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USA - Soziale Ungleichheit


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USA 1988-2005: Sterberisiko im Krankenhaus für Kinder ohne Krankenversicherung um 60 % höher als für Kinder mit Versicherung

Artikel 1743 In den USA ringen Präsident Obama, seine Demokratische Partei und die Republikaner-Grand Old Party (GOP) zäh darum, wie viel staatliche Intervention im Krankenversicherungssystem akzeptabel ist und wie vielen Millionen der jetzt rund 47 Millionen nicht- oder unterversicherten BürgerInnen das jeweils noch den lange erwarteten und notwendigen Krankenversicherungsschutz kostet (Ende Februar 2010 sind dies nach Obamas Kompromiss mindestens 16 Millionen. Gleichzeitig fördert jede wissenschaftliche Studie der letzten Jahre die gesundheits- und lebensgefährdenden Folgen der Nicht- oder Unterversicherung zutage.
Dies gilt auch für eine der größten Untersuchungen der Krankenhaus-Sterblichkeit von Kindern unter 18 Jahren mit und ohne Krankenversicherungsschutz in den USA, deren Ergebnisse bereits Ende Oktober 2009 für jedermann zugänglich veröffentlicht wurden.

Eine Wissenschaftlergruppe der Johns Hopkins-Universität in Balimore (USA) untersuchte dazu die Daten der Ergebnisse der stationärer Behandlung von 23.535.491 Millionen Kindern bzw. dieser Anzahl von Krankenhausaufenthalten von Kindern für den Zeitraum von 1988 bis 2005. Die Daten stammen aus 37 US-Bundesstaaten. In den beiden dafür ausgewerteten Datenbänken waren neben Behandlungsdaten wie der Länge des Aufenthaltes, der Behandlungskosten und der Sterblichkeit während des Krankenhausaufenthaltes auch eine Fülle soziodemografischer Merkmale (Alter, Geschlecht, geografische Region, Krankenhaustyp, Veranlasser des Krankenhausaufenthaltes) und vor allem auch der Versicherungsstatus der jugendlichen PatientInnen erfasst und auswertbar.

5,4 % dieser Kinder (n=1.262.452) waren unversichert und 94.6% (n=22.273.039) krankenversichert. Damit ist der Anteil der unversicherten Kindern in stationärer Behandlung niedriger als der Anteil Unversicherter an sämtlichen Kindern, der während der hier untersuchten Zeit immer zwischen 10 und 19 % schwankte.
Die zentrale Frage, die nach einer Mehrfachstandardisierung der untersuchten Personen nach den genannten Merkmalen in multivariaten Regressionsanalysen untersucht wurde, war die nach den Sterblichkeitsunterschieden nach Versicherungsstatus.

Die Ergebnisse waren eindeutig:

• Die rohe Gesamtsterblichkeit während eines Krankenhausaufenthaltes betrug für Kinder und Jugendliche ohne Krankenversicherungsschutz 0,75 %, die ihrer AltersgenossInnen mit Krankenversicherung 0,47 %. Die davon nicht wesentlich abweichenden standardisierten Sterblichkeitsraten unterschieden sich mit 0,74 und 0,46 % weiterhin erheblich. Die so genannte "excess mortality" betrug also 37,8 %.
• Anders ausgedrückt: Unversicherte Personen unter 18 Jahren hatten ein hochsignifikant um 60 % höheres Sterblichkeitsrisiko (odds ratio 1,60) als versicherte.
• In absoluten Zahlen ausgedrückt wäre in den 17 Untersuchungsjahren der Tod von 16.787 unter den 38.649 insgesamt in Krankenhäusern gestorbenen nichtversicherten Kindern und Jugendlichen allein durch einen existierenden Versicherungsschutz vermeidbar gewesen.

Einer der Wissenschaftler, Fizan Abdullah, brachte den hier sichtbar gemachten Sachverhalt auf folgenden Nenner: "If you are a child without insurance, if you're seriously ill and end up in the hospital, you are 60 percent more likely to die than the sick child in the next room who has insurance."

Unklar bleibt bei der a priori nicht zur Ursachenanalyse tauglichen Studienmethodik, welche Faktoren zu dieser erheblich höheren Sterblichkeit führt, ob dies also auf z.B. einer schlechteren Behandlung oder einem wesentlich schlechteren Gesundheitszustand der Unversicherten z.B. durch die Verschleppung einer Krankenhauseinweisung oder einer Mischung dieser Einflussfaktoren beruht.
Interessant ist aber dennoch der erhebliche Unterschied der Behandlungskosten der beiden PatientInnengruppen: Diese betrugen bei versicherten Kindern 20.951$ und bei nichtversicherten Kindern 8.058$. Auch dieser Unterschied könnte aber vollständig oder in Teilen von der unterschiedlichen Erkrankungsschwere der Angehörigen beider Gruppen herrühren.

Der 9-seitige Aufsatz "Analysis of 23 million US hospitalizations: uninsured children have higher all-cause in-hospital mortality" von Fizan Abdullah, Yiyi Zhang, Thomas Lardaro, Marissa Black, Paul M. Colombani, Kristin Chrouser, Peter J. Pronovost und David C. Chang erschien am 29. Oktober 2009 im renommierten "Journal of Public Health" in einer "Advance Access"-Version und kann komplett kostenlos heruntergeladen werden.

Bernard Braun, 24.2.10