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Patienten
Kranken- und Altenpflege, ältere Patienten


Über- und Fehlbehandlung von älteren Personen: Blutdrucksenkung trotz normalem oder niedrigem Blutdruck (6.7.16)
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Schlusslicht der stationären pflegerischen Versorgung in Europa für das deutsche Gesundheitssystem - und Griechenland. (18.12.13)
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Viel Krach um die "stille Epidemie" der Demenz versus wissenschaftlicher Evidenz zu ihrer sinkenden Inzidenz und Prävalenz (5.12.13)
WHO-Krebsforschungszentrum: Luftverschmutzung ist mit ausreichender Evidenz "a leading environmental cause of cancer deaths" (18.10.13)
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Selbständiges häusliches Leben für Ältere nach kürzerem Krankenhausaufenthalt möglich: Das "Acute Care for Elders (ACE)"-Programm (21.10.12)
65+-PatientInnen in Krankenhäusern haben ein höheres Risiko für unerwünschte Ereignisse als Jüngere. Gegenmaßnahmen möglich! (20.10.12)
"Move slowly" oder Vorsicht vor vorschnellen und übersteigerten Erwartungen beim Einsatz von Telemonitoring bei älteren Kranken (14.10.12)
Sturzrisiko von älteren Menschen: häufig, aber nicht einfach zu verhindern (27.6.12)
Ehrenamtliche Tätigkeit im höheren Alter fördert soziale Kontakte und subjektives Wohlbefinden (16.6.12)
"Mehr Personal im Pflegebereich und alles wird gut"!? Auch die Evidenz von "guten" Patentrezepten muss nachgewiesen werden (7.6.12)
Die Lebenserwartung selbst fitter älterer Erwachsenen hängt maßgeblich von der sozialen Verletzlichkeit oder sozialen Defiziten ab (23.4.12)
Ist die Entwicklung von Demenz wirklich nicht oder nicht ohne unerwünschte Nebenwirkungen zu verlangsamen? (17.4.12)
Deutsches Pflegesystem im EU-Vergleich qualitativ überdurchschnittlich aber unterdurchschnittlich finanziert (8.4.12)
Wirksamkeit der Maßnahmen zur Sturzprophylaxe älterer Personen "an sich" und tatsächliche Beteiligung im Alltag (14.3.12)
Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeberufen 2011 - Licht- und Schattenseiten der offiziellen Arbeitsmarktstatistik (4.3.12)
Nicht vergessen: "Das Thema Demenz ist im Krankenhaus leider noch nicht richtig angekommen, die dementen Patienten aber sehr wohl" (8.2.12)
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Unerwartetes zur Beschäftigungs- und Berufstreue sowie Einkommensentwicklung von Krankenschwestern und Co. 1993-2008 in SLH (8.1.12)
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"Bewertet wird das, was beim Bewohner tatsächlich ankommt": Qualitäts-Indikatoren für Altenpflege liegen vor - und was nun? (20.6.11)
Erkrankungsrisiken von pflegenden Familienangehörigen oft höher als die von nichtpflegenden Vergleichspersonen (1.2.11)
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Licht am Ende des langen dunklen Tunnels der Debatte über Gesundheit und Alter in Deutschland? Ein Bericht von RKI, StaBu und DZA (26.5.09)
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Ein schlechtes Arbeitsklima im Team ist bei Pflegekräften eine zentrale Ursache für die Neigung zum Berufsausstieg (31.10.2007)
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Wenig Pflegepersonal in Kliniken: Hohe Arbeitsbelastungen und hohe Risiken für die Patientensicherheit

Artikel 0719 Kliniken, die bei Krankenpflegern an Personal sparen, stellen ein hohes Risiko für die Patientensicherheit dar. Wenn Pflegekräfte eine hohe Zahl von Patienten zu versorgen haben, so erhöht dies ihren Zeit- und Verantwortungsdruck und schlägt sich in einer höheren Zahl medizinischer Komplikationen und sogar einer erhöhten 30-Tage-Sterblichkeit der von ihnen versorgten Patienten nieder. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie von Forschern der Columbia University School of Nursing, New York, die jetzt in der Zeitschrift "Medical Care" veröffentlicht wurde. Ausgewertet wurden Daten von knapp 16.000 Patienten in 51 Intensivstationen von etwa 30 Kliniken der USA. Berücksichtigt wurden außerdem in der Befragung erhobene Urteile von über 1.000 Pflegekräften über das Betriebsklima und andere Arbeitsbedingungen.

