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Patienten
Hausärztliche und ambulante Versorgung


Fortbildungspflicht für Ärzte: Umstritten, aber wirksam (28.4.17)
Wie verlässlich oder reliabel sind allgemeinärztliche ICD-10-Diagnosen - und zwar auch ohne die GKV-Beihilfe beim Up-Coding? (22.10.16)
Todkranke und zu Hause palliativ versorgte Menschen haben keine Nachteile, eher Vorteile. Rücksicht auf Präferenzen möglich! (30.3.16)
Universitäre Medizinerausbildung in Deutschland: Exzellenz statt Bedarfsgerechtigkeit (6.4.15)
Wie "fest" ist ein Festbetrag und wo liegen die Grenzen des Service-Outsourcens gesetzlicher Krankenkassen und Rentenversicherer? (20.9.14)
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Das auch noch wachsende Leid mit den Leitlinien am Beispiel der ambulanten Behandlung von Patienten mit Rückenschmerzen (15.10.13)
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Ärztliche "Überweisungen" von bewegungsarmen Personen in Bewegungsprogramme sind fast wirkungslos (18.4.12)
Aufgewärmtes zur Praxisgebühr: Unbelehrbar, unbe-irr-bar oder einfach nur irre? (12.4.12)
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Wartezeiten beim Arzt: GKV-Versicherte warten länger als Privatpatienten

Artikel 0295 Eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt, dass privat Krankenversicherte im Vergleich zu gesetzlich Versicherten beim Zugang zu niedergelassenen Ärzten klar privilegiert sind. Trotz akuter Beschwerden musste jeder vierte gesetzlich Versicherte (25%) beim letzten Arztbesuch mindestens zwei Wochen auf einen Behandlungstermin warten. Bei privat Versicherten mit Beschwerden war dies nur bei 8% der Fall.

Die aktuelle WIdO-Analyse auf der Grundlage einer repräsentativen Versichertenbefragung unter insgesamt rd. 3000 gesetzlich und privat Krankenversicherten zeigt weiter, dass längere Wartezeiten auch im subjektiven Empfinden der Patienten ein Problem darstellen. 34% der GKV-Versicherten mit akuten Beschwerden empfanden die Wartezeit auf ihren letzten Arzttermin als zu lang - bei Privatversicherten traf dies nur auf 15% zu. Die Ungleichbehandlung von GKV- und PKV-Patienten wird am Beispiel der Arztgruppe der Orthopäden besonders deutlich. 17% der GKV-Patienten mit akuten Beschwerden mussten länger als 4 Wochen auf einen Termin beim Orthopäden warten, aber nur 2% der Privatversicherten mit Beschwerden. 43% der PKV-Patienten mit Beschwerden wurden sofort oder am nächsten Tag behandelt, aber nur 26% der GKV-Patienten.

Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse gibt es beim WIdO: Unfairer Wettbewerb zu Lasten der Patienten. Alle Daten der Studie finden sich in der Buchveröffentlichung "Klaus Jacobs, Jürgen Klauber, Johannes Leinert (Hrsg): Fairer Wettbewerb oder Risikoselektion? Analysen zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Bonn 2006" (162 Seiten, 16,00 Euro).

Auch in einer repräsentativen Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wird die unterschiedliche Behandlung von GKV- und Privatversicherten deutlich. Im Ergebnisbericht zur Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung heißt es: "Die Art der Versicherung für den Krankheitsfall spielt auch beim Thema Wartezeiten für einen Termin eine Rolle: Sowohl bei der Wartezeit für einen Behandlungstermin als auch im Wartezimmer sind Selbstzahler nach eigenen Angaben schneller an der Reihe. 44% der gesetzlich Versicherten, aber 54% der Privatpatienten haben für ihren letzten Arztbesuch sofort einen Termin bekommen." (S. 11) Der komplette Bericht der Umfrage (48 Seiten) kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Gerd Marstedt, 8.11.2006