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Patienten
Hausärztliche und ambulante Versorgung


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GEK-Studie zeigt: Bei der Zahl der Arztbesuche sind deutsche Patienten führend

Artikel 0297 Bei der Anzahl der Arztbesuche liegen Deutsche weltweit ganz vorne. Das ergab der jetzt veröffentlichte GEK Report "Ambulant-ärztliche Versorgung". Erstmals konnten dafür versichertenbezogene Daten in repräsentativer Größenordnung ausgewertet werden. Zwischen 1990 und 2004 ist die Arztdichte um rund 40 Prozent gestiegen. Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass jeder Bundesbürger im Schnitt 16,3 mal pro Jahr zum Arzt geht. Nur Tschechien, die Slowakei und Japan verzeichneten mit zwölf bis 14,4 Arztkontakten pro Kopf ähnlich hohe Zahlen, Professor Dr. Friedrich Wilhelm Schwartz vom ISEG-Institut Hannover als einer der Autoren fest.

Die Auswertung der Daten von rund 1,5 Millionen Versicherten der Gmünder ErsatzKasse GEK über einen längeren Zeitraum erlauben nun eine sachliche Diskussion über die Frage, ob die hohe Arztdichte in Deutschland Ursache für die im internationalen Vergleich sehr hohe Zahl an Arztkontakten ist. Auf der Pressekonferenz zur Studie erklärte Schwartz, ausschlaggebend für die häufigen Arztbesuche sei eine falsche Struktur bei der Bezahlung der Ärzte. Beratungs- und Gesprächszeiten würden schlecht honoriert und dadurch entstehe ein "Hamsterradeffekt". Der Arzt müsse mehr Leistung erbringen, um sich seinen Anteil am GKV-Kuchen zu sichern. Statt länger zu beraten, verschrieben Ärzte dann öfter Rezepte, so dass sich auch daher die Zahl der Arztbesuche erhöhe: "Das System erzwingt viele Kontakte, wir brauchen jedoch ein System, in dem der Arzt die Freiheit hat, mit dem Patienten eine halbe Stunde zu reden, ohne sich ins ökonomische Abseits zu begeben", forderte Schwartz.

91 Prozent der Bevölkerung suchten im Jahr 2004 einen Arzt auf. Im Durchschnitt werden pro Kopf der Bevölkerung 16,3 Arztkontakte pro Jahr ausgewiesen. Und auch in der Verteilung gibt es Auffälligkeiten. Auf ein Prozent der Versicherten mit hoher Inanspruchnahme entfallen 13 Prozent der Behandlungskosten. Auf 50 Prozent der Versicherten mit geringer Inanspruchnahme entfallen lediglich 11 Prozent der Behandlungskosten.

Bis zur Vollendung des 40. Lebensjahrs liegen die Kontaktzahlen mit rund sieben bei jungen Männern ziemlich genau bei der Hälfte der Arztkontakte von Frauen. Erst im Alter von 75 Jahren werden die Werte identisch. Männer in hohem Alter verursachen ambulante Behandlungskosten von durchschnittlich 890 Euro, Frauen der vergleichbaren Altersgruppe dagegen nur von 715 Euro pro Jahr.

Der komplette Bericht ist als PDF-Datei verfügbar (214 Seiten, 900 KB) GEK-Report ambulant-ärztliche Versorgung 2006

Gerd Marstedt, 10.11.2006