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USA: Unternehmer und Ökonomen für die Existenz und Erhöhung eines Mindestlohns.

Artikel 0523 In Deutschland warnt z. B. der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven in einer Presseerklärung am 29.1.2007 vor der Einführung allgemeiner Mindestlöhne. Seine Befürchtung: "Mindestlöhne würden die Arbeitskosten für einfache Tätigkeiten in vielen Branchen und Regionen erheblich verteuern. Die Folge wären Wegfall oder Verlagerung dieser Jobs ins Ausland" und nach Berechnungen des wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums würde ein gesetzlicher Mindeststundenlohn von 7,50 Euro rund 2,4 Millionen Arbeitsplätze vor allem im Niedriglohnbereich akut gefährden.

Ganz anders sieht die Debatte und Positionierung in Teilen der Unternehmerschaft und der Wissenschaft ausgerechnet der USA aus. Zur Erinnerung: In den USA gibt es bereits seit langem einen gesetzlichen Mindestlohn, der laufend erhöht wird, aber natürlich von Anbeginn bis zur letzten ERhöhung ebenfalls mit ähnlichen Argumenten "verteufelt" wurde.
In einem Artikel ("Slapping the invisible hand")vom 29.1. 2007 auf der Website der liberalen Initiative Tompaine.common.sense werden zahlreiche Unternehmerinitiativen für den Mindestlohn vorgestellt, in denen Klein- und Mittelunternehmer genauso aktiv sind wie Führungskräfte größerer Unternehmen. Auf der Unterschriftenliste "Business for a fair minimum wage" finden sich hunderte von Unternehmern, die sich gegen den zu niedrigen Minimallohn von US-$ 5,15 und die dafür verbreiteten Begründungen wenden sowie für eine Erhöhung auf $ 7,25 im Jahre 2009 plädieren.

Das Arbeitspapier 178 des ebenfalls liberalen "Economic Policy Institute (EPI)" mit dem Titel "MINIMUM WAGE TRENDS. Understanding past and contemporary research" bewertet die auch in den USA immer wieder in die Debatte geworfenen dramatischen Negativprognosen über die Wirkungen der Einführung und Erhöhung von Mindestlöhnen auf der Basis zahlreicher und mehrjähriger Studien folgendermaßen: "There is a growing view among economists that the minimum wage offers substantial benefits to low-wage workers without negative effect. Although there are still dissenters, the best recent research has shown that the job loss reported in earlier analyses does not, in fact, occur when the minimum wage is increased. There is little question that the overall impact of a minimum wage is positive."

Sicherlich können und dürfen auch hier viele Positionen und Konzepte aus den USA nicht umstandslos nach Deutschland importiert werden. Dass es in den USA eine breite Initiative für einen Mindestlohn und gegen das Schüren negativer Folgewirkungen gibt, sollte die deutschen Diskutanten trotzdem nachdenklich stimmen.

Eine PDF-Datei der 11-seitigen EPI-Studie von Liana Fox zum Thema "MINIMUM WAGE TRENDS. Understanding past and contemporary research" können Sie hier herunterladen.

Bernard Braun, 29.1.2007