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Patienten
Versorgungsforschung: Übergreifende Studien


Welche Erwartungen haben Ärzte zum Nutzen und zu Nachteilen von Screenings, Behandlungen und Tests und sind sie korrekt? Oft nicht (8.5.17)
Serie zur Geschichte, Methodik und Leistungsfähigkeit klinischer Studien im "New England Journal of Medicine" gestartet (12.8.16)
Weniger fettes Essen=weniger Herzinfarkttote!? Beispiel für von Beginn an fehlende Evidenz für zu einfache Gesundheitsempfehlungen (4.7.16)
Ungleichheit in der palliativen Behandlung am Beispiel von Schlaganfall- und Krebspatienten in Schweden (13.3.16)
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"Wenn Sie so weiter machen, kriegen Sie wahrscheinlich ohne Statine bald einen Herzinfarkt …." oder Irrtum des Risikokalkulators!? (15.10.14)
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Wenig TeilnehmerInnen in randomisierten Studien= Überschätzung von Therapieerfolgen?! (6.10.13)
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Ein Allgemeinarzt als fester Ansprechpartner auch in Versorgungszentren und Gemeinschaftspraxen erhöht die Versorgungsqualität (5.3.09)
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Ein etwas anderes Gesundheitsmanagementbuch: Kann man Gesundheit wie Kühlschränke managen? Nein, sondern ...! (13.4.2008)
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Wartezeiten können negative gesundheitliche Folgen haben: Das Beispiel Kataraktoperation. (28.4.2007)
Selbstbestimmte Rationierung durch eigenverantwortliche Patienten? (21.4.2007)
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Studien zur Versorgungsforschung decken Mängel auf (3.11.2006)
Kanada: Teure Diagnoseverfahren werden Oberschicht-Patienten häufiger verordnet (14.11.2005)

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Unter-, Über- und Fehlversorgung in Deutschland: Immer noch aktuell - Das Jahresgutachten 2000/2001 des Sachverständigenrates für Gesundheit

Artikel 0388 In Deutschland hat sich der "Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen" in seinem Jahresgutachten 2000/2001 zum ersten und bisher auch zum letzten Mal umfassend mit der Existenz und dem Umfang von Über-, Unter- und Fehlversorgung in der gesundheitlichen Versorgung befasst.

Seine zuerst in einer 616-seitigen Bundestagsdrucksache (Nr. 14/6871) veröffentlichten Ergebnisse beruhen im Kern auf einer Befragung "der Nutzer, der Finanzierer, der Leistungserbringer, der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und der Körperschaften mit gesetzlichen Bedarfsplanungsaufträgen (Länder und Kassenärztliche Vereinigungen in Verbindung mit den Krankenkassen) durchzuführen. Die Befragung diente somit einer ersten Bestandsaufnahme der gesundheitlichen Versorgungssituation in Deutschland aus der Sicht unterschiedlicher Akteure und unter weitestgehendem Einbezug wissenschaftlich-medizinischen Sachverstandes."
Quantitativ sah die Beteiligung folgendermaßen aus: "Von den in die Befragungsaktion einbezogenen 300 Organisationen haben 201 Organisationen . teilweise auch gemeinsam . eine Stellungnahme abgegeben, 16 Organisationen sagten ab und 83 Organisationen haben nicht geantwortet. Damit ergibt sich eine Rücklaufquote von 67 %, die jedoch zwischen den einzelnen Adressatengruppen variiert".

Der Fragestellung und Klassifizierung der erhobenen Versorgungsindikatoren lagen folgende Definitionen von Unter-, Über- und Fehlversorgung zugrunde:

• "Die teilweise oder gänzliche Verweigerung einer Versorgung trotz individuellen, professionell, wissenschaftlich und gesellschaftlich anerkannten Bedarfs, obwohl an sich Leistungen mit hinreichend gesichertem Netto-Nutzen und . bei medizinisch gleichwertigen Leistungsalternativen in effizienter Form, also i. e. S. wirtschaftlich, zur Verfügung stehen, ist eine Unterversorgung.
• Eine Versorgung über die Bedarfsdeckung hinaus ist Überversorgung, d. h. eine Versorgung mit nicht indizierten Leistungen, oder mit Leistungen ohne hinreichend gesicherten Netto-Nutzen (medizinische Überversorgung) oder mit Leistungen mit nur geringem Nutzen, der die Kosten nicht mehr rechtfertigt, oder in ineffizienter, also unwirtschaftlicher Form erbracht werden (ökonomische Überversorgung).
Fehlversorgung ist jede Versorgung, durch die ein vermeidbarer Schaden entsteht. Folgende Unterfälle lassen sich unterscheiden: Versorgung mit Leistungen, die an sich bedarfsgerecht sind, die aber durch ihre nicht fachgerechte Erbringung einen vermeidbaren Schaden bewirken; Versorgung mit nicht bedarfsgerechten Leistungen, die zu einem vermeidbaren Schaden führen; unterlassene oder nicht rechtzeitige Durchführung an sich bedarfsgerechter, indizierter Leistungen im Rahmen einer Behandlung."

Die Schwerpunkte von Erhebungen und Gutachten lagen in den Bereichen Versorgung chronisch Kranker, ischämische Herzerkrankungen, Zerebrovaskuläre Erkrankungen (insbesondere Schlaganfall), chronisch-obstruktive Kungenerkrankungen, Rückenleiden, onkologische Erkrankungen, depressive Störungen sowie Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten.

Hier finden Sie den immer noch lesenswerten und an vielen Punkten unvermindert sachlich relevanten Band III des Gutachtens 2000/2001 des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen: Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit Über-, Unter- und Fehlversorgung

Bernard Braun, 11.12.2006