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Wie können 45 Millionen nicht versicherte US-Amerikaner einen Krankenversicherungsschutz erhalten? Ein aktueller Wegführer.

Artikel 1437 Die 45 Millionen Personen unter 65 Jahren - rund ein Sechstel dieser Bevölkerungsgruppe -, die in den USA im Jahr 2007 keinen oder einen lediglich rudimentären Versicherungsschutz gegen Krankheit und damit ein erheblich erhöhtes Risiko hatten, gesundheitlichen Schaden zu nehmen, sind eines der größten Probleme der amerikanischen Gesundheits- und Gesellschaftspolitik der letzten Jahrzehnte und auch der nächsten Jahre.

Wegen der bis heute fehlenden erfolgreichen zentralstaatlichen Bemühungen um eine Lösung, gab es in den letzten Jahren bereits in einigen Bundesstaaten Versuche, Teillösungen zu finden. Hier waren die Bundesstaaten Massachusetts, Vermont und Maine führend, wo beispielsweise in Massachusetts bis zum März 2008 440.000 vorher nichtversicherte Individuen einen Versicherungsschutz erhielten. In anderen Bundesstaaten, wie beispielsweise Illinois gelang es zumindest Kinder einen vollen Versicherungsschutz zu geben.
Die Verzögerungen und Unvollkommenheiten dieser Bundesstaatenlösungen machten aber auch deutlich, dass eine wirkliche und vollständige Absicherung nur mit einer zentralstaatlichen Initiative gelingen kann.
Dies spielte dann auch im Präsidentschaftswahlkampf eine große Rolle - mit deutlich unterschiedlichen Konzepten.

Einen ersten Überblick bzw. einen Führer durch die Vielzahl der Strategien, die Anzahl der Nicht- oder Unterversicherten in den USA zu reduzieren, liefert nun ein knapp 40 Seiten umfassender "guide", der im Auftrag der Kaiser Family Foundation im Dezember 2008 erschienen ist.

Dort werden die folgenden Hauptstrategien dargestellt:

• Stärkung der bisherigen Versicherungstypen und Absicherungsmodi des beschäftigungsbezogenen Versicherungsschutzes, des öffentlichen Schutzes z.B. durch Medicaid, SCHIP, eine mögliche Expansion von Medicare oder eine besser regulierte Version des individuellen privaten Versicherungsschutzes.
• Eine Verbesserung der Erschwinglichkeit des Versicherungsschutzes durch niedrigere Versicherungsprämien oder Rückversicherungssysteme.
• Verbesserung der Verfügbarkeit des Versicherungsschutzes durch andere Zugangswege oder eine Erweiterung der "high-risk pools"
• Veränderung der steuerlichen Behandlung der Krankenversicherungsaufwendungen.

Zusätzlich zu der knappen aber dennoch detaillierten und faktenreichen Darstellung dieser Strategien enthält dieser Führer noch vergleichende Darstellungen der verschiedenen derzeit im öffentlichen Diskurs zu findenden Reformansätze, Links zu den wichtigsten Dokumenten und ein Glossar zu den Schlüsselbegriffen dieser Debatte.

Der komplette Text der "Approaches to covering the Uninsured: A Guide" von Jennifer Tolbert, Jack Ebeler und Tanya Schwartz ist kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 9.12.08