "Versorungsforschung werden" 21 Forschungsprojekte (13 abgeschlossene aus der ersten und acht laufende aus der zweiten Phase) kurz vorgestellt, ihre Ergebnisse bilanziert und Schlussfolgerungen für Arztpraxen und Kliniken aufgezeigt.

Die in der Broschüre mit Fragestellung, Ergebnissen, Praxisanregungen und Ansprechpartnern vorgestellten Projekte waren drei thematischen Schwerpunkten zugeordnet: Patienten mit starker Inanspruchnahme des Versorgungssystems, Versorgungsverläufe bei multimorbiden älteren Menschen und Behandlungsvariationen in Deutschland.

Einige Projekte:
• Muster der Inanspruchnahme gesundheitlicher Versorgung von Personen mit psychosomatischen Erkrankungen
• Inanspruchnahme des Versorgungssystems durch Patienten mit unklaren körperlichen Beschwerden
• Bestimmung und Quantifizierung nichtmorbiditäts-induzierter Ursachen für Unterschiede bei der Inanspruchnahme des Versorgungssystems
• Analyse individueller und systembedingter Determinanten überdurchschnittlicher Inanspruchnahme psychiatrischer Versorgungsleistungen
• Entwicklung eines Screening- Instruments zur Identifikation von High Utilizern unter schizophrenen Patienten
• Alte Frauen und Männer mit starker Inanspruchnahme des Gesundheitswesens
• Unterschiede in der Inanspruchnahme klinischer Notfallambulanzen durch deutsche Patienten und Migranten
• Problembeschreibung, Ursachenanalyse, Lösung Identifizierung und Charakterisierung von Kindern und Jugendlichen mit starker Inanspruchnahme des Gesundheitssystems (high utilizer) im Land Berlin
• Pharmakotherapie im Alter: Konsistenz der Medikation bei Wechsel der Versorgungseinrichtungen
• Untersuchungen zur Inanspruchnahme ambulanter und stationärer Krankenhausleistungen durch Alten- und Pflegeheimbewohner
• Sektorenübergreifende Evaluation der Versorgungsqualität bei der Behandlung der Schenkelhalsfraktur.

In den Projektberichten werden nicht unerhebliche Mängel in der medizinischen Versoregung deutlich. So zeigte sich z.B. im Projekt "Pharmakotherapie im Alter: Konsistenz der Medikation bei Wechsel
der Versorgungseinrichtungen", dass chronisch kranke alte Patienten zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Krankenhaus durchschnittlich sechs bis sieben Medikamente erhielten. Zwar wird dies als "überwiegend angemessen" bewertet, es zeigen sich jedoch auch Defizite: "Pharmakologisch unzureichend war die Statintherapie, die Blutdruckeinstellung, die Gerinnungseinstellung und die Diabeteseinstellung."

Im Projekt "Inanspruchnahme des Versorgungssystems durch Patienten mit unklaren körperlichen Beschwerden" zeigte sich: "War das Arztverhalten darauf ausgerichtet, das organische Krankheitsverständnis der Patienten in ein psychosomatisches Krankheitsverständnis zu verwandeln, verminderte sich im Erfolgsfall in der Folgezeit die Inanspruchnahme ärztlicher Behandlung durch die Patienten."

Download der Broschüre (32 Seiten): Versorgungsforschung - Ergebnisse der gemeinsamen Förderung durch das BMBF und die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen

Gerd Marstedt, 3.11.2006