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Gesundheitsreform in den USA verabschiedet - und was nun? Ein Kurzüberblick des Commonwealth Fund.

Artikel 1802 Selbst Wochen nach Verabschiedung des Gesetzes zur Reform des us-amerikanischen Gesundheitsversicherungs- und Versorgungssystems dürfte die Mehrheit der US-Bevölkerung und selbst der interessierten Gesundheitswissenschaftler noch nicht die rund 3.000 Seiten des Gesetzes gelesen und verstanden haben. Dies gilt eher noch mehr für alle Menschen diesseits des Atlantiks.

Mehr Kenntnisse, ein vollständigeres Verständnis und auch die Basis für eine kritische Debatte über Grenzen und Wirkungsmängel der Reform liefern aber mittlerweile eine Reihe von sachkundigen und quantitativ überschaubaren Übersichtsarbeiten aus den USA. Dazu zählt die Anlage zur neuesten Mai-/Juni-Ausgabe des "Columbia Journalism Review". Auf 12 Seiten haben Experten des liberalen "Commonwealth Fund" für die Zielgruppe Journalisten dargelegt "What will happen under Health Reform - and what's next?"

Dabei werden Informationen zu den folgenden Fragen und Reformschwerpunkten zusammengestellt:

• Zur Einleitung werden die 10 Hauptelemente der Reform vorgestellt, die bereits 2010 zu wirken beginnen. Dazu zählen z.B. die Pflicht für Versicherungen, auch Kinder mit Vorerkrankungen versichern zu müssen, die Steuererleichterungen für Kleinunternehmen, die ihren Beschäftigten eine Krankenversicherung anbieten oder die für die nächsten 5 Jahre projektierte Erhöhung der Förderung von "community health centers" oder des "National Health Services Corps" für Angebote für Personen mit niedrigem Einkommen oder ohne Krankenversicherung um 11 Milliarden US-Dollar.
• Einen Gesamtüberblick zu den Reformschritten von 2011 bis 2018.
• Eine knappe Übersicht zu den Fragen "How will health reform help more people obtain coverage and access to care? Who will be helped?" Dabei wird aber auch klar, dass trotz der Reform 2019 noch 23 Millionen oder 8 % der Gesamtbevölkerung keinen Krankenversicherungsschutz haben werden
• Eine differenzierte Antwort auf die Frage "What will happen to health care costs as a result of reform?" Das geschätzte jährliche Wachstum der Gesundheitsausgaben in den Jahren bis 2019 wird nach der Reform 6,0 % betragen, ohne die Reform wären es wahrscheinlich 6,6 % gewesen. Dies bedeutet allein für das Jahr 2019 eine Ersparnis von rund 300 Milliarden US-Dollar (4,5 statt 4,8 Trillionen US-Dollar; in europäischer Zählweise 4.500 statt 4.800 Milliarden oder Billionen US-Dollar).
• Bei der Frage "How will people's health insurance choices be affected?" geht es um die Erweiterung der Wahlmöglichkeiten in Krankenversicherungen (Einführung einer Reihe unterschiedlicher Leistungspakete von "Bronze" [überimmt u.a. 60 % der Medizinkosten des Versicherten] bis "Platin" [übernimmt 90 % aller Medizinkosten] und dem Verbot der Kündigung des Versicherungsschutzen im Falle der Erkrankung des Versicherten.
• Knappe Antworten auf die Fragen "How will health care delivery change as a result of health care reform?" und "What else needs to be done?" beschließen den Text.

Das Quellenverzeichnis liefert u.a. Links zu den wichtigsten Analysen und Darstellungen des Commonwealth Fund zur US-Gesundheitsreform
Der zwölfseitige Report "What Will Happen Under Health Reform—and What's Next? A Resource for Journalists from The Commonwealth Fund" ist kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 16.5.10