Erfasst wurden in der Studie einerseits der pflegerische Personalaufwand je Patient, aber auch weitere Arbeitbedingungen wie das Betriebsklima, Personalbestand, geleistete Überstunden, Entlohnung der Pflegekräfte und Angaben zur ökonomischen Lage der Kliniken. Verglichen wurde diese dann mit unterschiedlichen Indikatoren der Patientensicherheit.

Als Ergebnis zeigte sich: Kliniken mit einem höheren Personalbestand in ihren Intensivstationen weisen signifikant niedrigere Raten auf, was Komplikationen und unerwünschte Effekte anbetrifft. Dies wurde etwa deutlich an den Quoten für Infektionen im Blutkreislauf, Lungenentzündungen (durch künstliche Beatmung) und Dekubitus. Gerade solche "Wundliegegeschwüre" gelten in vielen Studien als Indikator einer besseren oder schlechteren Pflegequalität. Und sogar die Sterblichkeits-Quote innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen nach der Krankenhaus-Aufnahme zeigte signifikante Unterschiede, je nach dem in den Kliniken verwendeten Zahlenschlüsseln von Patienten zu Pflegekräften.

Für das Ausmaß der von Pflegern geleisteten Überstunden waren die Effekte nicht so eindeutig. Einerseits zeigte sich, dass die Zahl der Infektionen im Urinaltrakt und ebenso das Dekubitus-Vorkommen um so höher lag, je mehr Überstunden geleistet wurden. Andererseits fiel hier die Quote der Infektionen im Blutkreislauf niedriger aus. Für das Betriebsklima und die wirtschaftliche Lage der Klinik ergab sich ein konsistenter Effekt.

Ein Abstract der Studie ist hier nachzulesen: Nurse Working Conditions and Patient Safety Outcomes (Medical Care. 45(6):571-578, June 2007)

Die Studie bestätigt erneut eine Reihe schon vorliegender Forschungsbefunde, die einen sehr engen Zusammenhang aufzeigen zwischen den Arbeitsbedingungen und insbesondere auch zeitlichen Belastungen von Pflegekräften, die sich über Erfahrungen von Stress, Zeit- und Verantwortungsdruck dann auch negativ auf die Patientensicherheit auswirken. Eine Literaturübersicht über diese Forschungsbefunde hat unlängst die Canadian Health Services Research Foundation vorgelegt. Dort heißt es in der Zusammenfassung (Übersetzung durch Forum Gesundheitspolitik):

"Zahllose Studien belegen einen Zusammenhang zwischen einem niedrigem Personalbestand bei Pflegekräften und höheren Quoten unerwünschter Effekte bei Patienten, Belegschaft und Klinik. Als erstes und wichtigstes Ergebnis ist hervorzuheben, dass fünf große Studien aufgezeigt haben: Eine niedrige Zahl an Pflegekräften geht mit einer höheren Sterblichkeit von Patienten einher. Ein reduzierter Personalbestand zeigt weiterhin Zusammenhänge zu Effekten wie Dekubitus, Stürze, Verschreibungsfehler sowie Infektionen der Atemwege und im Urinaltrakt. Zum zweiten berichten Pflegekräfte, die für viele Patienten sorgen müssen, häufiger über Burn-Out-Erfahrungen, Arbeitsunzufriedenheit, Krankmeldungen und Tendenzen zum Arbeitsplatz- oder Berufswechsel."

Die Literaturübersicht ist hier zu finden: Canadian Health Services Research Foundation: Evaluation of Patient Safety and Nurse Staffing (PDF, 35 Seiten)

Gerd Marstedt, 3.6.2007