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Patienten
Hausärztliche und ambulante Versorgung


Wie verlässlich oder reliabel sind allgemeinärztliche ICD-10-Diagnosen - und zwar auch ohne die GKV-Beihilfe beim Up-Coding? (22.10.16)
Todkranke und zu Hause palliativ versorgte Menschen haben keine Nachteile, eher Vorteile. Rücksicht auf Präferenzen möglich! (30.3.16)
Universitäre Medizinerausbildung in Deutschland: Exzellenz statt Bedarfsgerechtigkeit (6.4.15)
Wie "fest" ist ein Festbetrag und wo liegen die Grenzen des Service-Outsourcens gesetzlicher Krankenkassen und Rentenversicherer? (20.9.14)
Polypharmazie bei Allgemeinärzten: Ein Drittel der Arzneimittel hatte keinen Nutzen - CDU/CSU/SPD-Kompromiss: Kasse statt Klasse!! (25.11.13)
Das auch noch wachsende Leid mit den Leitlinien am Beispiel der ambulanten Behandlung von Patienten mit Rückenschmerzen (15.10.13)
Weniger ist mehr, was man aber erst nach einiger Zeit bemerkt: Ein Beispiel aus der Behandlung von psychisch Kranken (13.8.13)
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Hausärzte in Brandenburg: Gesetzliche "Gesundheitsuntersuchung" nicht sinnvoll, außer mit IGeL-Zusatzleistungen (2.9.11)
Wenig Wissen über Radiologen, mehr Kontakte gewünscht aber hochzufrieden - "Blindes Arzt-Vertrauen" oder "health illiteracy"? (3.6.11)
USA: Tele-Videokonferenzen mit Fachärzten ermöglichen auch die Behandlung schwieriger Erkrankungen durch Hausärzte auf dem Lande! (2.6.11)
"Optimale" feste Selbstbeteiligungenn der ambulanten Versorgung - Nicht der Stein der Weisen! (13.4.11)
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Therapien mit Antibiotika: Meta-Analyse von 24 Studien stellt erneut massive Risiken der Resistenzbildung fest (27.6.10)
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Sant la francaise: Croissants, petit rouge, savoir de vivre. Aber in welchem Gesundheitssystem? Beispiel ambulante Versorgung (16.5.10)
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Wozu diente die Altersgrenze für Vertrags(zahn)ärzte und warum ist ein EuGH-Urteil zu einem alten SGB V-Paragraphen interessant? (19.1.10)
Evidente, situations- und patientenbezogene "point-of-care"-Empfehlungen für Hausärzte verbessern Sekundärprävention nicht. (17.1.10)
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Ärztemangel auf dem Lande: Grenzen des Wettbewerbs und Lösung durch neue Versorgungsformen

Artikel 0151 Auf Basis einer Fülle von empirischen Belegen aus dem Lande Brandenburg und anderen neuen Bundesländern beschäftigt sich Hartmut Reiners, Diplom-Volkswirt und Leiter des Referats Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburg, in einem zuerst vor Krankenkassen-Selbstverwaltern in Berlin gehaltenen Referat mit dem Gesundheitsversorgungsproblem des Ärztemangels in dünn besiedelten Regionen. In seiner Analyse zeigt er, dass der Ärztemangel besonders in den ländlichen Regionen der neuen Bundesländern durch die Kumulation dreier höchst unterschiedlicher Faktoren ein ernstes Problem darstellt:

• Erstens sind die Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum sehr belastend,
• zweitens liegt das Niveau der Finanzierung ambulanter ärztlicher Tätigkeit in Ostdeutschland derzeit bei knapp 73 Prozent der Honorierung in Westdeutschland (GKV-Ausgaben für Vertragsärzte pro Versicherter) und
• drittens sind im Rahmen des Vereinigungsprozess bestimmte Versorgungsstrukturen, die in der DDR speziell für die ländlichen Regionen entwickelt worden waren (z.B. der Einsatz von nichtärztlichen aber für Teile der Krankenbetreuung verantwortlichen Gemeindeschwestern) bewusst zerschlagen worden.

Als Lösung dieser bisher primär ostdeutschen Probleme verwirft Reiners den Vorschlag führender Ärztefunktionäre, Praxisbusse übers Land zu schicken. Dies entspräche nicht dem besonders kontakt- und beratungsintensiven Versorgungsbedarf der dort meist älteren Bevölkerung. Stattdessen schlägt er vor, in einem längeren Reformprozess besonders in den dünnbesiedelten ländlichen Gegenden Ostdeutschlands alle neuen Möglichkeiten der integrierten Versorgung zu nutzen und dabei auch evtl. die alten Gemeindeschwesterstrukturen wiederaufzubauen.

Eine wichtige Voraussetzung für derartige Strukturverbesserungen ist aber das gemeinsame Handeln aller gesetzlichen Krankenkassen, der jeweiligen politischen Institutionen, der Krankenhäuser und der Ärztevereinigungen. Das Festhalten an den wettbewerblichen Strukturen der gegliederten GKV wäre hier kontraproduktiv. Dass gemeinsames Handeln durchaus kein Fremdkörper im GKV-Rechtssystem ist oder wäre, unterstreicht Reiners mit dem Hinweis auf den 1 des SGB V, der eindeutig feststellt, dass die GKV eine (!) Solidargemeinschaft ist und keine Assoziation von nur in sich solidarischen Kassen.

Hier finden Sie die PDF-Datei des Vortrags Die Grenzen des Wettbewerbs - Medizinische Versorgung in dünn besiedelten Regionen

Bernard Braun, 12.10.2005