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Patienten
Kranken- und Altenpflege, ältere Patienten


Über- und Fehlbehandlung von älteren Personen: Blutdrucksenkung trotz normalem oder niedrigem Blutdruck (6.7.16)
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Viel Krach um die "stille Epidemie" der Demenz versus wissenschaftlicher Evidenz zu ihrer sinkenden Inzidenz und Prävalenz (5.12.13)
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Selbständiges häusliches Leben für Ältere nach kürzerem Krankenhausaufenthalt möglich: Das "Acute Care for Elders (ACE)"-Programm (21.10.12)
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"Move slowly" oder Vorsicht vor vorschnellen und übersteigerten Erwartungen beim Einsatz von Telemonitoring bei älteren Kranken (14.10.12)
Sturzrisiko von älteren Menschen: häufig, aber nicht einfach zu verhindern (27.6.12)
Ehrenamtliche Tätigkeit im höheren Alter fördert soziale Kontakte und subjektives Wohlbefinden (16.6.12)
"Mehr Personal im Pflegebereich und alles wird gut"!? Auch die Evidenz von "guten" Patentrezepten muss nachgewiesen werden (7.6.12)
Die Lebenserwartung selbst fitter älterer Erwachsenen hängt maßgeblich von der sozialen Verletzlichkeit oder sozialen Defiziten ab (23.4.12)
Ist die Entwicklung von Demenz wirklich nicht oder nicht ohne unerwünschte Nebenwirkungen zu verlangsamen? (17.4.12)
Deutsches Pflegesystem im EU-Vergleich qualitativ überdurchschnittlich aber unterdurchschnittlich finanziert (8.4.12)
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Unerwartetes zur Beschäftigungs- und Berufstreue sowie Einkommensentwicklung von Krankenschwestern und Co. 1993-2008 in SLH (8.1.12)
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"Bewertet wird das, was beim Bewohner tatsächlich ankommt": Qualitäts-Indikatoren für Altenpflege liegen vor - und was nun? (20.6.11)
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Die Pflege todkranker Angehöriger: Extrem belastend, aber auch bereichernd

Artikel 0521 Die häusliche Pflege und Betreuung chronisch erkrankter und behinderter Familienangehöriger bringt für die betroffenen Kinder oder Eheleute extreme hohe Belastungen mit sich. Aber diese Tätigkeit wird von der großen Mehrzahl auch als Bereicherung empfunden und hebt ihr Selbstwertgefühl deutlich. Dies sind Ergebnisse einer Studie der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore, in der Interviews mit insgesamt 1149 Personen durchgeführt wurden, die ihre schwerkranken (und oft todkranken) Angehörigen am Lebensende zu Hause pflegten. Bei den pflegenden Personen handelte es sich zumeist um Frauen (75%) und um Personen, die selbst schon im vorgerückten Alter sind (Durchschnitt 64 Jahre), allerdings überwiegend bei guter Gesundheit. 42 Prozent der Pflegenden waren Ehepartner, 39 Prozent Kinder und 20 Prozent andere Verwandte oder Freunde.

Überraschend war die Wissenschaftler der hohe zeitliche Umfang der Pflege und Betreuung: Er lag im Durchschnitt bei 43 Stunden in der Woche, und dies über Zeiträume von ein bis vier Jahren bis zum Tode des Angehörigen. Dieser Wert lag deutlich höher als andere Studien zuvor ermittelt hatten. Häusliche Pflege, so die Forscher, erfordert damit am Lebensende einen Zeitaufwand, der dem vollen Tageseinsatz einer professionellen Pflegekraft entspricht.

Obwohl die Pflege vielen Betroffenen sehr hohe emotionale, körperliche und finanzielle Belastungen abverlangte, empfanden die meisten von ihnen diese Arbeit gleichwohl auch als persönliche Bereicherung. So gaben
• 69% an, die Pflege habe dazu beigetragen, dass sie ihr Leben mehr schätzten,
• 70% sagten, sie hätten dadurch ein besseres Bild von sich selbst und ein besseres Selbstwertgefühl,
• 76% bekamen dadurch das Gefühl, von anderen gebraucht zu werden,
• 65% schätzten den sozialen Kontakte und die Gesellschaft im Rahmen der Betreuung.
Belastungen werden von den Angehörigen auch erwähnt, aber deutlich seltener. Seelischen Stress nannten 29%, körperliche Belastungen 18% und finanzielle Probleme 14%. Hauptsächliche Probleme für die Pflegenden waren Unterbrechung des nächtlichen Schlafs durch Pflegeerfordernisse und der Zwang zur Hilfe auch in Situationen, in denen es ihnen selbst nicht gut ging.

Die Autoren erwähnen selbst eine Einschränkung ihrer Ergebnisse, dadurch dass sie nur ältere und nicht mehr erwerbstätige Angehörige befragt haben. Es könnte daher sein, so stellen sie fest, dass Jüngere aufgrund beruflicher Belastungen und Zwänge die Pflegetätigkeit weniger stark in ihren positiven Effekten wahrnehmen. Sie heben aber auch hervor, dass die Ergebnisse nicht als Vorwand dafür dienen sollten, die Unterstützung von Angehörigen durch soziale Dienste zurückzufahren.

Die Studie steht hier kostenlos im Volltext zur Verfügung:
Jennifer L. Wolff u.a: End-of-Life Care - Findings From a National Survey of Informal Caregivers (Archives of Internal Medicine, Vol. 167 No. 1, January 8, 2007)

Gerd Marstedt, 29.1.2007